Bertelsmann Stiftung

Langen - Der Elternservice

Demographie-Profil:

Bundesland, Landkreis

Hessen, Offenbach

Bevölkerung (31.12.2009)

35.430

Entwicklung 2002-2009 (in %)

-0,2

Entwicklung 2009-2030 (in %)

0,0

Räumliche Einordnung

Agglomerationsräume – Hochverdichtete Kreise

Demographietyp

Wirtschaftlich starke Städte und Gemeinden mit hoher Arbeitsplatzzentralität

Ausgangslage:

  • Langen liegt mitten im Rhein-Main-Gebiet. Hier entstanden in den letzten Jahren neue Gewerbegebiete und damit Arbeitsplätze, neue Wohn- und Baugebiete wurden ausgewiesen, die den Zuzug von Arbeitnehmern und jungen Familien ebenfalls förderten. Der Kinderbetreuungsbedarf ist dementsprechend groß.
  • Langen ist eine familienfreundliche Kommune, die heute ein vergleichsweise engmaschiges Netz an Betreuungsangeboten für Kinder aller Altersklassen bereithält. In der Gründungsphase des Elternservice bzw. dessen Trägerverein Mütterzentrum Langen e. V. war dies noch nicht der Fall. Es fehlten überall Betreuungsplätze, vor allem flexible, an den Bedürfnissen erwerbstätiger Eltern angepasste Angebote.
  • Der Träger des Elternservice, der Verein Mütterzentrum Langen e. V., ist seit 1986 Anlauf- und Kontaktstelle für Mütter, Frauen und Familien. Nach dem Motto „von Müttern für Mütter“ sind zahlreiche Selbsthilfeprojekte und –initiativen entstanden, u. a. auch eine Babysitterkartei, die zunächst ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern geführt wurde.
  • Die stark wachsende Nachfrage erwerbstätiger Mütter und Wiedereinsteigerinnen nach verlässlicher und flexibler Kinderbetreuung konnte alleine mit Babysittern nicht gedeckt werden. Die ersten Tagesmütter wurden in die Kartei aufgenommen und an Betreuung suchende Eltern vermittelt. Es zeigte sich, dass der damit verbundene Beratungsbedarf seitens der Tagesmütter und Eltern jedoch nicht mehr wie zuvor in rein ehrenamtlicher Arbeit „zwischendurch“ zu leisten war. Um den berechtigten Ansprüchen der Nutzer nach qualifizierter Beratung, Vermittlung und Begleitung gerecht werden zu können, wurde deshalb 1996 der Elternservice gegründet. Ein professionell arbeitendes Non-Profit-Dienstleistungsunternehmen entstand, das flexibel auf wechselnde Bedarfslagen von Familien reagieren kann und „Qualifizierte Dienste rund um die Familie“ bietet. Aus dem Selbsthilfeprojekt wurde ein Dienstleistungsprojekt.

Ziele:

  • Schaffung von maßgeschneiderten Unterstützungs- und Entlastungsangeboten der Familien durch:
    • Qualitative und quantitative Verbesserung der Kinderbetreuung vor Ort durch Organisation individueller, bedarfsgerechter Betreuungslösungen.
    • Hilfe für Familien in Notsituationen.
  • Verbesserung des familienfreundlichen Klimas in Langen.

Umsetzung:

  • Die Umsetzung sollte professionell verlaufen, so dass das Konzept von einer Unternehmensberatungsfirma im Rahmen eines Existenzgründungsprojektes auf seine Umsetzbarkeit und Tragfähigkeit überprüft wurde. Nach konkreter Konzeptionierung und Genehmigung wurden erste Räume angemietet und feste Öffnungs- und Beratungszeiten eingerichtet.
  • Wichtig war und ist die hohe Qualität der Angebote. Eltern und Betreuer können darauf vertrauen, dass nur Menschen vermittelt werden, die den Mitarbeitern persönlich bekannt und geprüft sind und die mit dem Elternservice zum Wohle des Kindes zusammenarbeiten.
  • Als Mitglied im Bundesverband Kindertagespflege, Hessischen Landesverband Kindertagespflege und im regionalen Arbeitskreis des Hessischen Tagespflegebüros bilden sich die Mitarbeiterinnen des Teams regelmäßig weiter.
  • 2001 wurde ein Familienpflegedienst gegründet, der sich zu einem wichtigen Bestandteil des Leistungsangebotes entwickelte. Mütter/Väter, die durch Erkrankung, Überlastung oder andere familiäre Krisensituationen Unterstützung bei der Betreuung und Versorgung ihrer Kinder benötigen, erhalten hier Hilfe. Der Pflegedienst arbeitet eng mit Krankenkassen und anderen Kostenträgern zusammen.
  • Im Mai 2006 zog der Elternservice gemeinsam mit dem Trägerverein und dem Verein Seniorenhilfe Langen e. V. unter ein Dach in das neu erbaute Zentrum für Jung und Alt. Dadurch konnten eine eigene Kinderkrippe eingerichtet und offene Kinderbetreuung im ZenJA organisiert werden. So können Senioren z. B. als Babysitter oder Betreuungs-Omas und –Opas, besser in die Kinderbetreuung integriert werden. Die Kindertagespflege wird vom Land Hessen und der Stadt Langen gefördert.
  • Seit Dezember 2006 ist das ZenJA Mehrgenerationenhaus im Bundesaktionsprogramm des Familienministeriums. Der Elternservice ist Teil des MGH Langen.
  • In 2007 erklärte sich die Stadt Langen bereit, den städtischen Zuschuss zu erhöhen, sodass Eltern und Tagesmütter aus Langen entsprechende Vermittlungsleistungen und Qualifizierungen kostenfrei in Anspruch nehmen können.
  • In 2008 wurde das Haus um 200 m² erweitert. Der geschaffene Raum wird seitdem genutzt für ein vielfältiges Gesundheits-, Spiel- und Bewegungsprogramm für Eltern-Kind-Gruppen, für Tagesmütter und Tageskinder und die Krippenkinder des Taki-Hauses.
  •  In 2009 wurde der Elternservice als Maßnahmeträger des Bundesverbands für Kindertagespflege anerkannt.
  •  Im Juni 2010 wurde ein Standort des bundesweit bekannten Projekts wellcome – Praktische Hilfe für Familien nach der Geburt in Langen eröffnet.
  • Seit 2010 wurden die Krippenplätze im Taki-Haus um acht auf insgesamt 20 Plätze erweitert.
    • Folgende Maßnahmen wurden bisher umgesetzte:
      • Einrichtung einer Fachstelle für Kindertagespflege mit Beratung, Vermittlung und Vernetzung von Tagespflegepersonen und Eltern.
      • Gründung eines Familienpflegedienstes für Hilfe in Notfällen, bei Krankheit des betreuenden Elternteils, Krankenhausaufenthalte, Kur oder Reha-Maßnahmen.
      • Babysittervermittlung und -fortbildung für flexible, stundenweise Betreuungsanfragen.
      • Qualifizierungszentrum für Kindertagespflege & Co.:
        • Wohnortnahe, praxisorientierte Fortbildungsangebote nach dem bundesweit anerkannten DJI-Curriculum
        • Grund- und Aufbauqualifizierungen der Kindertagespflege
        • Vorbereitung auf die Bundeszertifizierung „Qualifizierte Tagespflegeperson“ des Bundesverbands für Kindertagespflege
          • Vernetzungstreffen für Tagespflegefamilien
          • Erste-Hilfe am Kind-Seminare
          • Hauswirtschaftskurse
          • Babysitterseminare mit Babysitterpass
      • Taki-Haus (Tageskinderhaus = Kinderkrippe) mit 20 Betreuungsplätze im Platz-Sharing für Kinder ab 6 Monate bis 3 Jahre, von Montag bis Freitag von 7:30 bis 15:00 Uhr geöffnet.
      • Kinderbetreuung im Mehrgenerationenhaus durch Organisation der Kinderbetreuung für Kursteilnehmer und Nutzer des Mehrgenerationenhauses.
      • Organisation von Spiel- und Bewegungsgruppen
        für Tagesmütter mit Tageskindern sowie Eltern mit Babys und Kleinkindern

Erfolge:

  • Es werden jährlich für mehr als 200 Eltern individuelle Betreuungslösungen organisieret, die sich ausschließlich am Bedarf der Familien orientieren.
  • Durch unser breit gefächertes Beratungsangebot, das andere Träger und Anbieter in unserer Kommune selbstverständlich mit einschließt, können für fast alle Betreuungsanfragen tragbare Lösungen entwickelt und gemeinsam mit den Eltern umgesetzt werden.
  • Es werden nicht nur die Arbeitsplätze der Eltern gesichert, sondern es entstehen neue Arbeitsplätze bei Tagesmüttern oder in den Haushalten der Familien. Der Elternservice heißt auch Ehrenamtliche willkommen und bietet ihnen ein attraktive Arbeitsfelder, die Freude und Anerkennung bringen.
  • Der Elternservice leistet professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, informiert durch Flyer und stellt seine Angebote und Leistungen in der vereinseigenen Zeitung „Die Langenerin“ dar, die in allen Kitas, Stadtverwaltungen und öffenlichen Einrichtungen erhältlich ist.
  • Im Rahmen des Bundesaktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser wurde das Langener Mehrgenerationenhaus 2007 aufgrund der Erfahrung und Kompetenz des Elternservice-Teams in Sachen Kinderbetreuung als „Leuchtturmhaus“ ausgewählt.
  • In 2010 wird der Elternservice Standort des bundesweit beachteten Projekts wellcome – Praktische Hilfe für Familien nach der Geburt.

Kontakt:

Monika Maier-Luchmann

Telefon: 06103 - 23 033

› Mail

 

Weitere Informationen:

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden, bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

Stand: Oktober 2010

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KONTAKT

Monika Maier-Luchmann

Zentrum für Jung und Alt

Zimmerstr. 3

63225 Langen

Telefon: 06103 - 23 033

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