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Bundesland, Landkreis |
Nordrhein-Westfalen, Märkischer Kreis |
Bevölkerung (31.12.2009) |
19.005 |
Entwicklung 2002-2009 (in %) |
-9,4 |
Entwicklung 2009-2030 (in %) |
-20,9 |
Ausländeranteil (in %) |
20,2 |
Räumliche Einordnung |
Agglomerationsräume - Hochverdichtete Kreise |
- Werdohl hat mit über 20 Prozent den höchsten Anteil an Ausländern in Nordrhein-Westfalen. Der geschätzte Anteil von Einwohnern mit Migrationshintergrund liegt bei ca. 30 Prozent.
- Der Niedergang der Stahlindustrie führte hier zu einer besonders starken räumlichen und schichtspezifischen Segregation. 35 Prozent der Arbeitslosen sind Zuwanderer, die meisten türkischer Herkunft. Besonders bei dieser Zuwanderergruppe konnte auch eine fehlende Integrationsbereitschaft festgestellt werden.
- In den letzten zehn Jahren wuchs der Anteil der Ausländer in der Stadt um 13,2 Prozent, bedingt durch den Zuzug von Ehepartnern insbesondere bei der türkischen Bevölkerung.
- Obwohl es keine offenen Probleme im Zusammenleben gab, stieg die Verunsicherung vieler Bürger gegenüber der nichtdeutschen Bevölkerung.
- Ziel der Werdohler Politik ist es, Integrationspolitik nicht für Zuwanderer, sondern mit Ihnen zu gestalten.
- Das wachsende Konfliktpotential veranlasste die Stadt, das Institut für interkulturelle Management- und Politikberatung (imap) mit der Entwicklung und Begleitung eines Integrationskonzeptes zu beauftragen.
- Im Mittelpunkt steht hierbei die Erkenntnis, dass Integrationsarbeit durch Marketingstrategien der Bevölkerung vermittelt werden muss.
- 2003: Eröffnung des Werdohler Integrationsprojekts WIP mit der ersten Sitzung der Steuerungsgruppe, bestehend aus Vertretern der polischen Parteien, der Verwaltung und des imap.
- Ab 2004: Beginn der Teilprojekte, die sich aus Querschnittsaufgaben ergeben und auf Stadtteilebene diskutiert, entwickelt und durchgeführt werden.
- 2010: Erstmalige Erstellung eines Integrationsmonitorings zur Unterstützung der strategischen Steuerung des Integrationsprozesses
- Stadt Werdohl, Fachbereich Soziales, Wohnen und Jugend
- Institut für interkulturelle Management- und Politikberatung (imap)
- Moscheegemeinden
- Zuwandererorganisationen
- Multiplikatoren-Teams
- Integrationsagenturen
- Bei der Entwicklung des Werdohler Integrationsprojektes (WIP) stand neben der Entwicklung eines Handlungskonzeptes unter Beteiligung internationaler Akteure die Vermittlung der Integrationsarbeit durch Marketingstrategien an die Bevölkerung im Vordergrund.
- Durch gezielte Ansprache und Werbemaßnahmen konnten zunächst Vertreter aller Moscheegemeinden und weitere Zuwanderorganisationen zur Mitarbeit bei der Erstellung des Integrationskonzepts gewonnen werden.
- Ein Logo wirbt auf Plakaten und Handzetteln dafür, sich am Prozess der Gestaltung und Umsetzung von Projekten zu beteiligen. Diese werden in Stadtteilrunden gemeinsam entwickelt. Die Zusammenarbeit der Stadtteilrunden werden durch das Projektbüro der Kommune koordiniert.
- Durch den Einsatz von Multiplikatorenteams konnten zahlreiche Bürger zur Teilnahme an diesen Stadtteilforen gewonnen werden. So konnten z. B. türkische Frauen durch eine direkte Ansprache in den Frauengruppen der Moscheen oder in den Kindergärten zu einer Teilnahme bewegt werden. Auch wurde im Rahmen des Freitagsgebets in den Moscheen für die Teilnahme am Integrationsprojekt geworben.
- In Kürze wird über die Homepage der Stadt aktuelles aus der Integrationsarbeit einzusehen sein. Sämtliche Konzepte und Informationsbroschüren können dann abgerufen werden.
- Ein Teil der Marketingstrategie war eine Bürgerbefragung, die das imap unter anderem zur Selbst- und Fremdwahrnehmung von deutsch- und türkischstämmigen Bürgern durchführte. Teil der Ergebnisse der Befragung war die Feststellung, dass beide Bevölkerungsgruppen die kulturellen Unterschiede für überbrückbar halten. Die Ergebnisse der Befragung werden ebenfalls auf der Website der Stadt veröffentlicht.
- Die Marketingmaßnahmen werden durch Multiplikatoren-Teams aus jeweils einer Person deutscher und einer Person ausländischer Herkunft unterstützt. Bei diesen so genannten „Stadtteilprojektleiter/innen“ handelt es sich um angesehene Bürger, die in der Stadt gut vernetzt sind und sich vor Ort gut auskennen.
- Die Stadt hatte zunächst Mittel aus dem Bundesprogramm „Soziale Stadt“ beantragt, konnte sich jedoch nicht qualifizieren. Daraufhin wurde die Umsetzung des Integrationsprojektes aus städtischen Mitteln und Sponsoring durch Unternehmen finanziert. Viele Einzelprojekte zu den Querschnittsaufgaben wurden zudem seit 2008 über das Komm – In Programm des Landes NRW gefördert, sowie auch aus Fördermitteln des Programms „Stadtumbau West“.
- Durch die professionelle Öffentlichkeitsarbeit schafft es die Stadt, die Erfolge der Integrationspolitik regelmäßig in Presse, Rundfunk, Lokalfernsehen und sogar auf den Lokalseiten der türkischen Zeitung Hürriyet zu platzieren. Das Gesamtprojekt wurde in zahlreichen Städten, auch außerhalb von NRW, auf Anfrage vorgestellt.
- Durch den Einsatz der Stadtteilprojektleiter/innen als Multiplikatoren konnten zahlreiche Bürger, und gerade Zuwanderer, für die Mitarbeit am Integrationsprojekt gewonnen werden.
Uwe Wiederspahn Fachbereich Soziales, Wohnen und Jugend
Telefon: 02392 - 91 72 94
Mail
Bülent Arslan imap
Tel: 0211 - 51 36 97 330
Mail
Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune
Stand: November 2010 |
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Uwe Wiederspahn Fachbereich Soziales, Wohnen und Jugend
Stadt Werdohl
Goethestr. 51
58791 Werdohl
Telefon: 02392 - 91 72 94
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