Bertelsmann Stiftung

Pößneck - „Pößneck kommt zurück“ eine Kampagne zur Gestaltung des demografischen Wandels

Demographie-Profil:

Bundesland

Thüringen

Bevölkerung (31.12.2011)

12.756

Entwicklung 2005-2011 (in %)

-6,7

Entwicklung 2009-2030 (in %)

-20,9

Demographietyp

Stark schrumpfende Kommunen mit besonderem Anpassungsdruck

Ausgangslage:

  • Die Stadt Pößneck hat seit der Wende etwa ein Drittel ihrer Einwohnerschaft verloren. Gleichzeitig stieg das Durchschnittsalter der verbleibenden Bevölkerung. In den letzten Jahren hat sich die Entwicklung verlangsamt, zum Stillstand gekommen ist sie jedoch nicht. Und die Folgen von Abwanderung und Überalterung hinterlassen deutliche Spuren im Stadtbild – besonders Teile der Innenstadt sind von Leerstand und Verfall betroffen.

Ziele:

  • Pößneck will die Entwicklung nicht sich selbst überlassen, sondern sie aktiv gestalten, negative Folgen minimieren und die Stadt zukunftsfähig machen. Dazu wurde auf Initiative der Stiftung Schloss Ettersburg eine Kampagne erarbeitet, in der anfangs die Frage stand, was eine Stadt für Menschen attraktiv macht, und welche Kriterien eine Entscheidung für oder gegen eine Stadt beeinflussen. Daraus entstand die Kampagne „Pößneck kommt zurück“. Mit diesem Titel soll zum einen dokumentiert werden, dass Pößneck nach dem industriellen Niedergang in den Jahren nach der Wende wieder eine positive Entwicklung nimmt. Zum anderen will die Stadt mit der Kampagne Einwohner (zurück)gewinnen. Hier sind gerade auch ehemalige Pößnecker interessant, zu denen der Kontakt gehalten oder wieder aufgenommen werden soll.

Umsetzung:

  • Die Kampagne selbst stützt sich auf zwei Säulen. Das gemeinsam mit der Stiftung Schloss Ettersburg entwickelte Motiv der Kampagne zeigt den Bildungsstandort am Pößnecker Viehmarkt. Die Brücke symbolisiert dabei die Verbindung zwischen den Traditionen der Stadt und einer modernen Zukunft.
  • Suchende sollen auf emotionale Art und Weise an die Stadt herangeführt werden. Pößneck wirbt nicht nur mit harten Fakten wie Arbeitsplätzen und günstigem Wohnen, sondern auch mit den weichen Faktoren wie Kultur, Freizeit, attraktiven Bildungsangeboten und Angeboten für Familien.
  • Auf der eigens erarbeiteten Webseite werden für verschiedene Nutzergruppen individuell zugeschnittene Informationen geliefert. In einer  interaktiven Karte werden Inhalte aus allen Bereichen des Lebens zusammengestellt, so dass sich  Interessenten schon in der Phase der Entscheidungsfindung anschaulich über das Leben und Arbeiten in Pößneck informieren können. Die hinterlegten Daten werden durch die Stadt Pößneck regelmäßig aktualisiert und ergänzt.
  • Für die Umsetzung der Kampagne standen für die erste Stufe Mittel des Landes Thüringen, der Stiftung Schloss Ettersburg und der Stadt Pößneck zur Verfügung.
  • Die Planung und Umsetzung erfolgt durch die Stadtmarketing Pößneck GmbH, einer Tochter der Stadt Pößneck sowie durch die Stiftung Schloss Ettersburg.

Erste konkrete Maßnahmen der Stadt

  • Innerstädtisches Sanierungsgebiet Turmstraße:
    • Mehrere Häuser, v. a. in Eckbebauung, wurden von der Stadt bereits abgerissen und die entstandenen Flächen begrünt. Die gewählte Begrünung ist pflegeleicht und stellt eine optimale Zwischenlösung dar, bis ggf. andere Nutzungsmöglichkeiten für die Flächen gefunden werden. Die gesamte Nachbarschaft wird dadurch optisch aufgewertet und attraktiver.
  • Gemeinsam mit einem Architekturbüro wird ein Projekt zur Reihenhausbebauung vorbereitet. Es sollen Bauherrengemeinschaften gebildet werden, die im Bereich Turmstraße mit relativ kleinem finanziellen Rahmen ihren Traum vom Eigenheim + Garten verwirklichen können. Durch diese Reihenhausbebauung werden innerstädtische Brachflächen einer Nutzung zugeführt, durch die Ansiedlung ein wichtiger Schritt zur Wiederbelebung der Innenstadt gemacht, gleichzeitig aber auch dem viel gehegten Wunsch nach einem Eigenheim mit Garten Rechnung getragen.
  • Für die Sanierungsgebiete in der historischen Altstadt gibt es eine Gestaltungssatzung, nach welcher Interessenten umfassend beraten werden um unter anderem Fördermöglichkeiten auszuschöpfen.
  • Die Stadt hat gemeinsam mit der GWG die zum Verkauf stehenden GWG-Immobilien katalogisiert und dabei die Informationen zielgerichtet für eine effektivere Vermarktung aufbereitet. So beinhalten die Exposés beispielsweise jetzt auch Nutzungsvorschläge für das jeweilige Objekt. Die Immobilien werden nicht nur von der GWG direkt, sondern auch in allen gängigen Immobilien-Portalen im Internet angeboten, um einen breiteren Personenkreis anzusprechen. Interessenten finden einen kompetenten Ansprechpartner vor, der sie unterstützt und bei Bedarf weitere Kontakte herstellt.
  • Ebenso werden Restgrundstücke und Grundstücke für EFH-Bebauung in erschlossenen Wohngebieten zielgerichteter vermarktet.

In Jena studieren – in Pößneck wohnen:

  • Aufgrund der Wohnungsknappheit und den damit verbundenen hohen Mietkosten in Jena könnte sich Pößneck zu einer echten Alternative für viele Studenten entwickeln.
  • Die Stadt Pößneck stellt ihre Wohnstandort-Vorteile zielgruppenorientiert auf einem Flyer dar, der nach dem Start der Kampagne für die Studierenden in Jena ausliegt. Sowohl die Fachhochschule als auch die FSU werden die Flyer auslegen und über ihre studentischen Vertretungen auch ins Internet stellen. Der Flyer liefert kurz und knapp konkrete Informationen zu Wohnungsangeboten, Mietkosten, Entfernung und Fahrzeit nach Jena und sogar einen Fahrplanauszug. Auch hier ist wieder ein fester Ansprechpartner für die Interessenten benannt.

Erfolge:

  • Der offizielle Start der Kampagne war am 11. August 2010. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht eröffnete die Kampagne symbolisch durch das Entrollen des Motivbanners an einem ehemaligen Sanierungsobjekt am Pößnecker Viehmarkt, in dem sich heute ein überbetrieblicher Bildungsträger, die Euro-Schule befindet. Dieser Standort hat einen gewissen Symbolcharakter, da hier aus einer großen Industriebrache ein größeres Areal entwickelt wird, welches neben der Euro-Schule noch die Berufsschule und ein Lehrlingswohnheim umfasst – also eine Investition in Bildung und Zukunft.
  • Erste Erfolge gibt es bereits beim Studentenprojekt. Im vergangenen Jahr ist es der Stadt gelungen, erstmals Jenaer Studenten in leerstehenden Wohnungen unterzubringen. In Zusammenarbeit mit den Wohnungsgesellschaften wurden Wohnungen gezielt für Studenten hergerichtet und mit Küchen ausgestattet. Während einer Begrüßungsveranstaltung des Bürgermeisters für die Studenten wurde das Engagement der Stadt von allen sehr positiv bewertet. In diesem Jahr soll der Anfangserfolg mit den neuen Erstsemestern fortgesetzt werden.
  • In einem zweiten Schritt soll gezielt in der Stadt Jena um Wohnungssuchende geworben werden. Dies erfolgt über eine zweite Plakatkampagne, für die zurzeit das neue Motiv entwickelt wird. Zielgruppe sind zum Einen Neu-Jenaer, die aufgrund beruflicher Neuorientierung nach Jena ziehen werden, zum Anderen auch Jenaer, die aufgrund der attraktiven Bauland-Preise einen Hausbau im Jenaer Umland in Erwägung ziehen.
  • Zusammenfassend können wir sagen, dass die öffentliche Wahrnehmung der Projekte der Stadtentwicklung in Pößneck wesentlich stärker geworden ist. Auch das Interesse der Pößnecker Bevölkerung für die Themen des weiteren Stadtumbaus ist sehr gewachsen. Auf einem Stadtrundgang anlässlich des Pößnecker Stadtfestes am 3. September 2011 informierten sich über 100 Pößnecker Bürger über die Projekte der Stadt und holten sich so Informationen aus erster Hand.

Kontakt:

Andreas Dreißel

Telefon: 03647 - 50 03 04

› Mail

 

Dr. Julia Dünkel

Telefon: 03647 – 50 02 03

› Mail

 

Weitere Informationen:

 

 

 

Stand: November 2013

SUCHE

KONTAKT

Andreas Dreißel

Telefon 03647 - 50 03 04

› Mail

 

Dr. Julia Dünkel

Telefon 03647 – 50 02 03

› Mail

 

Stadt Pößneck

Markt 1

07381 Pößneck

© 2011 Bertelsmann Stiftung