Bertelsmann Stiftung

Sehnde - Weisheit grüßt Wiege - Die Aktion Rucksack

Demographie-Profil:

Bundesland

Niedersachsen

Bevölkerung (31.12.2009)

22.862

Entwicklung 2002-2009 (in %)

6,1

Entwicklung 2009-2030 (in %)

5,2

Räumliche Einordnung

Agglomerationsräume - Hochverdichtete Kreise

Demographietyp

Prosperierende Städte und Gemeinden im ländlichen Raum

Ausgangslage:

  • Sehnde ist eine aufstrebende Kleinstadt in der Region Hannover. Viele Neubaugebiete prägen den Ort. In den Neubaugebieten Sehndes siedeln sich junge Familien an, vermehrt arbeiten sie auch in Hannover.
  • In Sehnde gibt es eine gut funktionierende Seniorenarbeit, die überwiegend durch Vereine, Verbände und Kirchen getragen wird.
  • Gerade die jüngeren Senioren und Seniorinnen besitzen durch ihre Erfahrung viel Potential, dass genutzt werden kann, um den jungen Familien eine Heimat zu bieten, so dass sie sich mit ihrem Ort identifizieren und sich mit ihren Erfahrungen in die Entwicklung der Stadt einbringen.
  • Die Aktion Rucksack sucht also nicht die Defizite, sondern möchte die Stärken aller bündeln.
  • Die Initialzündung für den Prozess liegt bei SEHNDE SIND WIR, das durch die Kooperation verschiedener Akteure eine intergenerative Sozialraumentwicklung im Kernort voranbringen möchte.
  • Hier entstand die Idee, alle Neugeborene zu begrüßen, aber nicht über „das Amt“, sondern durch lebenserfahrene Menschen, so dass ein Kontrollbesuch vermieden, wohl aber aus und über den Ort berichtet werden kann. Realisiert wurde die Aktion dann bei der Gründung des Bündnisses für Familie im Juni 2009 für den Kernort und die Ortsteile.

Ziel:

Die übergeordnete Zielsetzung ist eine intergenerative Sozialraumentwicklung.

Folgende weitere Ziele sollen erreicht werden:

  • intergenerative Vernetzung
  • Lebenserfahrene Menschen als Teilgeber an ihren Kompetenzen
  • Kinder und Eltern erfahren, dass sie willkommen sind
  • Prävention: Wo könnte Hilfe erforderlich sein?
  • Bekanntmachung der Angebote für Familien im Ort
  • Rückmeldung der Eltern und Fragen zur Angebotsstruktur als  
  • Qualitätssicherung und Steigerung
  • Selbstentdecken, fördern und nutzen der Stärken und Potentiale der lebenserfahrenen Menschen ab 50 Jahren
  • Vernetzung der Angebotsstruktur und Anbieter im Ort
  • Einbringung der Stärken der Besuchten im Rahmen eines bürgerschaftlichen Engagements.

Umsetzung:

Vorgehensweise:

  • Im Bündnis für Familie hat sich mit dessen Gründung im Juni 2009 eine Projektgruppe gebildet, die die Aktion Rucksack geplant, strukturiert und konzeptioniert hat.
  • Die Leitung dieser Gruppe liegt bei der Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin Vivien Köhne und Pastor Andreas Schmidt. Letzterer hatte die Funktion des Türöffners, tritt aber im operativen Bereich jetzt mehr in den Hintergrund, um eine Rollendiffusion bei den zu Besuchenden zu vermeiden.
  • Über die Bündnisakteure wurden Ehrenamtliche gefunden und fortgebildet. Im kritischen Dialog wurde die Aktion Rucksack hinterfragt und fortgeschrieben.
  • Zu einem frühen Zeitpunkt wurde über die Medien das beginnende Projekt bekannt gemacht und die Aufmerksamkeit besonders der werdenden Eltern geweckt.
  • Schließlich wurde die Projektgruppe durch eine Gruppe aller Beteiligten ergänzt, in der die Besuche reflektiert und neue Besuche verteilt werden.

Folgende Maßnahmen wurden umgesetzt:

  • Erhebung und Auswertung eines Bedarfsfragebogens in der Auflage von ca. 350 Exemplaren
  • Konzeptionsentwicklung und –präsentation
  • Finden und schulen der ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf verschiedenen Fachgebieten
  • Besuche in den Familien Mitarbeiterkreis und bei Bedarf auch Informationsaustausch mit der Stadt Sehnde

Wichtige Meilensteine:

Zu den Meilensteinen gehören: Die Überzeugung der Entscheidungsträger in der Familienstadt Sehnde von der Konzeption der Aktion Rucksack, damit verbunden die Sicherung der Finanzierung des Projekts, Gewinnung der Ehrenamtlichen und Spender, und nach der praktischen Einführung die ausgesprochen positive Resonanz auf die Besuchsdienste. Die Familien warten auf die Rucksackboten und beantworten damit die wichtigste Frage: Die Aktion Rucksack ist ein sinnvolles und gewünschtes Projekt für die Bevölkerung.

Beteiligte:

Zu den Beteiligten gehört die Stadt Sehnde auf unterschiedlichen Ebenen, die Akteure des Bündnisses, lebenserfahrene Menschen und diverse Sponsoren.

In den Prozess einbezogen wurden:

Akteure des Bündnisses für Familie, Besuchsdienstarbeit der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, Ev. Freikirchliche Gemeinde Sehnde, Volkshochschule und andere Kommunen mit Tipps und ähnlichen Erfahrungen.

Finanzierung:

Grundfinanzierung durch die Stadt Sehnde, gefördert durch die ortsansässige Wirtschaft und durch Spenden aus der Bevölkerung.

Erfolge:

  • Familien fühlen sich stärker wahrgenommen, warten auf den Besuch und fühlen sich gut aufgehoben.
  • Es konnten konkrete Hilfen bei Erziehungsfragen und der Anpassung der Angebotsstruktur an die Bedürfnisse der Menschen Sehndes gegeben werden.
  • Die lebenserfahrenen Menschen erleben neue Erfahrungen in der Umsetzung und Erweiterung ihrer Stärken.
  • Die BürgerInnen fühlen sich in ihrer Gemeinde wahrgenommen und haben durch den Besuch die Chance, Stärken und Schwächen des Kernorts und der Ortsteile zu benennen und Verbesserungsvorschläge zu machen.
  • Bei der monatlichen Auswertung der Besuche werden die in den Familien besprochenen Themen gesammelt und wenn nötig an die Stadt herangetragen, um Antworten auf Fragen zu bekommen bzw. Verbesserungen oder Veränderungen anzuregen.
  • Es findet also ein für die Bürger und Bürgerinnen spürbarer und auf die Bevölkerung ausgerichteter Austausch mit der Gemeinde zum Allgemeinwohl der Sehnder Bürger statt.

Kontakt:

Vivien Köhne
Projektleitung

Telefon: 05138 - 54 88 40

› Mail

 

Andreas Schmidt
Projektleitung

Telefon: 05138 - 14 19 

› Mail

 

Jennifer Glandorf
Koordinatorin des Bündnisses für Familie

Telefon: 05138 - 70 72 24

› Mail

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden, bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

Stand: November 2010

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Vivien Köhne
Projektleitung

Behrbohmskamp 1A

31319 Sehnde

Telefon: 05138 - 54 88 40

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Andreas Schmidt
Projektleitung

Am Papenholz 10

31319 Sehnde

Telefon:05138 - 14 19 

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Jennifer Glandorf
Koordinatorin des Bündnisses für Familie

Stadt Sehnde

Nordstraße 21

31319 Sehnde

Telefon: 05138 - 70 72 24

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