Bertelsmann Stiftung

Wiesbaden - Regionales Übergangsmanagement Schule - Beruf

Demographie-Profil:

Bundesland

Hessen

Bevölkerung (31.12.2009)

277.493

Entwicklung 2002-2009 (in %)

2,2

Entwicklung 2009-2030 (in %)

4,2

Räumliche Einordnung

Agglomerationsräume - Kernstädte

Demographietyp

Stabile Großstädte mit geringem Familienanteil

Ausgangslage:

  • Seit 1977 ist die Schulsozialarbeit in Wiesbaden Teil des städtischen Jugendhilfe-Angebotes im Amt für Soziale Arbeit. Sie betreut an 9 Schulen, weitgehend flächendeckend, alle Jahrgänge mit einem Personalschlüssel von 1 Schulsozialarbeiter: 150 Schüler (ca. 6 Schulklassen). Basis der Arbeit ist die enge Kooperation von Schule und Schulsozialarbeit. Dies gilt auch für das im Arbeitsfeld Übergang Schule-Beruf entwickelte Kompetenz-Entwicklungs-Programm (KEP).
  • Die Schulsozialarbeit erreicht 80% aller Wiesbadener Schüler mit prognostiziertem Hauptschulabschluss und erfährt somit einen besonderen Stellenwert im Wiesbadener Übergangssystem von der Schule in den Beruf.
  • Das Kompetenz-Entwicklungs-Programm baut auf den Standard-Leistungen nach einem Stufenmodell in Form von Klassenbetreuung, Gruppen- und Einzelfallarbeit in unterschiedlicher Angebotstiefe ab der Klasse 5 bis zur Klasse 10 auf. Das Wissen über die Schüler, häufig auch eine gute Beziehung zu ihnen und ihren Eltern sowie die enge Kooperation von Lehrern und Schulsozialarbeitern im Schulalltag ist die Grundlage für die Durchführung des Programms.
  • Als integraler Bestandteil des Kompetenz-Entwicklungs-Programms bietet die Kompetenzagentur Wiesbaden ein individuelles Übergangsmanagement für besonders benachteiligte Jugendliche an, die noch nicht über eine ausreichende „Ausbildungsreife“ verfügen. Für die Kompetenzagentur Wiesbaden stellt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) der Landeshauptstadt Wiesbaden Zuschussmittel aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) zur Verfügung.

Ziele:

  • Das Programm hat folgende Ziele:
    • Die Quote der Hauptschulabgänger/-innen mit direktem Übergang auf einen Ausbildungsplatz wird erhöht.
    • Der Übergang auf ein weiterführendes Bildungsangebot zum Realschulabschluss wird erhöht.
    • Die Quote der Schulabgänger/-innen ohne Schulabschluss wird verringert.
    • Die Übergänge in die Berufsbildenden Schulen oder in geeignete Anschlussmaßnahmen der Berufsvorbereitung werden für alle Schüler/-innen ohne Ausbildungsplatz verbessert.

Umsetzung:

  • Ausgangspunkt des Kompetenz-Entwicklungs-Programms ist eine Statusabfrage, die die Kompetenzmerkmale jedes Schülers zu Beginn des 2. Schulhalbjahres der 8. Klasse in einem Einschätzungsbogen Schülerprofil feststellt. Dieses Profil wird gemeinsam von Klassenlehrern und Schulsozialarbeitern erarbeitet. Es zeigt die personalen, sozialen und schulischen Kompetenzen mit ihren Begabungen, Stärken, Schwächen und Defiziten und ist grundlegend für die weitere Arbeit im Programm.
  • Im nächsten Schritt werden Eltern-Schüler-Gespräche auf Grundlage der Ergebnisse des Schülerprofilbogens geführt. Darin werden die individuellen Übergangsziele sowie die hierfür notwendigen zusätzlichen Qualifizierungsangebote schriftlich vereinbart und die Verantwortlichkeiten abgesprochen.
  • Diese individuelle Förderung jedes Schülers ist möglich, da das Programm mit den etwa 600 Schülern pro Jahrgang der 9 Schulen gleichzeitig in den folgenden 1,5 Jahren durchgeführt wird. Dies ermöglicht unterschiedliche Teilnehmerstrukturen für die Qualifizierungsmaßnahmen.
  • So kommt als Beispiel eine Grundqualifizierungswoche im Arbeitsfeld Friseur nur zu Stande, da aus den 9 Schulen sich eine Schülergruppe von etwa 10 Personen bildet, die das gleiche Interesse haben, den Beruf des Friseurs näher kennen zu lernen.

Das Übergangsmanagement erfolgt individualisiert für jeden Schüler und in enger Kooperation mit den aufnehmenden Institutionen, Betriebe/Kammern, berufliche Schulen, Agentur für Arbeit, Ausbildungsagentur als zugelassener kommunaler SGB II-Träger und der kommunalen Jugendberufshilfe, die aus Jugendhilfemitteln ebenfalls ein breites Angebot an berufsvorbereitenden Hilfen und außerbetrieblicher Berufsausbildung bereithält.

Finanzierung

  • Das Kompetenz-Entwicklungs-Programm (KEP) der Schulsozialarbeit Wiesbaden wurde erstmals im Jahr 2007 auf Grundlage eines Stadtverordnetenbeschlusses vom 15.12.2006 durchgeführt. Es wird überwiegend mit kommunalen Mitteln finanziert.
  • Über die Bundesagentur für Arbeit werden bestimmte Qualifizierungsangebote im Sinne des §33 SGB III (Sozialgesetzbuch) „Vertiefte BO“ abgerechnet.
  • Das Personal der Kompetenzagentur besteht etwa hälftig aus Personalstellen der Schulsozialarbeit - als Eigenmittel der Stadt Wiesbaden -, und zur anderen Hälfte aus Mitteln des Bundes-Projektes.

Erfolge:

  •  Die Anzahl der Schulabgänger, die aus den Abgangsjahrgängen die Schule ohne Schulabschluss verlassen, wurde nach drei KEP-Durchgängen deutlich reduziert (von 17 % in 2006 auf 11 % in 2009).
  • Die Anzahl der Übergänge auf einen Ausbildungsplatz bzw. Übergang in weiterqualifizierendes Bildungsangebot zum Realschulabschluss der Hauptschulabgänger kann mit einer Steigerung von 47 % in 2006 auf ca. 60% in 2009 beschrieben werden.
  • Die restlichen 40% sind, je nach ihren individuellen Voraussetzungen, in die Berufsvorbereitung der Berufsschulen bzw. der Maßnahmeträger (SGB II, SGB III und SGB VIII) adäquat übergegangen.
  • Es ist gelungen, dass in den bisherigen KEP-Durchgängen ca. 95% der Eltern für die individuellen Gespräche und Absprachen zum „Übergang Schule-Beruf ihres Kindes“ erreicht wurden.
  • Das Kompetenz-Entwicklungs-Programm erfährt uneingeschränkte Anerkennung bei Schülern, deren Eltern sowie den Schulen und den Kooperationspartnern in Betrieben und Verbänden. Ebenso erhält es von der Fachöffentlichkeit eine sehr gute Bewertung.

Kontakt:

Dan Pascal Goldmann

Telefon: 0611 - 31 46 95

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Weitere Informationen:

» Schulsozialarbeit in Wiesbaden

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

 

Stand: September 2010

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KONTAKT

Dan Pascal Goldmann

Amt für Soziale Arbeit Wiesbaden

Konradinerallee 11

65189 Wiesbaden

Telefon: 0611 - 31 46 95

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