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Bundesland, Landkreis |
Sachsen-Anhalt, Salzlandkreis |
Bevölkerung (31.12.2009) |
29.277 |
Entwicklung 2002-2009 (in %) |
-12,4 |
Entwicklung 2009-2030 (in %) |
-28,1 |
Räumliche Einordnung |
k.A.* |
Demographietyp |
k.A.* |
- Die Geschichte der Stadt Staßfurt ist eng mit der Salzgewinnung verbunden. Der seit dem 12. Jahrhundert urkundliche verbürgte Salinebetrieb ist 1852 durch den Salzbergbau abgelöst worden. Die Salzstadt Staßfurt wurde damit weltweit zur Wiege des Kalibergbaus.
- Der Salzabbau erfolgte unterhalb des Stadtgebietes. Noch während der Kaliförderung kam es ab dem Ende des 19. Jahrhunderts zu einem wilden Ersaufen von Grubenbauen sowie zu Senkungen und Einbrüchen der Erdoberfläche. Das so entstandene Bergschadensgebiet hat eine Ausdehnung von ca. 200 ha und durchzieht die Innenstadt diagonal. Ein Zentrum der Senkungen, die inzwischen über 7 m betragen, liegt im Kernbereich der historischen Altstadt.
- In Folge der Senkungen sind umfangreiche Schäden an der Bausubstanz aufgetreten. Daher mussten in den vergangenen Jahrzehnten mehrere hundert Gebäude abgebrochen werden, darunter die Stadtkirche und das Rathaus. Im Ergebnis dieser Entwicklung ist die Altstadt lange Zeit durch eine leere geräumte Schneise gekennzeichnet gewesen. Die städtebauliche Entwicklung der Stadtmitte war für viele Jahre praktisch zum Erliegen gekommen. Ab 1990 wurden enorme Anstrengungen zur Revitalisierung des Stadtkerns unternommen. Durch ein Netzwerk aus Bergbauspezialisten, Behörden, der Stadt und der Landesentwicklungsgesellschaft SALEG sind im Laufe der 1990er Jahre realistische Strategien und Konzepte für die Stadtentwicklung unter Bergbaufolgen erarbeitet worden. Letztlich konnte definiert werden, welche Baugebiete fortentwickelt werden können und für welche Bereiche eine bauliche Nutzung nicht in Betracht kommt.
- Diese komplizierten Entwicklungsmaßnahmen waren Anlass für die Bewerbung der Stadt Staßfurt zur Teilnahme an der Internationalen Bauausstellung 2010 (IBA 2010). Im Rahmen des Staßfurter IBA-Themas „Aufheben der Mitte“ hat der Entwicklungsprozess ein hohes Maß an Intensivierung und Qualifizierung erfahren. Inhaltlicher Hintergrund des IBA-Themas ist die Stadtentwicklung unter den Bergbaufolgen.
- Das IBA-Thema „Aufheben der Mitte“ basiert auf der ganz besonderen Konstellation von Rahmenbedingungen, die für die städtebauliche Entwicklung der Stadt Staßfurt prägend sind:
- Die Innenstadt besteht aus 3 ursprünglich selbständigen Siedlungen, die jeweils Teilfunktionen des Stadtzentrums wahrnehmen, aber durch Bahnanlagen und die Bode voneinander getrennt sind.
- Der vor über 150 Jahren in Staßfurt begonnene Kalibergbau hat zur Herausbildung eines 200 ha großen Bergschadensgebiets in der Stadt geführt, das durch erhebliche Senkungen zu großflächigen Verlusten von Bausubstanz im Kernbereich der Altstadt geführt hat.
- Diese stadtstrukturellen Besonderheiten werden durch tief greifende wirtschaftliche und demografische Veränderungen zusätzlich verstärkt.
- Vor diesem Hintergrund ist das Staßfurter IBA-Thema „Aufheben der Mitte“ insbesondere auf die Entwicklung der Innenstadt unter den spezifischen Bedingungen des Bergschadensgebietes und der stadtstrukturellen Barrieren aufgerichtet. Die Auseinandersetzung der IBA-Sachsen-Anhalt 2010 mit schrumpfenden Städten als übergeordnete Thematik erhält somit in Staßfurt eine ganz eigene Ausprägung. Verursacht durch die Bergbaufolgen muss sich die Stadt seit Jahrzehnten mit den Phänomenen der Schrumpfung, des Leerstandes und der Mindernutzung von Flächen und Gebäuden auseinandersetzen.
- Stadtentwicklung und Salzgewinnung stehen in Staßfurt von Beginn an in einem untrennbaren Zusammenhang.
- Zwei der drei ehem. Siedlungen sind in den letzten Jahren durch die IBA und
- Maßnahmen der Stadtsanierung, des Stadtumbaus und EU-Förderer erfolgreich umgestaltet worden. Zukünftig soll weiterhin daran gearbeitet werden die 3 ehem. Siedlungskerne als eine Innenstadt zu vereinen.
- Nach der Aufnahme der Stadt Staßfurt in die Internationale Bauausstellung wurde in einen interdisziplinären Planungsverfahren die Schwerpunkte für die Gestaltung/ Umgestaltung der Stadtmitte festgelegt.
- Im Ergebnis eines interdisziplinären Planungsverfahrens an dem die Bevölkerung, Architekten sowie Stadt- und Landschaftsplaner beteiligt waren, hat die Jury den Beitrag des Büros Häfner & Jimenez aus Berlin als Grundlage für die weitere Entwicklung des Kernbereichs der Altstadt empfohlen. Darauf aufbauend ist ein Gesamtkonzept für die Gestaltung und Nutzung des Bergschadensbereichs entwickelt worden, das Anfang 2005 durch den Stadtrat als Arbeitsgrundlage für die schrittweise Umsetzung beschlossen wurde.
- Der im Jahr 2005 fertig gestellte Stadtsee dokumentiert den natürlichen Grundwasserstand und bildet das Zentrum für die umgebenden Freiräume. Die Umgestaltung der Uferbereiche konnte 2006 abgeschlossen werden. Im Zeitraum 2007 bis Mai 2008 konnten weitere Bauabschnitte wie die „Kirschbaumwiese“ westlich und der Standort der ehemaligen Stadtkirche, der „Heilige Rasen“ südlich des Sees einschließlich angrenzender Straßen- und Platzflächen fertig gestellt werden.
- Seit dem Sommer 2008 konzentrierten sich die Arbeiten im Süden und Südwesten des Stadtsees. Die Straßenzüge Rathausstraße und Brandhof sowie der Große Markt und der Holzmarkt sind in der Zeit umgestaltet. Im 2. Halbjahr 2009 verlagerten sich die Aktivitäten in den nördlichen Teil der Altstadt. Dort soll die Gestaltung des „Kaligartens“, in dem sich die ersten beiden Kalischächte der Welt befinden, ergänzt und abgerundet werden. Das unmittelbare Umfeld der Kalischächte ist 2006 aufgewertet worden.
- Ferner ist eine Fußgängerbrücke über den Stadtsee entstanden. Die Brücke soll den ehemaligen Verlauf der Kottenstraße darstellen, die praktisch im See versunken ist.
- Die Staßfurter Bevölkerung konnte ihr Ideen für die Gestaltung der Stadtmitte in weiteren durchführten Architektursalons einbringen.
- Die durch die Bergbaufolgen stark beeinträchtigte Stadtmitte ist durch die Internationale Bauausstellung städtebaulich aufgehoben worden. Mitten in der Stadt befindet sich eine grüne Oase, die zum Verweilen und Erholen einlädt. – Im Gegensatz zu der vorher dagewesenen Betonwüste. Hier finden nun verschiedene Veranstaltungen wie z. B. „Staßfurt in Flammen“, „Rock am See“ und das „Salzlandfest“ statt.
Michaela Dorow
Telefon: 03925 - 98 13 45
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Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
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Stand: November 2010
* Aufgrund von Gebietsstandsänderungen keine Angaben möglich. |
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Michaela Dorow Fachdienst Stadtsanierung und Bauen
Stadt Staßfurt
Hohenerxlebener Str. 12
39418 Staßfurt
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