Bertelsmann Stiftung

Offenburg - Konzeption Seniorenbüro

Die wachsende Stadt Offenburg (Baden-Württemberg) bietet älteren Menschen mit dem Seniorenbüro die Möglichkeit, sich ehrenamtlich und freiwillig zu engagieren. SeniorInnen können hier ihre Interessen und Fähigkeiten aktiv einbringen und somit ihre Potentiale erhalten bzw. deren Abbau bremsen.

Demographie-Profil:

Bundesland, Landkreis

Baden-Württemberg, Ortenaukreis

Bevölkerung (31.12.2009)

59.156

Entwicklung 2002-2009 (in %)

1,1

Entwicklung 2009-2030 (in %)

0,1

Räumliche Einordnung

Verstädterte Räume - Gemeinde in verdichtetem Kreis

Demographietyp

Stabile Mittelstädte und regionale Zentren mit geringem Familienanteil

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Die Einwohnerzahl in der Stadt Offenburg ist im Laufe der letzten Jahre moderat angewachsen. Auch zukünftig wird sich dieser Trend entgegen den Entwicklungen im Bundesdurchschnitt (Bevölkerungsrückgang) fortsetzen und bis zum Jahr 2020 um 5,4 Prozent zunehmen (Datenquelle: Bertelsmann Stiftung).
  • Die Veränderungen der Einwohnerzahl Offenburgs gehen mit großen Verschiebungen in der Alterszusammensetzung der Bevölkerung einher. Der Anteil der älteren Menschen im Alter ab 60 Jahren (2003: 20,1 Prozent der Bevölkerung) wird zukünftig weiter zunehmen (2020: 21,9 Prozent der Bevölkerung). Dagegen wird die jüngere Bevölkerungsgruppe der unter 18-Jährigen bis zum Jahr 2020 deutlich schrumpfen. Der Anteil dieser Altersgruppe an der Bevölkerung insgesamt geht in diesem Zeitraum von 19,4 auf 15,7 Prozent zurück (Datenquelle: Bertelsmann Stiftung).
  • Die Älteren bilden keine homogene Bevölkerungsgruppe. Die Potenziale der Älteren rücken immer stärker in den Vordergrund. Ältere Menschen weisen somit eine Lebenswelt mit spezifischen Bedürfnissen, Wünschen und Erwartungen auf.

Ziel:

  • Das Seniorenbüro Offenburg ist eine Informations-, Beratungs- und Vermittlungsstelle. Es richtet sich an Personen, die sich in der nachberuflichen und nachfamilialen Lebensphase ehrenamtlich und freiwillig engagieren möchten. Der Fokus wird dabei nicht nur auf die Defizite, sondern auch auf die Potenziale älterer Menschen gerichtet. Durch bürgerschaftliches Engagement (Motto: „Politik mit Senioren und nicht Politik für Senioren“) sollen die Fähigkeiten älterer Menschen erhalten bzw. deren Abbau gebremst werden. Das Seniorenbüro Offenburg richtet sich an Menschen insbesondere ab dem Alter von 60 Jahren, wobei die Teilnahme Jüngerer gewünscht und gefördert wird.
    Das Büro hat folgende Ziele:
    • Bereitstellung von bedarfsgerechten Angeboten für ältere Menschen
    • Katalysator und Impulsgeber in der offenen Altenarbeit
    • Dialog zwischen den Generationen initiieren und fördern
    • Fortführung der Altenhilfeplanung durch Vernetzung und Verbesserung der Kooperation unter den freien und privaten Trägern der Altenhilfe
    • Informations- und Kommunikationsstrukturen aufbauen
    • Wirksame Interessenvertretungen der BürgerInnen ab 60 Jahren
    • Interesse älterer BürgerInnen wecken, sich im Gemeinwesen zu engagieren
    • Freiwillige MitarbeiterInnen für Aufgaben des Seniorenbüros gewinnen und an Vereine, Verbände, Organisationen und Institutionen vermitteln
    • Kontakte zwischen verschiedenen Nationalitäten herstellen

Strategie:

  • Die Arbeit im Seniorenbüro orientiert sich an der Lebenswelt älterer Menschen, d. h. an ihren Bedürfnislagen, Wünschen und Erwartungen.
  • Selbstbestimmung und Selbstverantwortung sind die zentralen Arbeitsprinzipien des Büros. Darüber hinaus bilden Freiwilligkeit, Mitverantwortung, Partizipation, Eigeninitiative, Ganzheitlichkeit, Unterstützungsleistungen, interessengeleitete Engagementmöglichkeiten, Teamarbeit sowie Dialog und Kommunikation zwischen den Generationen wichtige Handlungsprinzipien.

Meilensteine:

  • 1978: Beginn der kommunalen Seniorenarbeit durch Einrichtung eines eigenständiges Bearbeitungs- bzw. Sachgebiets
  • 1981: Gründung eines Seniorentreffpunktes („Treffpunkt am Markt“) unter ehrenamtlicher Leitung
  • 1992: Wahl des Seniorenbeirates der Stadt; Schaffung des Sachgebietes Altenhilfe; hauptamtliche Leitung des Seniorentreffpunktes
  • 1993: Zusage für die Beteiligung am Bundesmodell „Seniorenbüro“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Eröffnung des Seniorenbüros; Schaffung einer Altenfachhilfeberatung
  • 1996: Ablauf der Modellphase; die Stadt Offenburg führt das Seniorenbüro in alleiniger Trägerschaft weiter
  • 1997: Beschluss zur Neustrukturierung der kommunalen Seniorenarbeit
  • 1998: Umzug in ein generalsaniertes Haus im Herzen der Stadt
  • seit 2008: Teilnehmer am Bundesmodellprogramm Mehrgenerationenhäuser

Akteure:

  • Hauptamtliche MitarbeiterInnen
  • Engagierte BürgerInnen (ehrenamtlich)
  • Verwaltungsspitze der Stadt Offenburg
  • Politische Entscheidungsträger (Gemeinderat) der Stadt Offenburg

Umsetzung:

  • Die Seniorenbegegnungsstätte, die Altenhilfefachberatung und das Seniorenbüro bildeten bisher voneinander getrennte Organisationseinheiten. In der Konzeption Seniorenbüro werden diese Einheiten im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes zusammenfasst.  
  • Die Angebote und Leistungen des Seniorenbüros gliedern sich in vier Bereiche:
    • Altenhilfeplanung
    • Begegnungsstätte (Café im Seniorenbüro) mit kulturellen Veranstaltungen und gastronomischem Angebot
    • Ehrenamtliche Durchführung von Projekten im Bereich von Freizeit, Kultur, Bildung und Unterstützung
    • Engagementberatung und Vermittlung für Interessenten an ehrenamtlichen Tätigkeiten

Bürgerbeteiligung:

  • Die ehrenamtlich aktiven BürgerInnen bilden mit den hauptamtlichen MitarbeiterInnen ein Team, welches die Angebote und Leistungen des Seniorenbüros anbietet

Finanzierung:

  • Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesmodells „Seniorenbüro“.
  • Die Stadt Offenburg ist seit der Einrichtung des Seniorenbüros an der Finanzierung beteiligt. Seit dem Jahr 1999 wird das Seniorenbüro aus einem Zuschussbudget finanziert.
  • Managementbedingte Einnahmen und Minderausgaben aus Einrichtungen und Angeboten des Seniorenbüros stehen diesem in vollem Umfang zur Verfügung.

Erfolge:

  • Für das bürgerschaftliche Engagement in der Stadt Offenburg hat sich das Seniorenbüro zu einer zentralen Anlaufstelle entwickelt. Es richtet sich insbesondere an SeniorInnen, sich eigenverantwortlich und selbstbestimmt im Gemeinwesen zu engagieren. Das Büro fördert und erweitert die Möglichkeiten für eine aktive Lebensgestaltung und gesellschaftliche Partizipation älterer Menschen.
  • Das Seniorenbüro Offenburg spricht nicht nur ältere Menschen an, sich ehrenamtlich zu engagieren. Auch die Teilnahme und das Engagement jüngerer Menschen ist erwünscht. Das Seniorenbüro bietet Gelegenheiten, die Kommunikation und Solidarität zwischen den Generationen zu intensivieren.
  • Die gesellschaftliche Teilhabe und Mitverantwortung der SeniorInnen ist ein persönlicher Gewinn für die engagierten Menschen. Durch aktives Handeln können sich ältere Menschen neue Aufgabenfelder erschließen und Kontakte knüpfen. Das freiwillige Engagement der Älteren kommt allen BürgerInnen Offenburgs zu Gute. Die verstärkte Einbindung älterer Menschen in das öffentliche Leben ist ein Ausdruck gegenseitiger Wertschätzung und Anerkennung von jung und alt.

Kontakt:

Rainer Aalfeld

Telefon: 0781 - 82 22 22

› Mail

 

Weitere Informationen:

» Seniorenbüro der Stadt Offenburg

» Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Kinder

» Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement» Initiativen älterer Menschen

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

 

Stand: September 2010

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KONTAKT

Rainer Aalfeld
Leiter des Seniorenbüros
Beauftragter für Bürgerschaftliches Engagement

Stadt Offenburg

Hauptstraße 90

77652 Offenburg

Telefon: 0781 - 82 22 22

› Mail

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