Bertelsmann Stiftung

Osnabrück - Aufstiegschancen durch Mentoring

Demographie-Profil:

Bundesland

Niedersachsen

Bevölkerung (31.12.2009)

163.514

Entwicklung 2002-2009 (in %)

-0,6

Entwicklung 2009-2030 (in %)

-2,2

Ausländeranteil (in %)

8,0

Räumliche Einordnung

Verstädterte Räume - Kernräume

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Die Stadt Osnabrück erlebte eine erhebliche Veränderung der städtischen Wohnbevölkerung durch die Zuwanderung der letzten Jahrzehnte. Insgesamt leben derzeit in der Stadt ca. 25.000 Personen, einschließlich Aussiedler, die im Ausland geboren sind.
  • Durch den demographischen Wandel wird sich der Anteil von Migranten an der Stadtbevölkerung auf mindestens ein Drittel erhöhen, während der allgemeine Trend einen Rückgang der Gesamtbevölkerung bei gleichzeitiger Alterung abzeichnet.
  • Dadurch sieht sich die Stadt als Konzern und Arbeitgeber vor der Herausforderung, dass sich die Zahl der qualifizierten Fachkräfte verringert und es dadurch Probleme bei der Rekrutierung neuen Personals geben wird. Gleichzeitig muss sie sich als Dienstleister an die zunehmende Heterogenität der verschiedenen Kundensegmente anpassen und neue Strategien entwickeln.

Ziel:

Das Programm „Mentoring für MigrantInnen bei der Stadt Osnabrück – IQ (Interkulturelle Qualität)“ verfolgt als Teil der Gesamtstrategie „Interkulturelle Qualität für die Stadt Osnabrück“ folgende langfristige Ziele:

  • Langfristig soll der Migrantenanteil an der Stadtverwaltung Osnabrück erhöht werden und die bereits dort arbeitenden Migranten (derzeit ca. 300 von 4000 Beschäftigten insgesamt) besser integriert werden.
  • Die interkulturellen Kompetenzen aller Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen erhöht werden.
  • Die Qualität von interkulturellen Servicesituationen soll durch die Ergebnisse des Programms erhöht werden.
  • Ebenso versucht die Stadt durch dieses Programm, ihr Leitbild der Friedenskulturstadt vorbildlich nach innen und außen zu leben.

Strategie:

  • Im Rahmen des Programms „Mentoring für MigrantInnen bei der Stadt Osnabrück – IQ (Interkulturelle Qualität)“ sollen die vielfältigen Potentiale von Mitarbeitern mit Migrationserfahrungen sowohl in deren Interesse als auch im Interesse der Organisation genutzt werden.
  • Um dies zu erreichen, wird folgende Strategie im Rahmen des Mentoringprozesses verfolgt:
  • Frühzeitige Förderung und Integration von Migranten in der Stadtverwaltung Osnabrück
  • Praxisnahe Vorbereitung von Migranten auf berufliche Anforderungen und Führungspositionen bei der Stadtverwaltung Osnabrück
  • Schaffung von Rahmenbedingungen, die es Migranten ermöglichen, in der Zukunft verstärkt Führungspositionen zu übernehmen
  • Unterstützung der Migranten in der selbstbewussten Wahrnehmung und Einbringung ihres interkulturellen Wissens
  • Systematische Weiterentwicklung der Führungsqualitäten und interkulturellen Kompetenzen der Mentoren.

Meilensteine:

  • 2002 erster „Mentoring – Team“ Jahrgang mit insgesamt 16 Teilnehmern, je 8 Mentoren und 8 Mentees. Seitdem konnte jedes Jahr ein neuer Jahrgang gebildet werden.

Akteure:

  • Steuerungsteam des Projekts: Fachbereichsleitung, Personalverantwortliche der städtischen Gesellschaften, Personalrat, Frauenbeauftragte, Interkultureller Experte, je ein Vertreter der Mentoren und der Mentees
  • Universität Osnabrück
  • Mitarbeiter der Stadt Osnabrück

Umsetzung:

  • Im Rahmen einer Informationskampagne werden die Mitarbeiter der Stadt auf das Programm aufmerksam gemacht. Man kann sich als Mitarbeiter selber bewerben oder von einer Führungskraft für die Teilnahme am Programm vorgeschlagen werden.
  • Für einen Zeitraum von zehn Monaten werden aus den Bewerbern „Mentoring-Teams“ zusammengestellt. Als Mentoren agieren erfahren Mitarbeiter der Stadt, die durch das Programm ihre interkulturellen Qualifikationen schulen sollen. Diesen werden Mitarbeiter mit Migrationserfahrungen als Mentees zur Seite gestellt. Durch die gemeinsame Arbeit und den Erfahrungsaustausch sollen diese Erkenntnisse und Selbstbewusstsein für ihre weitere berufliche Entwicklung als auch ihre Persönlichkeitsentwicklung gewinnen.
  • Das Programm setzt sich aus den Bausteinen Mentoringbeziehung, Seminare/Workshops und einem Gruppenprojekt der Mentees zusammen.
  • Das Programm und seine Ergebnisse sind als Baustein in das Personalentwicklungsprogramm der Stadt aufgenommen worden.
  • Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück entwickelt, die es auch wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Finanzierung:

  • Das Projekt erhielt im Rahmen des EQUAL Programms Fördermittel aus dem Sozialfonds der Europäischen Union.

Erfolge:

  • In den ersten drei Jahren des Programms haben bereits 24 Mitarbeiter mit Migrationshintergrund am Programm teilgenommen.
  • Das Programm hat durch seinen praxisorientierten, pragmatischen und innovativen Charakter inzwischen nicht nur andere Kommunen, sondern auch Wirtschaftsunternehmen zur Nachahmung angeregt.

Kontakt:

Karin Detert
Fachbereichsleiterin

Telefon: 0541 - 32 34 141

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Weitere Informationen:

» Stadt Osnabrück

» Entwicklungspartnerschaft „Interkulturelles Zentrum Osnabrück“

Bertelsmann Stiftung, Bundesministerium des Innern: Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik. Gütersloh 2005, S. 35

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

Stand: September 2006

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KONTAKT

Karin Detert
Leiterin Fachbereich Personal und Organisation

Telefon: 0541 - 32 34 141

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Fachbereich Personal und Organisation

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