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Profil |
Forschungsprojekt zur Integrationspolitik in Klein- und Mittelstädten in den USA |
Teilnehmende Städte |
Lowell, Massachusetts |
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Nashville, Tennessee |
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Portland, Oregon |
In den 1990er Jahren erfuhren die Vereinigten Staaten von Amerika eine bisher an Anzahl, Ursprungsländern und kultureller Diversität nicht bekannte Zuwanderung von Migranten. Der Einfluss dieser Zuwanderung auf das soziale, wirtschaftliche und politische institutionelle Gefüge ist bedeutend. Besonders auf der kommunalen Ebene finden dadurch zahlreiche soziale und wirtschaftliche Veränderungen in der amerikanischen Gesellschaft statt. Heutzutage sind ca. 11,5 % der amerikanischen Bevölkerung im Ausland geboren, und die meisten Migranten siedeln in den klassischen Großstädten mit etablierten Einwanderer-Communities wie New York, Chicago oder Miami. Doch seit den 1980er Jahren werden immer mehr Klein- und Mittelstädte in den USA das Ziel der neuen Einwanderer und erleben umfassende Veränderungen ihrer etablierten gesellschaftlichen Struktur. - Die drei Städte Portland (OR), Nashville (TN) und Lowell (MA) stehen exemplarisch für diesen Trend und sind Kern der Integrationsinitiative „Building the New American Community“.
Die BNAC-Initiative hat zum Ziel, die erfolgreiche Integration von Migranten auf der kommunalen Ebene zu fördern. Aufgrund einer fehlenden nationalen Integrationsstrategie in den USA ist die Initiative auch ein Experiment, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft zur Förderung von Integration zu eruieren.
Vier Hauptprinzipien bzw. -Ideen liegen dem Integrationskonzept der BNAC- Initiative zugrunde: Migranten sollten bedeutender in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Integration ist ein zweiseitiger Prozess, der sowohl Migranten als auch Aufnahmegesellschaft fordert, von dem beide aber auch profitieren. Es sind vor allem Koalitionen bzw. Zusammenschlüsse auf kommunaler und Stadtteilebene, die eine erfolgreiche und bedeutende Zusammenarbeit aller Akteure zur Lösung bestehender Herausforderungen befördern. Dies betrifft vor allem Public-Public- Partnerships zwischen staatlichen Ebenen, NGOs und privaten Institutionen. Es sollten vor allem Integrationsmaßnahmen, Zusammenschlüsse und Trainingsprogramme gefördert werden, die einen wirklichen System- und Einstellungswandel zur Folge haben.
Im Rahmen der BNAC-Initiative sollten diese Ideen exemplarisch in den drei Städten Portland, Nashville und Lowell umgesetzt werden. Unterstützung erhielten die Städte durch die am Projekt beteiligten Institutionen (siehe Akteure), gefördert wurde das Projekt durch das U.S. Office of Refugee Settlement. Die dreijährige Initiative (abgeschlossen 2005) konzentrierte sich dabei besonders auf die verbesserte Zusammenarbeit von Organisationen und Institutionen auf kommunaler Ebene.
In jeder der drei Städte wurden innerhalb der „Integrations-Koalitionen“ ganz eigene Projekt- und Arbeitsschwerpunkte entwickelt: In Lowell lag der Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit im Bereich Aktivierung politischen Engagements, eingebürgerte Migranten wurden ermuntert sich passiv und aktiv an kommunalen, Landes- und Bundeswahlen zu beteiligen bzw. Wählervereinigungen zu organisieren. Dies mündete unter anderem in der Kampagne „Lowell’s Campaign for Voter Vitality“, an der sich über 40 verschiedene Organisationen beteiligten. Daneben lag ein Schwerpunkt auf der Jugend- und Erwachsenenbildung, dabei besonders auf Sprachförderung und der Einbeziehung der Eltern in das Schulsystem. Da einer der Hauptakteure der Integrations-Koalition in Nashville die dortige Industrie- und Handelskammer war, lag der dortige Schwerpunkt auf der Förderung von Arbeits- und Existenzgründungsmaßnahmen. Konkret wurde hierbei z.B. eine Kampagne zur besseren Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse durchgeführt. Daneben wurden zahlreiche Initiativen mit einem stadtteilorientierten Ansatz gefördert, die eine Stärkung der Familien- und Stadtteilstrukturen zum Ziel hatten. Portland konzentrierte sich auf die Förderung der Strukturen innerhalb der afrikanischen und slawisch-ukrainischen Community und legte dabei inhaltliche Schwerpunkte auf Jugendförderung, Nachbarschaftsentwicklung und interkulturelle Kompetenzentwicklung. So wurden durch ein Kleinförderprogramm Aktivitäten zwischen Migranten und Aufnahmegesellschaft gefördert wie z.B. gemeinschaftliche Gartenanlagen oder die gemeinsame Planung lokaler Wirtschaftspolitik.
Aus dem Projekt konnten verschiedene Schlussfolgerungen bzw. Empfehlungen für die Politik gewonnen werden. Dabei wurden auch drei Hauptaktionsbereiche für eine erfolgreiche Integrationspolitik identifiziert: Sprachtraining und -förderung Berufs- und Ausbildungsförderung, besonders auch unter dem Aspekt der Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse Jugendpolitik, mit einem Schwerpunkt auf einer Verbesserung im Bildungsbereich.
Besondere Erfolge erreichte das Projekt im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements. Neu angekommene Einwanderer lernten durch die verschiedenen Projekte nicht nur das soziale und gesellschaftliche System der sie aufnehmenden Gesellschaft kennen, sondern auch wie sie in den Projekten auf gleicher Ebene mit staatlichen Stellen zusammenarbeiten können. Ebenso entwickelten die staatlichen Stellen ein besseres Gefühl und Verständnis für die besondere Situation von Zuwanderer-Communities, was es heißt, sich als Neuankömmling in der amerikanischen Gesellschaft einzugliedern und wie von Seiten des Staates dieser Prozess gefördert werden kann bzw. zum Teil erschwert wird.
Colleen Coffey
Telefon: 001 202 266 1940
Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune
Stand: Januar 2007 |
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Colleen Coffey Director of Communications
Migration Policy Institute
1400 16th St NW, STe 300
Washington, DC 20036
phone: 001- 202 266 1940
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