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Land |
Österreich |
Bundesland |
Wien |
Verwaltungseinheit |
Bundeshauptstadt, Bundesland und Gemeinde |
Bevölkerung (02.2006) |
1.666.796 |
Ausländeranteil (in %) |
18,8 |
Für weitere demografische Daten |
www.statistik.at |
Wien ist – wie jede Metropole – von Zuwanderung geprägt. Als Hauptstadt des Habsburgerreichs war sie Anziehungspunkt für viele Menschen des Vielvölkerstaates und hat somit eine lange Tradition in der kulturellen und sprachlichen Vielfalt. Nach der gezielten Anwerbung von Gastarbeiter/innen aus Ex-Jugoslawien und der Türkei hat sich inzwischen die Vielfalt der Immigrant/innen in der Stadt stark erhöht. So stammen heute bereits 40 % der ausländischen Staatsangehörigen nicht mehr aus den – für Österreich klassischen – Herkunftsländern Ex-Jugoslawien und Türkei. Gegenwärtig hat ca. 1/3 der gesamten Wiener Bevölkerung – unabhängig von der Staatsbürgerschaft – einen sogenannten Migrationshintergrund. Die Vielfalt der Zuwanderer/innen sowie die individuell unterschiedlichen Lebensgestaltungen werden in Zukunft zunehmen. - Die Stadt Wien verfolgt daher seit Jahren eine umfassende Integrationspolitik, die in den letzten Jahren um den Gedanken der Diversitätspolitik ergänzt wurde. Organisatorisch für die Entwicklung und Implementierung dieser Politik ist die Magistratsabteilung 17 – Integrations- und Diversitätsangelegenheiten verantwortlich.
Die Wiener Integrations- und Diversitätspolitik soll eine gleichberechtigte Teilhabe aller Wiener Bürger, einheimisch und zugewandert, am öffentlichen Leben ermöglichen. Der Potenzialansatz steht dabei im Vordergrund: Grundlage der Politik sind die Gemeinsamkeiten der Menschen einer Stadt, die vielen Unterschiede werden als Entwicklungschancen für die Zukunft gesehen. Ziel der Diversitätspolitik – Politik der Vielfalt – ist folglich ein verändertes Bewusstsein der Stadt in Bezug auf ihre demografische, ethnische und kulturelle Vielfalt. Die Neuformulierung der zugrunde liegenden Fragestellung macht den Kern des Diversitätsgedankens aus. Integrationspolitik im herkömmlichen Sinn fragt letztlich immer noch: „Was muss getan werden, um ‚ihnen’ – den Zuwanderern – die Eingliederung in ‚unsere’ Gesellschaft zu erleichtern?“. Dagegen fragt Diversitätspolitik: „Was muss getan werden, damit in einer durch Migration stark veränderten Stadt die Verwaltung und die lokale Politik selbst den Bedürfnissen einer kulturell vielfältigen Bürgerschaft weiterhin entsprechen?“.
Der Umgang mit dieser Vielfalt bedarf einer bewussten organisatorischen Unterstützung. Daher wird auch von Diversitätsmanagement gesprochen. Die Stadt Wien versteht Diversitätsmanagement als Querschnittsmaterie oder als Leitthema, mit dem sich die gesamte Stadtverwaltung intensiv beschäftigt. Die MA 17 – Integrations- und Diversitätsangelegenheiten fungiert dabei als „Verbindungsfachabteilung“ zwischen Partnerorganisationen und NGOs einerseits, und dem Magistrat andererseits, und stellt in erster Linie interkulturelles Know-how zur Verfügung. Diversität im Sinne von soziokultureller, sprachlicher und ethnischer Vielfalt bedeutet daher für die MA 17: - Unterstützung von Migrant/innen, insbesondere von neu Zugewanderten, bei der Integration, damit sie gleichberechtigt und mit gleichen Chancen am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen können.
- Unterstützung des Magistrats als interner Dienstleister bei „Diversität“, um Diversität als Teil von Qualitätsmanagement in allen Bereichen umzusetzen.
1992: Gründung des Wiener Integrationsfonds (WIF) durch die Stadt Wien 1996: Schaffung der Funktion einer Integrationsstadträtin 2004: Schaffung der Magistratsabteilung 17 als Abteilung für Integrations- und Diversitätsangelegenheiten
Die MA17 – Integrations- und Diversitätsangelegenheiten besteht aus insgesamt 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es arbeiten dort etwa gleich viele Frauen wie Männer. Sie kommen aus 14 Ländern und sprechen 23 Sprachen. Partner der MA 17 sind sämtliche Behörden des Magistrats Wien als auch Vereine und NGOs der Integrationspolitik.
- 20 Mitarbeiter/innen der MA 17 haben ihre Büros in acht Stadtteilen, um als unmittelbare Ansprechpartner vor Ort Projekte entwickeln und umsetzen zu können.
In der Zentrale arbeiten 13 Mitarbeiter/innen stärker themenorientiert in vier Kernbereichen. Die Mitarbeiter/innen sind hierbei nicht nur für die Projektentwicklung und - arbeit zuständig, sondern stehen auch als Ansprechpartner/innen für Abteilungen und Einrichtungen der Stadt zur Verfügung. Die Kernbereiche umfassen folgende Themenbereiche: Wohnen / Stadtteil / Konflikt Kinder / Jugend / Schule Niederlassung / Bildung / Beruf Gesellschaft / Soziales / Gesundheit
Die Arbeit der MA 17 besteht aus drei Schwerpunkten: Regionale Arbeit in den Bezirken (Kommunikation, Information, Modellprojekte, Vernetzung) Förderungen (Sprachkurse, allgemeine Integrationsprojekte und Maßnahmen) und Diversitätsmanagement als Unterstützung für den Wiener Magistrat.
Im Rahmen des Diversitätsmanagements leistet die MA 17 Informations- und Unterstützungsarbeit für die anderen Magistratsdienststellen. Sie initiiert Projekte und auch Partnerschaften mit anderen Organisationen. Eine große Bedeutung wird dabei auch der internationalen Vernetzung und dem Wissenstransfer beigemessen. Ein wichtiger Teil der Arbeit liegt auch in der Fortbildung der Mitarbeiter/innen des Magistrats in Grundlagen der Diversität und der Vermittlung interkultureller Kompetenzen. So werden bereits bei der Ausbildung von Lehrlingen der Stadt Wien Schulungen in diesem Themenbereich durchgeführt. Ein wichtiges Beispiel für die Umsetzung des Wiener Ansatzes ist das Projekt „Prozessbegleitung Diversitätsmanagement“, welches die MA 17 in Kooperation mit dem Europaforum Wien durchführt. In fünf Arbeitsgruppen wurde 2005 der Ist-Zustand analysiert und kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen für den Magistrat und die Unternehmen der Stadt Wien erarbeitet. An diesem Prozess waren neben 15 Magistratsabteilungen auch zahlreiche andere Einrichtungen und Unternehmen der Stadt beteiligt und aktiv eingebunden. Die Arbeitsgruppen entwickelten bereits konkrete Maßnahmen: Personal: Ein mehrsprachiger Folder für Eltern von Jugendlichen mit Migrationshintergrund wurde entwickelt, um die Stadt Wien als Ausbilderin für Lehrlinge bekannter zu machen. Wiener Kindergärten: Neben verbesserten interkulturellen Aus- und Fortbildungen werden gezielt Schüler/innen mit Migrationshintergrund zum Einstieg in diesen Beruf ermutigt. Magistratische Bezirksämter: Die Bezirksämter haben aufgrund ihres Leistungsspektrums von Gewerbeanmeldungen bis zu Parklizenzen eine besondere Kundennähe und versuchen sich in ihrer Arbeit auf die veränderte Klientel einzustellen. Statistik / Demografie und Grundlagenarbeit: Erarbeitung neuer Erhebungsmethoden, um die Diversität der Bevölkerung und deren Lebensbedingungen besser erfassen zu können. Kommunikation: Die Zeitung „Welt&Stadt“, die speziell auf die Bedürfnisse der zugewanderten Bevölkerung zugeschnitten ist, informiert in Deutsch, Englisch, Türkisch und Bosnisch/Kroatisch/ Serbisch über wichtige Themen. Ebenso kann man in den oben genannten Sprachen auf dem Internetportal » www.wien.at Informationen der Verwaltung abrufen.
Die erarbeiteten Maßnahmen wurden zunächst schrittweise in ausgewählten „Pilotdienststellen“ umgesetzt. Eine ähnliche Vorgehensweise bei der Erarbeitung von Diversitätsmaßnahmen wird sukzessive mit anderen Magistratsabteilungen erfolgen. Die MA 17 begleitet und unterstützt die Dienststellen dabei mit ihrem Know-how. Weitere Beispiele der konkreten Arbeit der MA 17 sind im Bereich Mehrsprachigkeit das » Glossar „Amtsdeutsch“ und das Wiener Wahlwörterbuch. Beide dienen dazu, Fachbegrifflichkeiten zu übersetzen und verständlich zu machen und somit den Zugang zu erleichtern. Als neueste Maßnahme im Bereich „Fortbildung“ bietet die Stadt Wien gemeinsam mit dem Interkulturellen Zentrum die Ausbildung zur „Interkulturellen ElternberaterIn“ an. Das Projekt richtet sich an Pädagog/innen, die in neun Seminartagen interkulturelle Kompetenzen erwerben sollen und das für diese Tätigkeit notwendige Fachwissen vermittelt bekommen.
Der MA 17 stand im Jahr 2005 ein Jahresbudget von ca. 2,9 Mio. und im Jahr bereits 3,87 Mio. Euro zur Verfügung. Für das Jahr 2007 wurden aufgrund der Erfolge, aber auch der Notwendigkeiten rund 7,7 Mio. Euro budgetiert.
- Der Ansatz des Diversitätsmanagements und die Arbeit der MA 17 finden immer mehr ihre Umsetzung innerhalb der Dienstleistungen und der allgemeinen Arbeit der Stadt. Dies zeigt sich nicht nur in zahlreichen Projekten, sondern auch in der Änderung der Regelangebote oder auch der Personalpolitik der Stadt. So gehört es inzwischen zur allgemeinen Ausbildung der Lehrlinge der Stadt, auch in interkultureller Kompetenz ausgebildet zu werden.
Dr. Martina Schmied
Telefon: 0043 1 40 00 81 510
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Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune
Stand: Januar 2007 |
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Dr. Martina Schmied Integrations- und Diversitätsangelegenheiten
Stadt Wien
Friedrich-Schmidt-Platz 3
1080 Wien
Telefon: 0043 - 1 40 00 81 510
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