Bertelsmann Stiftung

Malmö - Vielfalt als gesellschaftliche Ressource

Demographie-Profil:

Land

Schweden

Verwaltungseinheit

Großstadt

Bevölkerung (01.01.2010)

293.909

Ausländeranteil (2010)

29,8 %

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Der Anteil von Migranten in Malmö liegt mit 37,3 % deutlich über dem Landesdurchschnitt.

Ziel:

  • Mit erfolgreicher Integrationsarbeit werden alle Teile und Akteure der Stadt Malmö eingebunden.

  • Die Zusammenarbeit zweier kulturell und ethnisch sehr unter­schiedlicher Stadtteile in Malmö–  Rosengård und Lim­hamn/Bunkeflo – und die Bildung von schulischen Netzwerken un­terstützen.

Strategie:

  • Aktionsplan der Regierung: „Mångfaldssatsningen: Vielfalt als gesell­schaftliche Ressource“.

  • Leitidee „Alle sind gleich(berechtigt)“ führt zur Wertschätzung von Vielfalt als gesellschaftlicher Ressource.

  • Gesetzlicher Anspruch auf Muttersprachenunterricht und Unterricht in Schwedisch als Zweitsprache.

  • Kommunen, Lehrern und Eltern soll vermittelt werden, dass kultu­relle Diversität und Mehrsprachigkeit ein Kapital für die Gesellschaft darstellt, das es zu fördern gilt.

  • Schwedisch als Zweitsprache wurde 1995 als eigenständiges Fach neben Schwedisch eingeführt und erhielt ein eigenes Curriculum. Zeitgleich begann die systematische Ausbildung von Lehrern. Ziel war es, für Schüler mit einer anderen Muttersprache als Schwe­disch das Fach Schwedisch zu ersetzen.

  • In den Curricula für Vorschulen, Grundschulen und Gymnasien ist festgelegt, dass Kinder mit einer anderen Muttersprache als Schwedisch die Möglichkeit haben sollen, sowohl Schwedisch als auch die Muttersprache zu entwickeln. Es ist die Aufgabe jeder Gemeinde, dafür zu sorgen, dass diese Kinder die nötige Unter­stützung erhalten. Das Curriculum schreibt nicht vor, wie die Um­setzung aussehen soll, jede Gemeinde kann dies individuell organi­sieren.

Meilensteine:

  • Als Reaktion auf die 2003 durchgeführte PISA-Erhebung, bei der schwe­dische Schüler schlechtere Ergebnisse in Mathematik erzielten als die meisten anderen Schüler aus den untersuchten OECD-Ländern, ent­wickelte Schweden weitere Maßnahmen.

Akteure:

  • Nationale Steuerungsebene

  • Kommunale Bildungsverantwortliche

  • Schulen (Schulleiter)

  • Pädagogen

  • Schüler (Eltern)

Umsetzung:

  • Center for Diversity in Education (Resurscentrum) zur Unterstüt­zung von Schulen und Akteuren in Fragen der Wertevermittlung, der Diversity und Schulentwicklung.

  • „Diversity Group“: Referenzgruppe von Schülern, die regelmäßig Fra­gestellungen zur Vielfalt bearbeiten und Ideen zum Abbau von Segregation entwickeln.

  • Mentorenprojekte und Teambuilding für Lehrer und Schüler.

  • Sprachförderungsprogramme für Schwedisch als Zweitsprache.

  • Zusammenarbeit mit Eltern, wie sie ihre Kinder im Lernprozess unter­stützen können.

  • Weiterbildung der Lehrer im „Classroom Management“.

Bürgerbeteiligung:

  • Durchführung der Gesetze durch Zusammenarbeit der Regierung mit Kommunen, Schulleitern, Lehrern und Eltern.

Finanzierung:

  • Die schwedische Regierung unterstützt Kommunen, den Ansprüchen mehrsprachiger Kinder gerecht zu werden, finanziell mit extra dafür be­reitgestellten Mitteln. Das Amt für Schulentwicklung hat im Auftrag der schwedischen Regierung einen Aktionsplan erarbeitet, wie Mittel einge­setzt werden sollen.

     

    Das Gros an Mitteln wird auf 32 Kommunen verteilt, bei denen die Lücke zwischen den von der Schule gesetzten Zielen und den tatsächlichen Lei­stungen am größten ist. In diesen Kommunen beträgt der Anteil von Kin­dern mit Migrationshintergrund mindestens 18 %. Darüber hinaus erfüllen diese Kommunen die nationalen Lehrvorgaben maximal zu 75 %. Das Recht, Unterstützung und Unterricht in der Muttersprache sowie Lern­unterstützung zu erhalten, ist durch offizielle Richtlinien in der Gesetz­gebung geregelt. Jede Kommune hat das Recht auf finanzielle Unter­stützung durch den Staat, um Maßnahmen für Schüler mit Migrations­hintergrund durchführen zu können.

Erfolge:

  • Durch die Einbettung der Maßnahmen in das gesamte System und die langjährige Erfahrung mit der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen ge­lingt die Integration sehr gut.

Kontakt:

Resurscentrum för mångfaldens skola
Rönnbladsgatan 1 B
212 16 Malmö

Tel.: 040-34 31 73

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Weitere Informationen:

 

Stand: September 2008

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