Bertelsmann Stiftung

Malmö - Integrations- und Beschäftigungspolitik gehören zusammen

Demographie-Profil:

Land

Schweden

Bevölkerung (31.12.2005)

271.000

Ausländeranteil (in %)

25

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Malmö, mit 271.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Schwedens, hat einen Ausländeranteil von 25 %. Die größten Einwanderergruppen kommen aus dem ehemaligen Jugoslawien (9.200), dem Irak (6.200), Dänemark (5.800), Polen (5.500) und Bosnien (5.500).
  • Malmö ist eine wachsende Stadt. In den letzten 20 Jahren ist die Einwohnerzahl kontinuierlich um bis zu 2.000 Einwohner pro Jahr gestiegen – mit fortlaufender Tendenz.
  • Die Stadt hat in den vergangenen Jahren einen Strukturwandel weg vom größten Industrieballungsraum Schwedens hin zu dienstleistungsbasierten Wirtschaftssektoren erlebt.
  • Malmö hat vom Wachstum der schwedischen Wirtschaft profitiert, insbesondere im Vergleich zu anderen Regionen des Landes. Die Arbeitslosenrate Malmös liegt bei 5,3 % (Dezember 2005). Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist als grundsätzlich positiv zu bewerten.
  • Dennoch profitieren Teile der Einwohnerschaft Malmös zu gering von dieser Entwicklung. Dies trifft vor allem auf Migranten und Asylbewerber zu.
  • Als Folge des Strukturwandels haben vor allem Migranten größere Probleme auf dem lokalen Arbeitsmarkt und werden dadurch vom wirtschaftlichen Aufschwung der Region ausgeschlossen.

Ziel:

  • Die gesellschaftliche Ausgrenzung von Migranten soll generell beendet werden – indem diese in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden.
  • Zudem soll die Arbeitskraft der Einwanderer für den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt genutzt werden.
  • Konkret sollen die Maßnahmen folgende Ziele erreichen:
  • Städtische Initiativen sollen in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Arbeitsamt erreichen, dass mindestens 4.500 Menschen einen Arbeitsplatz bekommen oder eine Ausbildung beginnen (für 2006).
  • Mindestens 75 % der Teilnehmer des Arbeitsmarktprogramms sollen nach Vollendung des Kurses sagen können, dass ihre Fähigkeit, für sich selbst zu sorgen, gestärkt wurde.
  • Die Anzahl der Haushalte, die monatlich finanzielle Zuwendungen von den Behörden bekommen, soll in der Altersspanne zwischen 20 und 64 um 400 sinken.
  • 80 % der Teilnehmer des SFI-Programms („Schwedisch für Einwanderer“) sollen innerhalb von maximal drei Jahren eine Arbeitsstelle haben, an einer Universität studieren oder an einem städtischen oder staatlichen Arbeitsmarktvorbereitungsprogramm teilnehmen.
  • Mindestens 80 % der Teilnehmer des Sprachkurses sollen den Kurs abschließen und ihr persönlich ausgearbeitetes Lernziel erreichen.

Strategie:

  • Durch die Zusammenarbeit aller zuständigen Behörden unter der Federführung eines zentralen Steuerungskomitees in den sogenannten „Employment and Development Centres“ (EDC) sollen klare Ziele gesetzt und Verfahrensvorschläge erarbeitet werden.
  • Die Kooperation ermöglicht eine reibungslosere Unterstützung der Menschen – und beschleunigt dadurch den Weg zu Eigenverantwortung, Selbstständigkeit und dadurch zu sozialem Aufstieg und Integration.

Meilensteine:

  • 2005: Beginn der „Service Patrols“, einem Programm, das über 55-jährigen, arbeitlosen Migranten Zugang zum Arbeitsmarkt verschafft.
  • 2006: Einrichtung der „Employment and Development Centres“.
  • 2006: Arbeitsämter und Job Center werden zu einer Behörde vereint.

Akteure:

  • Die Stadtverwaltung Malmö
  • Der Ausschuss für Einwanderung
  • Das Büro „Beschäftigung für neue Migranten“
  • Die Regionalverwaltung
  • Die regionale Gesundheitsfürsorge
  • Die regionale Sozialversicherungsbehörde

Umsetzung:

  • Die Stadt Malmö hat für den Arbeitsmarkt qualifizierende Maßnahmen einerseits und die Förderung von Eigenverantwortung andererseits als zentrale Aspekte für Integration ausgemacht.
  • Um dies zu fördern, wurden die Strukturen der Zusammenarbeit von Ar-beits-, Sozialversicherungs- und Ausländerbehörden zum Teil sehr grundlegend geändert, sodass gemeinsame Zielvorgaben und Strategien erarbeitet und implementiert werden können.
  • Ein zentrales Steuerungskomitee hat dabei die übergreifende Verantwortung für die „Employment and Development Centres“ (EDCs) vor Ort.
  • Das Komitee besteht aus je einem Vertreter der Sozialversicherungsbehörde, der Stadtverwaltung Malmö und dem regionalen Ausschuss für Arbeit.
  • Die Leiter der jeweiligen „Employment Service Office of Integration and Interaction“, als Vertreter des auf lokaler Ebene organisierten Verwaltungssausschusses, sind permanente Mitglieder dieses Komitees.
  • Dieses Komitee der lokalen Verwaltungsebene ist für die Erstellung von Arbeitsplänen und für die Benennung von Zielen des EDC-Programms verantwortlich. Neben den zuständigen Vertretern der beteiligten Behörden sollen hier vor allem Vertreter der jeweiligen Stadtbezirke zusammenarbeiten.
  • Alle beteiligten Behörden sind aufgerufen, einen Beamten für das jeweilige EDC abzustellen.
  • Für die Räumlichkeiten der EDCs und deren Sicherheit ist die Stadtverwaltung verantwortlich.

Bürgerbeteiligung:

  • Im Rahmen der EDCs wird auch mit Freiwilligenorganisationen zusammengearbeitet, unter anderem um gerade angekommenen Asylbewerbern notwendige Informationen über Rechte und Pflichten zukommen zu lassen – und um eventuelle Pläne der Asylbewerber zu einer Rückkehr in ihr jeweiliges Heimatland kompetent zu unterstützen.

Finanzierung:

  • An finanziellen Mitteln standen 2006 31,3 Mio. Schwedische Kronen (SEK; ~3,45 Mio. Euro) für Verwaltungssausgaben zur Verfügung. Weitere 16,6 Mio. SEK (~177.000 Euro) wurden für das Programm „Special Introduction Support for Immigrants“ (SIS) bereitgestellt.
  • 80,7 Mio. SEK (~8,9. Mio. Euro) wurden für aktivierende Maßnahmen bereitgehalten. Außerdem waren im Budget 15,1 Mio. SEK (~1,67 Mio. Euro) für Job Trainings und externe Aufträge vorgesehen.
  • Im Rahmen von SFI („Schwedisch für Einwanderer“) wurden 77,5 Mio. SEK (~8,55 Mio. Euro) eingesetzt.
  • Für alle Arbeitsmarktprogramme wurden insgesamt 334 Mio. SEK (~36,9 Mio. Euro) zur Verfügung gestellt.

Erfolge:

  • Eine Evaluation der Projekte des Jahres 2006 wird im Moment erarbeitet.

Kontakt:

Alf Merlöv

Telefon: 0046 - (0)40 34 40 69

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Weitere Informationen:

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

Stand: Februar 2007

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Alf Merlöv

Malmö stad

Avdelning för Integration och Arbetsmarknad

S-205 80 Malmö

August Palms plats 1

phone: 0046 - (0)40 34 40 69

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