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Bundesland |
Bayern |
Bevölkerung (31.12.2009) |
503.673 |
Entwicklung 2002-2009 (in %) |
2,1 |
Entwicklung 2009-2030 (in %) |
5,2 |
Ausländeranteil (in %) |
17,2 |
Räumliche Einordnung |
Agglomerationsräume - Kernstädte |
- Die Stadt Nürnberg hat eine lange Zuwanderungsgeschichte, besonders deutschstämmige Einwanderer aus Rumänien, dem früheren Jugoslawien und der Tschechischen Republik ließen sich in Nürnberg nieder. In den letzten Jahren erfuhr die Stadt eine deutliche Zunahme von Ausländern aus Osteuropa und Aussiedlern, die weit über dem Bundesdurchschnitt liegt (Ukraine und Russische Föderation 9,5 Prozent, Bundesdurchschnitt 4,1 Prozent).
- In den letzten zehn Jahren wurde die Stadt mit neuen Problemen konfrontiert. Besonders die mangelnden Sprachkenntnisse bei Zuwanderern der zweiten und dritten Generation bereiten Schwierigkeiten im Bereich Schule und Schulabschlüsse und erschweren deren Integration in Ausbildung und Beruf.
- Daneben stellt sich die Stadt darauf ein, dass viele ältere Ausländer aus den Anwerberstaaten nicht zurückgehen, sondern Ihren Lebensabend in Nürnberg verbringen werden. Die entsprechenden Einrichtungen müssen sich auf diese neue Klientel einrichten.
- Die Nürnberger Integrationspolitik hat neben der Problemsicht auch das positive Potential der Zuwanderung betont. Ihren Ausdruck findet dies unter anderem in einer ausgeprägten interkulturellen Kulturarbeit.
- Aktive Beteiligung und Aktivierung bürgerschaftlichen Engagements in den Stadtteilen durch Kultur- und Bildungsaktivitäten.
- Die Nürnberger „Kulturläden“ arbeiten als Zentren stadtteilorientiert und altersübergreifend. Der breit gefächerten Arbeit dieser Einrichtungen ist ein weiter Bildungs- und Kulturbegriff zu Grunde gelegt.
- Die Angebote werden an den Bedürfnissen der Stadtteilbevölkerung orientiert und erreichen somit auch besser bildungsferne Stadtteilbewohner.
- Hinter der Arbeit der Kulturläden steht eine soziokulturelle Sichtweise, die Menschen nicht auf soziale Defizite und Bedürfnisse reduziert, sondern ihre Kompetenzen wahrnimmt und zum Einsatz bringt.
- Die Kulturläden übernehmen als Orte der interkulturellen Kulturarbeit eine bedeutende, eigenständige Rolle und sind in viele Maßnahmen er kommunalen Integrationspolitik eingebunden.
- 1975 wurde der erste städtische Kulturladen in Nürnberg eröffnet („Kulturladen Süd“, Rothenburger Straße).
- Die Schaffung des Amts für kulturelle Freizeitgestaltung (KuF) 1977 legte das Fundament für die Gründung weiterer städtischer Kulturläden
- Heute befinden sich elf Kulturläden in städtischer Trägerschaft.
- Stadt Nürnberg
- Amt für Kultur und Freizeit
- Freie Träger
- Migrantenselbstorganisationen
- Vereine
- Basis der Arbeit der Kulturläden als Teil der Integrationspolitik der Stadt Nürnberg ist die interkulturelle Kulturarbeit. Dieses akzentuiert die Chancen und positiven Entwicklungsmöglichkeiten, die in der kulturellen Vielfalt der Stadtgesellschaft liegen und greift gesellschaftliche Probleme mit den Mitteln der Kulturarbeit auf. Sie schaffen Begegnungsmöglichkeiten und Formen der Bürgerbeteiligung: Dadurch tragen sie dazu bei, dass Migranten sich in Nürnberg „heimisch“ fühlen und ermöglichen der bereits deutschen Bevölkerung das Kennen lernen anderer Kulturen.
- Die lockeren Treffpunkte und offenen Angebote der Kulturläden bieten einen einfachen Zugang, über den viele Stadtteilbewohner und besonders –Bewohnerinnen für längerfristige und verbindliche Angebote gewonnen werden können. Der persönliche Kontakt und die räumliche Nähe (niedrigschwelliges Angebot) verringern die Angst, professionelle Hilfe oder Qualifizierungsangebote wie Sprachkurse in Anspruch zu nehmen. Besonders Frauen und Mütter aus Migrantenfamilien werden auf diese Art besser erreicht. Viele Frauen fanden durch ein Angebot der Kulturläden Zugang zu den regulären Bildungs- und Kulturangeboten der Stadt.
- Neben diesen Gruppen- und Kursangeboten dienen die Kulturläden auch als Treffmöglichkeiten für Vereine, als Übungs- und Auftrittsmöglichkeiten für künstlerisch Aktive bis hin zu einem profilierten Kulturveranstaltungsangebot in den größeren Einrichtungen. Das Angebot ist dabei ein ausgewogenes Zusammenspiel verschiedener Element in jeweils stadtteilspezifischer Ausprägung. Dabei passt sich das Programm auch den jeweils sich ändernden Bevölkerungsstrukturen an.
- Zur Illustration sollen im Folgenden einige stadtteilbezogene Projekte dargestellt werden:
- Der Kulturladen Röthenbach arbeitet eng mit dem Russisch-Deutschen Kulturzentrum e. V. zusammen und fördert gezielt die Integration russischsprachiger Migrantinnen und Migranten in Nürnberg. Im Vordergrund steht neben der gezielten Förderung von Kindern und Jugendlichen der Kontaktaufbau zu alteingesessenen Nürnbergern.
- Zwei Kulturläden sind intensiv am Modellprojekt „Spielend lernen und Familie und Stadtteil“ beteiligt. Dieses hat zum Ziel, eine bessere Vernetzung und Verkettung von Maßnahmen zur Förderung von Familien mit Kindern zu erreichen.
- Die meisten Projekte in den Kulturläden beruhen auf freiwilliger Mitarbeit und bürgerschaftlichem Engagement der Bewohner des Stadtteils.
- Neben den von der Stadt betriebenen Stadtteilzentren werden auch Einrichtungen dieser Art von freien Trägern finanziell unterstützt. Daneben gibt es unterschiedliche Träger der verschiedenen Projekte, die durch und in den Kulturläden angeboten werden.
- Breite Bevölkerungsschichten konnten für die Mitarbeit am kulturellen Leben in ihrem Stadtbezirk gewonnen werden.
- Die Kulturläden haben sich als etablierte Zentren des Stadtteillebens in Nürnberg etabliert und bewährt.
- Besondere Erfolge verbuchen die Kulturläden bei der Einbindung von Frauen aus Migrantenfamilien sowie bei der gezielten Förderung von Kindern und Jugendlichen vor allem im Bildungsbereich.
Jürgen Markwirth Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg
Tel.: 0911 - 23 13 325
Mail
Dr. Christine Meyer Stadt Nürnberg - Bürgermeisteramt
Telefon: 0911 - 23 17 503
Mail
Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune
Stand: September 2006 |
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Jürgen Markwirth Amt für Kultur und Freizeit
Stadt Nürnberg
Gewerbemuseumspl. 1
90403 Nürnberg
Telefon: 0911 - 23 13 325
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