Bertelsmann Stiftung

Wuppertal – Integration durch Vernetzung

Demographie-Profil:

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Bevölkerung (31.12.2009)

351.050

Entwicklung 2002-2009 (in %)

-3,4

Entwicklung 2009-2030 (in %)

-8,8

Ausländeranteil (in %)

15,4

Räumliche Einordnung

Agglomerationsräume - Kernstädte

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Die Stadt Wuppertal blickt auf eine lange Zuwanderungsgeschichte zurück, jeder dritte Einwohner der Stadt hat einen Migrationshintergrund. Seit beginn der 1990er Jahre erfuhr die Stadt eine hohe Neuzuwanderung jüdischer Kontingentflüchtlinge und Spätaussiedler.
  • Die Stadt überprüfte im Rahmen der Integrationsoffensive 2001 ihre Integrationsangebote. Dies führte 2002 zur Gründung des Ressorts Zuwanderung und Integration, in dem verschiedene Dienststellen zusammengeführt wurden. 2004 wurde auch die Ausländerbehörde in das Ressort eingegliedert. Diese verwaltungsinterne Vernetzung gilt inzwischen bundesweit als vorbildlich.

Ziel:

  • Durch die Einrichtung eines Internetportals » www.integration-in-wuppertal.de soll die Vernetzung aller an der Integration beteiligter Akteure in der Stadt Wuppertal und die Transparenz über die verschiedenen Angebote gestärkt werden. Besonders die Migrantenselbstorganisationen sollen durch das Projekt stärker vernetzt und eingebunden werden.
  • Daneben ist es wesentliches Ziel des Projekts, die Ausländerbehörde als Dienstleister für die Migrationsbevölkerung und als selbstverständlichen Bestandteil der Integrationsarbeit in Wuppertal zu etablieren.

Strategie:

  • Das Internetportal soll über die jeweils institutionalisierten Strukturen hinaus die Vernetzung der Akteure quer verbinden und verselbstständigen.
  • Eine Internetplattform wird als ideales Mittel gesehen, um:
    • die vielfältigen Angebote und Informationen der unterschiedlichen Anbieter der Öffentlichkeit transparent und zugänglich zu machen,
    • Zugang und Service der Einrichtungen und Dienststellen zu verbessern und
    • die Vernetzung und Zusammenarbeit beteiligter Stellen zu verbessern.

Meilensteine:

  • Juli 2005: Start des Projekts
  • Mai 2006: Eröffnungsveranstaltung und Vorstellung der Website

Akteure:

  • Es wurden eine Lenkungsgruppe und ein Projektteam gegründet, an denen Vertreter des Ressorts Zuwanderung und Integration, der Migrationsdienste der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, der Diakonie und des Internationalen Bundes für Sozialarbeit, des Vereins Anadolu e.V. und des Kultur- und Bildungszentrums Wuppertal e.V., des Migrationsausschusses und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge beteiligt sind.
  • Über die Einrichtung von Computerarbeitsplätzen über die ganze Stadt wurden weitere Migrantenselbstorganisationen (MSO) und Integrations- / Sprachkursträger eingebunden.

Umsetzung:

  • Das Projekt zur Einrichtung eines Internetportals „www.integration-in-wuppertal.de“ konnte auf einer bereits bestehenden umfassenden Vernetzung der verschiedenen Akteure der Integrationsarbeit in Wuppertal aufbauen. Besonders die Zusammenlegung der verschiedenen städtischen Dienste im Rahmen des Ressorts Zuwanderung und Integration (Ausländerbeauftragte, Regionalstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen (RAA), Initiative für Demokratie und Toleranz, Migrationsberatung, Ausländerbehörde u.a.) hat zu einer starken Dynamik geführt.
  • Durch die Einrichtung eines Internetportals sollten die verschiedenen Anbieter, Behörden, Dienstleister und freiwilligen Akteure der Integrationsarbeit noch stärker vernetzt und ihre Arbeit und Aktivitäten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.
  • Hierzu teilt sich das Internetportal in einen öffentlichen und einen geschützten Bereich. Der öffentliche Teil soll Zuwanderern und anderen Interessierten den Zugang zu notwendigen und interessanten Informationen sowie einen besseren Service bieten, wie z.B. den Zugang zu Formularen oder Auskunft über Ansprechpartner, Öffnungszeiten und Aufgaben in Behörden. Ebenso informiert die Website über die Angebote von Migrationsdiensten und MSOs. Der öffentliche Teil ist zum Teil auch in anderen Sprachen als Deutsch zugänglich.
  • Der zugangsbeschränkte Bereich dient als Plattform des Informationsaustauschs für die in der Integrationsarbeit tätigen Akteure. Sei es zur Absprache gemeinsamer Veranstaltungen, Absprachen im Beratungsbereich oder speziellen Fragestellungen zur Gesetzeslage: Durch die Internetplattform können die gemeinsame Arbeit optimiert, Transparenz geschaffen und somit die Koordination verbessert werden.
  • Sämtliche Akteure wurden von Beginn in die Planung des Projekts mit einbezogen. Bereits in der Planungsphase wurden mit den Partnern Möglichkeiten der Weiterführung über den Förderzeitraum hinaus eruiert und abgesprochen. Zentrale Akteure waren hierbei eine Lenkungsgruppe sowie ein Projektteam (siehe Akteure).
  • Die Informationen über die Arbeit und Kurse der verschiedenen Sprachkursträger wurden in einer separaten Datenbank zusammengeführt, die auf der Website eingestellt ist und aktuell über die Kursangebote informiert.
  • Damit auch Personen, die selbst über keinen Zugang zum Internet verfügen, Zugang zu den Informationen des Portals erhalten, wurden an verschiedenen Orten in Wuppertal Computerterminals eingerichtet. Der Großteil der Arbeitsplätze befindet sich in den Räumlichkeiten von MSOs.
  • Durch das Integrationsportal erhielt das Thema „Integration“ in Wuppertal eine öffentliche Darstellung, die dazu beiträgt Integration als gesamtgesellschaftliche Aufgabe im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern und Informationslücken zu schließen.

Bürgerbeteiligung:

  • Von Anfang an wurde auf eine breite Einbindung der verschiedenen Akteure in die Planung, Durchführung und nachhaltige Sicherung des Projekts geachtet.
  • Besonders in der zweiten Projektphase wurden die Migrantenselbstorganisationen aktiv eingebunden: Bei insgesamt 19 MSOs wurden Computerplätze eingerichtet, um einen breiten Zugriff auf die Angebote der Website zu ermöglichen.
  • Die Aktualisierung und Pflege der Website erfolgt durch freiwilliges Engagement der Mitglieder der MSOs und Mitarbeiter anderer beteiligter Organisationen und städtischer Einrichtungen.

Finanzierung:

  • Das Projekt wird durch das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der KOMM-IN- Initiative mit insgesamt ca. 70.000 € gefördert. Die Stadt brachte Eigenmittel in Höhe von ca. 42.000 € auf.
  • Eine langfristige Finanzierung durch die Stadt und die beteiligten Träger ist gesichert.

Erfolge:

  • Seit Beginn des Projekts konnte eine verstärkte Resonanz Wuppertaler MSOs an Veranstaltungen und Angeboten des Ressorts Zuwanderung und Integration festgestellt werden. Ebenso lassen sich erste Tendenzen zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den MSOs ausmachen.
  • Die Sprachkursdatenbank wird in der Beratung aktiv genutzt und durch die beteiligten Akteure regelmäßig gepflegt.
  • Zahlreiche Bürger nutzen das Portal zur Informationssuche; so besuchten in den ersten zwei Monaten ca. 7.000 Personen das Portal.

Kontakt:

Christine Roddewig-Oudnia

Telefon: 0202 – 56 32 750

› Mail

 

Weitere Informationen:

Downloads

Eine ausführliche Darstellung der Wuppertaler Integrationsarbeit findet sich bei: Dr. Alfred Reichwein (KGST), Stephanie Vogel: „Integrationsarbeit – effektiv organisiert. Ein Handbuch für Kommunen“. Erstellt im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familien des Landes Nordrhein-Westfalen. » Download 

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

Stand: Januar 2007

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KONTAKT

Christine Roddewig-Oudnia
Ressort Zuwanderung und Integration

Stadt Wuppertal

Am Clef 58-62

42275 Wuppertal

Telefon: 0202 – 56 32 750

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