Bertelsmann Stiftung

Ulm: Jung + Alt = Zukunft zusammen e. V. JAZz

Demographie-Profil:

Bundesland

Baden-Württemberg

Bevölkerung (31.12.2009)

122.087

Entwicklung 2002-2009 (in %)

2,8

Entwicklung 2009-2030 (in %)

4,0

Räumliche Einordnung

Verstädterte Räume - Kernstädte

Demographieprofil

Prosperierende Wirtschaftszentren

Ausgangslage:

  • Das Job-Liner Modellprojekt „Alt hilft Jung“ startete im September 1998. Dieses Modellprojekt hatte sich in einem Ulmer Stadtteil mit hohem Umsiedleranteil aus Mitgliedern der örtlichen Projektgruppe (Lehrern, Sozialarbeiter, Eltern), Teilnehmern der Herbstakademie „Alt hilft Jung“ und Teilnehmern der AG 21 „Jugend von heute...“ gebildet.
  • Die Arbeitsgruppe hatte das Ziel, die Schüler der 9. Klassen der Eduard-Mörike-Hauptschule (EMU) in Ulm-Böfingen auf den Berufseinstieg vorzubereiten und sie beim Verfassen von Bewerbungen zu unterstützen. Die Jugendlichen wurden zusätzlich trainiert, wie man sich bei Testverfahren verhält und wie Vorstellungsgespräche geführt werden. Mit Hilfe des Arbeitsamtes Ulm konnte ein Überblick auf aktuelle Entwicklungen in der Berufslandschaft gewonnen werden.
  • Das Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm hat in Kooperation mit Ulmer Schulen dieses Projekt initiiert und von September 1998 bis November 2001 begleitet.
  • Der Verein JAZz e.V. führt seit seiner Gründung am 13.11.2001 die Arbeit der vom (ZAWiW) ins Leben gerufenen Projektgruppe "Alt hilft Jung" weiter.

Ziele:

  • Im Verein JAZz engagieren sich ehrenamtlich Senioren, um Hauptschülern beim Übergang von der Schule in das Berufsleben zu unterstützen. Der Verein blickt seit seiner Gründung im November 2001 auf eine erfolgreiche Arbeit zurück. Er verfolgt die Ziele:
    • Hilfe bei der Berufsorientierung und beim Bewerbungsvorgang
    • Verbesserung des Leistungsstandards (Hauptschüler der Abschlussklassen) und der sozialen Kompetenz
    • Förderung selbstverantwortlichen Handelns
    • Stärkung der Eigeninitiative

Umsetzung:

  • Zur Erreichung der Ziele wurde ein Bausteinprogramm von aufeinander aufbauenden mehrstündigen bzw. ganztägigen Seminarelementen entwickelt mit den Schwerpunkten:
    • Kennenlernen
    • Orientierung im Berufedschungel
    • JAZz im Unterricht
    • Bewerbungstraining
    • Bewerbungen schreiben
    • Vorbereitung auf den Berufseinstieg
  • Darüber hinaus wurden außerhalb Ulms mit Übernachtung für jeweils ca. 20 Jugendliche mehrtägige Trainings „soziale Kompetenz“ durchgeführt, die zentral die Auseinandersetzung mit eigenen Stärken sowie die Förderung selbstverantwortlichen Handelns und der Eigeninitiative zum Ziel haben.
  • Aktuell kooperiert JAZz mit dem Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung der Uni Ulm (ZAWiW) in Modellprojekten zur Hilfe bei der Berufsorientierung für Schüler aus Haupt- und Förderschulen.
  • Der modulare Aufbau des Programms erlaubt es, einzelne Elemente kundenspezifisch zu modifizieren und anzubieten. Seminare wie „Form your style“ und „Soziales Lernen“ werden für das Regionale Ausbildungszentrum Ulm (RAZ) und die Realschule Weißenhorn durchgeführt.
  • Spezielle Bewerbertrainings werden in einem Arbeitslosenprojekt der AWO und für die Auszubildenden des RAZ angeboten.
  • Aktiv sind ca. 25 Seniorinnen und Senioren ehrenamtlich tätig. Zielgruppe sind Schüler der Klassenstufen 8 und 9. Voraussetzung für die Arbeit ist eine enge Kooperation mit den Schulen und den verantwortlichen Lehrkräften. Aktuell besteht in Ulm eine Kooperation mit fünf Hauptschulen (Albrecht Berblinger Schule, Eduard-Mörike Schule, Spitalhofschule, Meinloh-Schule und Sägefeld Schule). Kooperationspartner ist außerdem das RAZ (Regionales Ausbildungszentrum der Stiftung Liebenau). Seit Ende 2003 ist der Verein auch in Neu-Ulm aktiv. Kooperationspartner sind dort die Peter Schöllhorn und die Emil Schmid Hauptschule.
  • Als Kooperationspartner und Förderer ist das Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm eingebunden. In einer fast vierjährigen Pilotphase wurde dort das Vorläufer-Projekt „Alt hilft Jung“ entwickelt und in den ersten Schulen eingeführt. Die Kooperation mit der Universität unterstützt die Qualitätssicherung der Vereinsarbeit. Für die Projektentwicklung und wissenschaftliche Begleitung steht eine freiberufliche Diplom-Soziologin zur Verfügung.
  • Die Zielerreichung wird in allen Seminaren und Trainings durch ein didaktisch-pädagogisches Grundkonzept unterstützt, das die Eigeninitiative und aktive Mitarbeit der Jugendlichen fordert und folgende Elemente enthält:
    • Regeln einhalten: Gemeinsam werden zu Beginn der Seminare Arbeits- und Gesprächsregeln erarbeitet. Diese Regeln sind für Jugendliche und Erwachsene bindend.
    • Intensive Gesprächsmöglichkeiten: Alle Seminare beinhalten Elemente, die intensive Gespräche zwischen Jugendlichen und Erwachsenen fördern, wodurch ein Rahmen für intensive Einzelgespräche gegeben ist.
    • Methodenvielfalt: Um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen durchgängig zu binden, wird mit abwechslungsreichen Arbeitsmethoden gearbeitet. Von allen Beteiligten werden ein intensiver Arbeitseinsatz und eine aktive Beteiligung gefordert. Alle Bausteine enthalten Möglichkeiten für Präsentationen.
    • Erfolgserlebnisse schaffen: Alle Arbeitseinheiten sind so aufgebaut, dass die Jugendlichen durch Mitarbeit und Einsatz Erfolgserlebnisse erzielen können. Erfolge werden belohnt, z.B. durch Aufmerksamkeit und Beifall.
  • Über regelmäßige Evaluation (nach den Seminaren oder nach Abschluss eines Schuljahres - beteiligt sind Schüler, Lehrkräfte und Senioren) erfolgte ein Erfolgskontrolle und die Erarbeitung von Verbesserungsansätzen.
  • Die erfolgreiche Arbeit ist im Wesentlichen dem hohen Engagement der beteiligten Senioren zuzuschreiben. Wichtige Elemente des erfolgreiche verlaufenden Programms sind darüber hinaus:
  • ein gut ausgearbeitetes Arbeitskonzept mit Anleitungen zur Seminararbeit.
    • die Einführung „Neuer“ durch intensive Betreuung und die Einarbeitung im Rahmen von Hospitationen.
    • die regelmäßige Schulung und Weiterbildung der Beteiligten.
    • gruppenfördernde Aktivitäten (z.B. regelmäßige Arbeitskreissitzungen, gemeinsame Fortbildungen, Ausflüge etc.).

Die wichtigsten Umsetzungsschritte im Prozess waren:

  • Der Verein ist im Gemeinderat von Ulm und Neu-Ulm, im Schulbeirat und im Seniorenrat der Stadt Ulm bekannt.
  • Er wurde 2003 in der Schwörrede des Oberbürgermeisters von Ulm Ivo Gönner namentlich erwähnt.
  • Er erhielt im März 2004 eine Auszeichnung als herausragende „Kommunale Bürgeraktion 2003“ in Baden Württemberg durch den Ministerpräsidenten.
  • Er war Mitglied in der Initiative „Teamarbeit für Deutschland“, einem Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit.
  • Er war an der Startveranstaltung der Bürgerkarawane in Baden Württemberg zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements 2002 beteiligt.
  • Er unterstützte das Projekt „Startklar“ des Integrationsamtes der Stadt Stuttgart.
  • Er informiert, berät und unterstützt regionale Initiativen beim Aufbau und der Umsetzung vergleichbarer „Alt hilft Jung“ Projekte. Biberach begann 2006, in Ehingen, Plochingen und Wiblingen wurden die Schulungen 2007 durchgeführt. Partner und Förderer dieses Projektes sind das Kultusministerium Baden-Württemberg und die Jugendstiftung Baden - Württemberg.
  • Er war Aussteller auf den Bildungsmessen der Stadt Ulm und der IHK sowie an den Kinder- und Jugendhilfetagen 2003 in Ulm und Teilnehmer am „Familientisch“ in Neu-Ulm.
  • Er ist Mitherausgeber des Buches und der Materialsammlung „Von der Schule in den Beruf“.
  • Er ist als Partner eingebunden in das Generationenforum der Stadt Ulm.
  • Er war Teilnehmer und Aussteller auf dem Ganztagesschulkongress 2006 und 2007 (DJKS) in Berlin.

Erfolge:

  • Der Verein JAZz hat die Arbeit des Modellprojektes „Alt hilft Jung“ des ZAWiW erfolgreich weitergeführt und weiter entwickelt. JAZz ist zu einer etablierten Einrichtung im Ulmer und Neu Ulmer Raum geworden.
    • Pro Schuljahr werden jetzt ca. 50 Seminare/Trainings/individuelle Beratungen und Betreuungen durchgeführt.
    • Die beteiligten SeniorInnen leisten pro Schuljahr ca. 2000 Arbeitsstunden ehrenamtlich. Vorbereitung, Organisation und Verwaltung sind hierbei nicht eingerechnet.
    • In sieben Schulen nehmen zur Zeit 26 Klassen unser Angebot an. Weitere Schulen in Ulm und Neu-Ulm stehen bereits auf der Warteliste.

Kontakt:

Helmut Herzog

Telefon: 07346 - 37 39

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Weitere Informationen

» Jung + Alt= Zukunft zusammen

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

Stand: September 2010

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