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Bundesland |
Baden-Württemberg |
Bevölkerung (31.12.2009) |
601.646 |
Entwicklung 2002-2009 (in %) |
2,2 |
Entwicklung 2009-2030 (in %) |
2,8 |
Ausländeranteil (in %) |
22,7 |
Räumliche Einordnung |
Agglomerationsräume - Kernstädte |
- Die Landeshauptstadt Stuttgart versteht sich als eine internationale Stadt. Rund ein Drittel der Bevölkerung wurde im Ausland geboren, über 40 Prozent der Kinder im Vorschulalter stammen aus Einwandererfamilien. In der Stadt leben Menschen aus mehr als 170 Nationen und sprechen über 120 Sprachen. Laut Mikrozensus 2005 haben in Stuttgart 40 Prozent aller Einwohner/innen einen Migrationshintergrund. Stuttgart hat damit den größten Migrantenanteil unter den 16 deutschen Großstädten (auch bei rückläufigem Ausländeranteil).
- Der demographische Wandel würde ohne Zuwanderung zu einer Überalterung der Stadtgesellschaft: Derzeit gibt es in 82 Prozent der Stuttgarter Haushalte keine Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren – ohne Zuwanderer gäbe es nur noch in 10 Prozent der Haushalte in Stuttgart Kinder und Jugendliche.
- Die Stadt ist Zentrum eines starken Wirtschaftsraums und profitiert von den Auswirkungen der Globalisierung. Zahlreiche internationale Unternehmen, deren Mitarbeiterschaft auf allen Ebenen internationaler wird, haben ihren Sitz in der Region.
- Die Stadt hat die Herausforderungen, aber auch Chancen der Globalisierung und des fortschreitenden demographischen Wandels erkannt: Beim Thema Integrationspolitik geht es in Stuttgart um Internationalität als Standortfaktor und um Qualifizierungspotenziale in Zeiten des demographischen Wandels.
- Ziel der Stuttgarter Integrationspolitik und von Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster ist es, vor dem Hintergrund des demographischen Wandels Zuwanderer und ihre Nachkommen für den internationalen Wirtschaftsstandort zu qualifizieren. Dabei wird Integrationspolitik auch als Standortfaktor der Stadt im globalen Wettbewerb um internationale Unternehmen und die besten Köpfe verstanden.
- Der Oberbürgermeister erklärt Integrationspolitik zur Chefsache und Schwerpunkt seiner Arbeit. Durch seinen persönlichen Einsatz in Gremien und Öffentlichkeit verleiht er diesem Engagement Ausdruck.
- Daneben wird das Thema auch in der Verwaltung in Form der Stabstelle für Integrationspolitik direkt dem Oberbürgermeister zugeordnet.
- Auf diese Weise soll Integrationspolitik als Zukunftspolitik für die Stadt in einer globalisierten Welt nachhaltig und für alle Stuttgarter verbindlich etabliert werden.
- 2001: Verabschiedung des „Stuttgarter Bündnisses für Integrationspolitik“ durch den Gemeinderat der Stadt. Das Konzept soll nicht nur Leitbild, sondern auch Maßnahmenpapier und politischer Auftrag sein.
- 2004: Verleihung des „Cities for Peace“ Preises der UNESCO in Anerkennung der Integrationspolitik der Stadt.
- 2006: Gründung des Europäischen Städtenetzwerks „Cities for Local Integration Policy of Migrants“ (CLIP).
- Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster
- Stabstelle für Integrationspolitik
- Internationaler Ausschuss
- Gemeinderat
- Verwaltung allgemein
- Bürgerschaft
- Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster hat Integrationspolitik zur Chefsache und zu einem dezidierten Schwerpunkt seiner Arbeit erklärt. Er wirkt dabei nach innen und außen: So hält er den Vorsitz in mehreren integrationspolitischen Gremien und wirbt bürgernah für ein integrationsfreundliches Klima.
- Markenzeichen dieser Politik ist inzwischen das „Stuttgarter Bündnis für Integrationspolitik“. Dieses Strategiekonzept definiert Ziele und Schwerpunkte der Integrationspolitik und ist politischer Auftrag an die ganze Stadt, sich für eine sozial gerechte internationale Bürgerschaft zu engagieren.
- Für OB Dr. Wolfgang Schuster ist eine engagierte, offene Bürgerschaft auch der Schlüssel zur Integration. Daher pflegt er eine Anerkennungskultur, die ehrenamtliches Engagement öffentlich würdigt und stark fördert, und sucht die Begegnung mit Migrantenvereinen und Organisationen vor Ort und im Rathaus.
- Der Oberbürgermeister leitet auch den Internationalen Ausschuss. Dieser versteht sich mehr als Fachausschuss für Integrationspolitik denn als eine Vertretung der ausländischen Nationalitäten und dient dem Gemeinderat als beratendes Gremium. Seine Mitglieder bestehen aus 13 Stadträten und 12 fachkundigen Bürgern, letztere und ihre Vertreter werden auf Vorschlag des Oberbürgermeisters durch den Gemeinderat berufen. Die Mitglieder des Ausschusses werden entsprechend folgender Politik- und Themengebieten ernannt:
- Sprachförderung, Bildung, Sport: 3 Sitze
- Stadtentwicklung, Zusammenleben, Sicherheit: 3 Sitze
- Soziales, Jugend, Gesundheit: 2 Sitze
- Berufliche Qualifikation, Arbeitsmarkt, Wirtschaft: 2 Sitze
- Kultur, interreligiöser Dialog: 2 Sitze
- Ein wesentliches Element der Strategie des OBs ist eine offensive Öffentlichkeitspolitik, die das Thema Integration als Lernprozess für Neubürger wie für Alteingesessene in der notwendigen Differenziertheit und Unaufgeregtheit darstellt. Dabei werden besonders die Erfolge der Migration und der für die Stadt entstandene Mehrwert aufgezeigt.
- Im Sinne einer integrationspolitischen Gesamtsteuerung und eines interkulturellen Qualitätsmanagements hat die Stabsabteilung für Integrationspolitik die zentrale Steuerungsfunktion. Die Verantwortung für die Umsetzung der Integrationspolitik bleibt jedoch bei den verschiedenen Ämtern und Fachstellen.
- Die Ansiedlung der Integrationsabteilung und des Integrationsbeauftragten als Stabstelle für Integrationspolitik beim Oberbürgermeister setzte einen positiven Akzent und führte zu einer klaren Aufwertung des Politikfelds.
- Die Stabstelle unterstützt beratend nicht nur die Verwaltung, sondern auch Partner des Bündnisses für Integration etwa bei der Entwicklung von Leitlinien und Handlungskonzepten, der Akquise von Drittmittel und leistet allgemeine fachliche Beratung und Begleitung.
- Des Weiteren dokumentiert sie die Ergebnisse des Internationalen Ausschuss und des Gemeinderats und berät beide Gremien.
- Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster unterstützt ehrenamtliches Engagement durch öffentliche Würdigung und starke Förderung. Daneben sucht er den direkten Kontakt zu den beteiligten Vereinen und Organisationen.
- Die Bürger werden durch zahlreiche innovative Kommunikationsmaßnahmen wie die Zeitschrift „Interkultur Stuttgart“ auf das internationale Leben der Stadt und die Möglichkeiten der Beteiligung aufmerksam gemacht.
- Daneben gibt es eine direkte Ansprache von Bürgern für projektbezogenes Engagement durch verschiedene Stellen der Stadt.
- An finanziellen Mitteln stehen jährlich ca. 2,6 Mio. Euro für gezielte Integrationshilfen zur Verfügung. Darin sind auch 140.000 Euro für die kommunale Sprachkursförderung enthalten.
- Hinzu kommen 600.000 Euro pro Jahr für Sprachfördermaßnahmen in den Kindertagesstätten (flächendeckender Umbau der Kitas von Betreuungs- zu Bildungseinrichtungen bis 2012 nach dem Modellprojekt „Einstein in der Kita“).
- Integrationspolitik ist inzwischen klarer Bestandteil der Stuttgarter Zukunftspolitik und besitzt sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Verwaltung ein positives Image.
- Im Stuttgarter Gemeinderat herrscht beim Thema Integrationspolitik Einigkeit und Konsens.
- Stuttgart setzt sich nicht nur lokal, sondern auch Bundes- und EU-weit für die Fortentwicklung kommunaler Integrationspolitik ein. So empfiehlt der Europarat das Stuttgarter Modell anderen Kommunen zur Nachahmung, die Stadt wurde sowohl von der UNESCO, als auch durch das Bundesministerium des Innern und die Bertelsmann Stiftung für seine Integrationspolitik ausgezeichnet. Die Stadt initiierte die Gründung eines europaweiten Städtenetzwerks (Cities for Local Integration Policy of Migrants CLIP) mit breiter Unterstützung europäischer Institutionen.
Gari Pavkovic
Telefon: 0711 - 21 67 896
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- » Landeshauptstadt Stuttgart
- Bertelsmann Stiftung, Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik. Gütersloh 2005. S. 24
- Dr. Wolfgang Schuster: Stuttgarter Bündnis für Integration – Perspektiven für unsere internationale Stadt.
Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune
Stand: September 2006 |
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Gari Pavkovic Leiter der Stabsabteilung für Integrationspolitik
Landeshauptsadt Stuttgart
Eberhardstr. 61
70173 Stuttgart
Tel: 0711 - 21 67 896
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