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Durchschnittszahlen zur Bevölkerungsentwicklung werden den meisten Großstädten nicht gerecht. Wachstum und Schrumpfung sowie soziale und wirtschaftliche Entwicklungen nehmen in den Stadtteilen häufig einen unterschiedlichen Verlauf. Leipzig reagierte darauf seit 1998 mit sektoralen Stadtentwicklungsplänen. Ziel ist die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Stadtteilen sowie die Konsolidierung des Wohnungsmarktes durch Aufwertung einerseits und Abriss andererseits. Seit 2009 gibt es das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, das den der bisherigen Stadtentwicklungspläne fortsetzt und auf weitere städtische Handlungsfelder erweitert.
Bundesland |
Sachsen |
Bevölkerung (31.12.2009) |
518.862 |
Entwicklung 2002-2009 (in %) |
4,9 |
Entwicklung 2009-2030 (in %) |
8,8 |
Räumliche Einordnung |
Kernstadt im Agglomerationsraum |
Demographietyp |
Aufstrebende ostdeutsche Großstädte mit Wachstumspotenzialen |
- Leipzig hat zwischen 1989 und 1998 durch Geburtenrückgang, Suburbanisierung und arbeitsmarktbedingte Fernwanderungen fast 100.000 Einwohner verloren. Im Jahr 2000 standen 20 Prozent der Wohnungen leer (Schwerpunkt im Altbau) mit wirtschaftlichen, sozialen und baulichen Folgeproblemen.
Seit dem Jahr 2000 zeigt sich ein deutlicher Geburtenanstieg, Wanderungsgewinne junger Menschen und damit Einwohnerzuwachs. Mittelfristig ist weiterhin ein Einwohnerzuwachs zu erwarten (Prognosehorizont: 2020), die Verluste der 1990er Jahre werden dadurch aber nicht kompensiert werden können. Der Einwohnerzuwachs ist im wesentlichen durch Zuwanderung bedingt und erfordert aktives Handeln zur Stabilisierung der Zuwanderung, auch von Migranten und ausländischen Fachkräften. Gleichzeitig muss einem Wegzug insbesondere von Familien in das Umland weiter entgegengesteuert werden. Aus den aktuell steigenden Geburtenraten resultiert ein enormer Erweiterungsbedarf der Infrastrukturen für Kinder und Jugendliche (KITAs, Schulen u.a.) und familiengerechte Angebote in den innerstädtischen Wohnquartieren. Mit der steigenden Zahl von über 80-jährigen sind vielfältige Handlungsbedarfe verbunden - von der Versorgung und aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bis hin zu selbstbestimmten Wohnen in gewohnter Umgebung. Die Stadt ist durch eine bipolare Stadtentwicklung gekennzeichnet, d.h. schrumpfende Stadtteile einerseits sowie wachsende andererseits. Mit den demographisch gegenläufigen Entwicklungen geht auch eine sozialräumliche Differenzierung einher. Diese soziodemographischen Rahmenbedingungen verdeutlichen die anhaltende Notwendigkeit einer integrierten Stadt(teil)entwicklung, die Integration nicht nur als soziale Aufgabe sondern als Querschnittsaufgabe für die gesamte Stadt versteht.
Etablierung und Weiterentwicklung der Integrierten Stadtentwicklung mit folgenden Zielbereichen: Nationale und Internationale Bedeutung steigern, d.h. die Qualitäten weiter ausbauen und wirkungsvoll auch in Städtekooperationen kommunizieren Wettbewerbsfähigkeit Leipzigs weiter stärken, um für Unternehmen und vor dem Hintergrund des demographischen Wandel für junge Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen attraktiv zu sein. Das bedeutet eine Stärkung der weichen Standortfaktoren, die Sicherung und Qualifizierung von Fachkräften, Flächen für Industrie und Gewerbe bereitzustellen und das Profil der Wirtschaftsstruktur zu schärfen Lebensqualität erhalten und verbessern: Leipzig wird von seinen Bewohnern für seine hohe Lebensqualität geschätzt. Damit dies weiterhin der Fall ist, geht es darum das Infrastrukturangebot zu sichern und an den (teilräumlichen) Bedarf anzupassen, den Wohnungsmarkt und die Quartiersentwicklung bedarfsgerecht und an die demographische Entwicklung angepasst zu gestalten, das Erholungs- und Kulturangebote zu sichern und auszugestalten sowie zum Klimaschutz und zur Umweltqualität beizutragen. Soziale Stabilität sichern: Soziale Stabilität ist eine wichtige Basis für den sozialen Frieden in der Stadt und damit für die Lebensqualität und die Wettbewerbsfähigkeit Leipzigs. Sie soll gestärkt werden, indem Benachteiligungen gezielt entgegengewirkt wird, Integration verschiedenster Gruppen in die Stadtgesellschaft unterstützt wird, sowie die Freizeitangebote für Kinder- und Jugendliche weiterentwickelt werden.
Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (SEKo) in einem zweijährigen Arbeitsprozess unter Beteiligung von 17 Ämtern der Stadt und zahlreichen verwaltungsexternen Akteuren. Die fachübergreifende Stadtentwicklungsstrategie des SEKo besteht aus den Elementen: Gesamtstädtische Ziele basierend auf den strategischen Zielen der Kommunalpolitik und auf Grundsätzen der Stadtentwicklung, abgeleitet aus der Leipzig Charta zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Identifizierung von neun Schwerpunkträumen der Stadtentwicklung, in denen Ressourcen und Mittel gebündelt und konzentriert werden sollen.
Beschluss des Stadtentwicklungsplans Wohnungsbau und Stadterneuerung 2000, vertiefende Konzepte und (Teil-)Fortschreibungen 2002, 2003, 2004, 2006 kontinuierliches prozessbegleitendes Stadtumbaumonitoring Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes im Mai 2009 Vorschlag zur Implementierung des SEKo als Analyse- und Steuerungsinstrument in der Haushaltsplanung im März 2010
- Fortführung des SEKo-Prozesses mit dem Ziel einer regelmäßigen Abstimmung und Koordinierung von Entwicklungen in den Schwerpunkträumen und von stadtentwicklungsrelevanten Fachplanungen der Stadt; Instrument sind u.a. ämterübergreifende Workshops.
- Erprobung und Etablierung eines Verfahrens zur Analyse der räumlichen Verteilung von Investitionen und zur Lenkung von stadtentwicklungsrelevanten Investitionen in die Schwerpunkträume des SEKo.
- Aufbau eines Fördermittelmanagement mit dem Ziel einer räumlichen Steuerung des Fördermitteleinsatzes, einer optimierten Nutzung und Koppelung von Fördermitteln sowie der Weiterentwicklung der Fördergebietskulisse.
- Berücksichtigung der Ziele und Schwerpunkte des SEKo in Fachplanungen mit dem Ziel die inhaltlichen und räumlichen Schwerpunkte des SEKo noch stärker in die Fachplanungen einfließen zu lassen und einer noch engeren Verzahnung von SEKo und Fachplanungen.
- Erarbeitung / Fortschreibung teilräumlicher und inhaltlicher Konzepte auf Grundlage des SEKo; Aktuelle Prioritäten sind: Veränderung / Weiterentwicklung der Fördergebietskulisse für das Programm Stadtumbau Ost, Entlassung von Sanierungsgebieten, sowie Fortschreibung bestehender und Erarbeitung neuer Stadtteilentwicklungskonzepte für die Schwerpunkträume, die einer integrierten Stadtteilentwicklungsstrategie bedürfen.
- Erarbeitung eines Konzeptes für ein SEKo-Monitoring als Grundlage für die Anpassung der Stadtentwicklungsstrategie an künftige Veränderungen.
- Weiterentwicklung des SEKo als kontinuierliche Prozess, zunächst für die Themenbereiche Bildung, Soziales, Energieeffizienz/Klimaschutz, Sicherheit und Ordnung.
Stadtteilforen mit Arbeitsgruppen in den Schwerpunktgebieten der integrierten Stadtteilentwicklung Öffentlichkeitsbeteiligung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept Ende 2008 jährliche Reihe in der Volkshochschule zu aktuellen stadtentwicklungsrelevanten Planungen der Stadt Arbeitskreise mit Akteuren der Stadtentwicklung (z.B. Wohnungsmarkt, Hochschulen/ Forschungseinrichtungen)
seit 1998: Einwohnerzuwachs in den innerstädtischen Altbauquartieren (+ 42.000 Einwohner) Rückgang des Wohnungsleerstandes um 15.000 Wohnungen bzw. von 22 auf 11 Prozent 20 ha dauerhafte Grünflächen und 17 ha höherwertige Zwischennutzungen 400 verkaufte Eigentumswohnungen/Stadthäuser im Selbstnutzerprogramm und Etablierung eines neuen Marktsegmentes „Stadthäuser“
Stefan Heinig
Telefon: 0341 - 12 34 920
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Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune
Stand: September 2010 |
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Stefan Heinig Stadtentwicklung
Stadt Leipzig
Martin-Luther-Ring 4-6
04109 Leipzig
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