Bertelsmann Stiftung

Leed - Education Leeds

Demographie-Profil:

Land

Großbritannien

Verwaltungseinheit

Großstadt

Bevölkerung (Juni 2009)

787.700

Geboren in England

667.766

Geboren andernorts in der EU

12.503

Geboren außerhalb der EU

35.133

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Großbritannien entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg als Folge der großen Zahl von Zuwanderern aus ehemaligen Kolonien, zu einem Einwanderungsland.

  • Seit den 1990er Jahren findet eine beträchtliche Zuwanderung von Ar­beitskräften statt, vor allem aus EU-Staaten. Zu Beginn handelte es sich insbesondere um gering qualifizierte Arbeitskräfte.

  • Durch die seit Mitte der 1990er Jahre verfolgten Politik der „gesteuerten Zuwanderung“, wanderten vor allem qualifizierte Arbeitskräfte ein.

  • 2005 war etwa ein Zehntel der britischen Bevölkerung zugewandert und im Ausland geboren.

  • Die derzeit größte Herausforderung besteht in der Integration einer neuen Zuwanderungswelle. Während die Zahl der Schüler ins­gesamt zwischen 2004 und 2006 gesunken ist, ist ein deutlicher Zuwachs insbesondere von Schülern aus Asien und den neuen mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten zu verzeichnen.

Ziel:

  • Education Leeds verfolgt einen systematischen Ansatz: Die Wertschät­zung von Vielfalt, Integration und Zusammenhalt steht im Mittelpunkt aller Aktivitäten.

Strategie:

  • Education Leeds verfolgt eine klare Vision, die auf Chancengleichheit und Teilhabegerechtigkeit zielt.

Meilensteine:

  • Stephen Lawrence Education Standard: Education Leeds hat in Zu­sammenarbeit mit Vertretern der ethnischen Gemeinschaften vor Ort einen eigenen Qualitätsstandard für Schulen entwickelt, um In­tegration und Chancengleichheit an Schulen zu fördern. Der Ste­phen Lawrence Education Standard (SLES) ist nach Stephen Law­rence benannt, einem Teenager aus einer Familie aus Jamaika, der 1993 in London von weißen Jugendlichen ermordet wurde.

  • Mehr als 100 Schulen sowie zwei Zentren für frühkindliche Bildung haben den SLES erreicht.

Akteure:

  • Kommune

  • Mitarbeiter im Bildungswesen

  • 265 Schulen

Umsetzung:

  • Systematische Sprachförderung: Englisch als Zweitsprache wird systematisch bei Kindern gefördert, die eine andere Muttersprache als Englisch haben. Dazu gibt es Fortbildungsmaßnahmen für alle Lehrkräfte, nicht nur für Sprachlehrer.

  • Personalisiertes Lernen mit Hilfe von Assistenzlehrern: Vor allem in Grundschulen werden die Lehrkräfte durch Assistenzlehrer mit Migrationshintergrund unterstützt.

  • Integrationsprogramm für Neuankömmlinge: In Zusammenarbeit mit der Zuwanderungsbehörde wird es Schulen ermöglicht, „Neu­ankömmlinge“ innerhalb von 20 Tagen durch Unterstützungs­angebote wie Übersetzungsservice, Psychologen und spezielle Sprachkurse zu integrieren.

  • Buddy-Programm: Jedem neuen Schüler wird ein „Buddy“ aus der gleichen ethnischen Gemeinschaft zugeordnet, der das Zurecht­finden in der neuen Schule erleichtern soll. Auch Eltern erhalten ei­nen Ansprechpartner der gleichen ethnischen Gemeinschaft.

  • Elternkurse: Eltern (v.a. Müttern) mit Migrationshintergrund werden vielfältige Kurse (Sprachkurse, Alphabetisierungskurse etc.) ange­boten, um sie in die Lage zu versetzen, Verantwortung innerhalb der Familie und der Gemeinschaft zu übernehmen.

  • Community-Programm: Feiertage und Feste der unterschiedlichen ethnischen Gemeinschaften werden an den Schulen gemeinsam gefeiert, Eltern und ethnische Gemeinschaften beteiligen sich dabei an den Veranstaltungen.

  • Learning Centres: In sechs Lernzentren können Schüler nach der Schule freiwillig spielerisch Lernlücken schließen. Durch die Ein­bettung der Lernzentren in attraktive Umgebungen (Fußballstadion, Einkaufszentrum) wird die Motivation erhöht; durch die Einbindung berühmter „Paten“ (bspw. von Leeds United), die die Kurse in den Lernzentren begleiten, das Selbstbewusstsein der Schüler gestärkt.

  • Mentoring-Programm: Studierende, Unternehmer und andere Ak­teure aus Leeds dienen als Mentoren, um Schüler mit Migrations­hintergrund bei Schularbeiten zu unterstützen und als Rollenvorbild zu fungieren. Die Motivation der Schüler soll dadurch gesteigert werden.

Bürgerbeteiligung:

  • Kontakt und Zusammenarbeit mit Schulen, Schulleitern, Lehrern, Schü­lern, Eltern und Unternehmen.

Finanzierung:

  • Zentral ist der „Ethnic Minority Achievement Grant“ (EMAG), der landesweit für Kommunen Mittel bereithält, um die Bildungserfolge von benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu steigern. Die Regierung will die Mittel von derzeit 179 Mio. Pfund im Jahr auf 207 Mio. Pfund im Jahr 2011 aufstocken.

  • Education Leeds verfügt jährlich über rund 600 Mio. Pfund und davon eine Mio. Pfund aus dem EMAG.

Erfolge:

  • Seit Education Leeds die Bildungsdienstleistungen auf der Grund­lage der Ratspolitik übernommen hat, erzielen die Kinder und Jugendlichen bessere Ergebnisse, sind die Teilnahmequoten ge­stiegen und die Schulabbrüche zurückgegangen.

  • Die Testergebnisse der 16-Jährigen in den Schulen von Leeds haben sich in den letzten sieben Jahren um 40 Prozent gesteigert.

  • Auch die benachteiligten Kinder und Jugendlichen haben ihre Lei­stungen deutlich verbessern können.

Kontakt:

Education Leeds
10th Floor West
110 Merrion Centre
Leeds
LS2 8DT

Tel.: 0113 247 5590

› E-Mail

 

Weitere Informationen:

 

Stand: September 2008

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