Bertelsmann Stiftung

Landkreis Osnabrück - BÜRGERaktiv - Förderung des Ehrenamts

Demographie-Profil:

Bundesland

Niedersachsen

Bevölkerung (31.12.2009)

357.056

Entwicklung 2002-2009 (in %)

0,1

Entwicklung 2009-2030 (in %)

-4,0

Räumliche Einordnung

Landkreis im verstädterten Raum

Ausgangslage:

  • Unsere Gemeinwesen sind auf Bürgerengagement angewiesen.
    • Ohne das Engagement vieler wäre das Leben arm: Ein Blick auf die überaus vielfältige Landschaft der Selbsthilfe, der Initiativen und Gruppen und der zahllosen Vereine und Verbände in den Bereichen des Sports, der Kultur und im Sozialbereich zeigt, wie stark der Alltag und Lebensqualität in den Städten und Gemeinden von der Einsatzbereitschaft und Kompetenz der freiwillig Tätigen geprägt wird.
  • Dieses Engagement zu sichern und anzuerkennen ist eine wichtige Aufgabe.
    • Politik und Verwaltung müssen diese stellvertretend für alle Bürger wahrnehmen. Denn Selbsthilfe und die Übernahme von ehrenamtlichen Verpflichtungen sind nicht (mehr) selbstverständlich. Anforderungen des Berufslebens, Verpflichtungen durch Partnerschaft und Familie, Umzugsmobilität - um einige Hemmnisse zu nennen - erschweren ein kontinuierliches Engagement für die Gemeinwesen.
  • Freiwilliges Engagement im Bereich von Selbsthilfe, Bürgerengagement und Ehrenamt braucht haltende Strukturen.
    • Wenn das Engagement nicht erfolgreich ist erlahmt es. Freiwillige brauchen deshalb eine organisatorische Anbindung, verlässliche Adressaten, Hilfe zur Überwindung von Hemmnissen, Tipps und Hinweise damit sie wirksam werden können.

Ziele:

  • Der Landkreis Osnabrück fördert engagierte Bürger
  • Langfristig geht es um die Sicherung der Entwicklungs- und Funktionsfähigkeit der demokratischen Gesellschaft. Konkret unterstützt der Landkreis Osnabrück die Kräfte von engagierten Menschen und Gruppen zur Selbstorganisation so, dass diese nicht nur Ihre eigenen wachsenden persönlichen Belastungen und Risiken im derzeitigen wirtschaftlichen und sozialen Wandel bewältigen, sondern darüber hinaus auch Kräfte entfalten um
    • Solidarität mit Schwächeren zu üben und Fremde zu integrieren,
    • in den verschiedensten Formen das gesellschaftliche Leben zu tragen und so
    • ein attraktives soziales und kulturelles Leben mitzugestalten.

Umsetzung:

  • Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt aufgebaut
    • Ausgehend von den oben genannten Grundsatzüberlegungen (Rahmenkonzept) wurde das Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt als haltende Struktur für die beiden Zielgruppen entwickelt.
    • Es versteht sich als Kontaktstelle für Menschen, die Rat suchen, und es unterstützt engagierte Bürger, Gruppen und Initiativen. Es fördert und vernetzt interessante Ideen, Projekte, ehrenamtliche Initiativen und Selbsthilfegruppen. Es ist Kopfstelle in den regionalen Netzwerken der Selbsthilfe und des Ehrenamtes.
  • Lobby im vorpolitischen Raum
    • Sprecherteam der Selbsthilfegruppen:
      Das Sprecherteam wirkt als eine Vertretung der Selbsthilfegruppen in Stadt und Landkreis und als strategische Unterstützung des Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt.  Alle Selbsthilfegruppen werden viermal jährlich ins Kreishaus eingeladen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihre Erfahrungen austauschen und sich in den Arbeitsgruppen aktiv als Themenverantwortliche etc. einbringen. Die Arbeits- und Begegnungstreffen entwickeln sich prozesshaft und sind eng an den Interessen der Akteure orientiert. Es werden regional bedeutsame Themen erörtert und Zusammenkünfte von Arbeitskreisen in diesem Rahmen organisiert. Ein jährlich stattfindendes Gesamttreffen hat eher formellen Charakter. Aus den Reihen der Selbsthilfegruppen wird das Sprecherteam für 3 Jahre beim Gesamttreffen gewählt. Die Sprecher nutzen u. a. die Arbeits- und Begegnungstreffen der Selbsthilfegruppen, um deren Interessen besser kennen zu lernen.
    • Verein Rückenwind für Bürgerengagement:
      Im Verein "Rückenwind für Bürgerengagement e.V." haben sich ehrenamtlich engagierte Bürger aus verschiedenen Bereichen im Herbst 2002 zusammengeschlossen, um das Ehrenamt im Landkreis Osnabrück voranzubringen. Sie widmen sich in erster Linie der Lobbyarbeit und der Stärkung einer Anerkennungskultur des Ehrenamtes. Der Verein arbeitet mit dem Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt des Landkreises eng zusammen.

  • Das Motto: BÜRGERaktiv
    Die Idee BÜRGERaktiv ist seit Jahren das Dach für verschiedenste ehrenamtliche Initiativen und Projekte. Es ist zugleich corporate design und verbindender Gedanke.
  • Projektmittel
    Unter dem Stichwort "Bürger aktiv" fördert der Landkreis Osnabrück seit 1998 verstärkt das ehrenamtliche Engagement in den Städten und Gemeinden des Landkreises durch Qualifizierungsangebote die zusammen mit Erwachsenbildungseinrichtungen angeboten werden, durch Materialien und Hinweise (z.B. Ehrenamtskoffer), Mediationsangebote etc. Für die Initiierung von Projekten werden bei Bedarf kleinere Sachmittelpauschalen gewährt.

Erfolge:

  • Das regionale Netzwerk der Gruppen und Initiativen
    Rund 400 Selbsthilfegruppen und zahlreiche ehrenamtliche Initiativen und Projekte sind gute Beispiele für den Wunsch und die Bereitschaft von Bürgern, ihr eigenes Umfeld und ihre Zukunft aktiv zu gestalten.
  • Interessante Projekte:
    • Onlinebörse:
      In Zusammenarbeit mit den großen Wohlfahrtsverbänden wurde vom Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt eine regionale Internetbörse zu den Themen „ehrenamtliches Engagement“, „Freiwilliges soziales Jahr“, „Zivildienst“ und „Praktikum“ eröffnet. Soziale Einrichtungen aus dem Osnabrücker Land können dort ihre Angebote einstellen und damit Jugendlichen als Zielgruppe näher bringen.
    • Die Onlinebörse lief gut an und wurde von den beteiligten Trägern nach dem ersten Jahr als erfolgreich bewertet. Zwölf gute Beispiele wurden in Presseartikeln von der Neuen Osnabrücker Zeitung vorgestellt. Mit rund 100.000 Besuchen im Internet haben viele Bürger großes Interesse gezeigt. Die Internetbörse, die zunächst eher für Jugendliche konzipiert war ist um die Zielgruppe der Älteren erweitert werden. Weitere Infos unter » www.starkes-engagement.de
    • Ehrenamtslotsen:
      Ehrenamt findet vor Ort statt. Deswegen fördern Städte und Gemeinden das freiwillige Engagement ihrer Bürger dort, wo es entsteht: in Vereinen, in Nachbarschaften, Seniorentreffs usw. Die Ehrenamtslotsen sind Ansprechpartner vor Ort für Menschen die sich engagieren. Sie sind zugleich das Verbindungsglied zur Stadt oder Gemeinde. Sie bilden kleine lokale Netzwerke mit Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Bereichen des Ehrenamtes, um vor Ort Kräfte zu bündeln, gemeinsames Handeln zu fördern und das Ehrenamt voranzubringen.
    • Das Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt des Landkreises Osnabrück unterstützt die Ehrenamtslotsen mit Rat und Tat, organisiert Fortbildungen, bietet Image-Kampagnen, fördert Projekte und bietet Raum für Erfahrungsaustausch durch regelmäßige Treffen und Veranstaltungen. Diese Erfahrungen und gute Beispiele werden allen Ehrenamtslotsen zugänglich gemacht. Weitere Infos unter: » www.ehrenamtslotse.de
    • Ehrenamtkarte:
      Im Landkreis Osnabrück wurde die Ehrenamtskarte des Landes Niedersachsen eingeführt. Sie kann für verdiente Ehrenamtliche ausgestellt werden, die sich seit mindestens drei Jahren fünf Stunden in der Woche für andere Menschen engagieren. Die Ehrenamtskarte wurde erstmals am 5. Dezember 2007 zum Tag des Ehrenamtes öffentlich vorgestellt. Vergünstigungen wurden auf Landkreis-Ebene akquiriert und werden durch Angebote der Städte und Gemeinden erweitert. Bisher wurden weit über 500 Karten für Ehrenamtliche aus den Bereichen Sport, Kultur/Musik, Soziales/Senioren/Jugend, Feuerwehr/Rettung, Kirche/Migration und Umwelt vergeben. Weitere Vergabetermine sind halbjährlich geplant. Die Organisation übernimmt das Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt.
    •  „Freiwilliges Soziales Projekt“:
      Mit dem Freiwilligen Sozialen Projekt (FSP) bietet der Verein „Rückenwind für Bürgerengagement“ seit dem 1. Mai 2006 ein freiwilliges soziales Jahr für Ältere an. Dabei können ältere Menschen, die nach der Berufs- oder Familienphase ihr Leben weiterhin aktiv und sinnvoll gestalten möchten, in gemeinnützigen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Seniorenheimen unterstützend aktiv werden.
    • Das besondere am FSP ist die vertragliche Vereinbarung, mit der sich die Ehrenamtlichen bereit erklären, ein Jahr lang 8 Wochenstunden einzusetzen. Im Gegenzug erhalten sie in der Einsatzstelle eine qualifizierte Begleitung und die Erstattung von Fahrtkosten sowie begleitende Fortbildungsangebote durch die FSP-Koordinierungsstelle in der Katholischen Landvolkhochschule Oesede.

Kontakt:

Werner Lindwehr

Telefon: 0541 - 50 13 129 

› Mail

 

 

Weitere Informationen:

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

Stand: November 2010

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KONTAKT

Werner Lindwehr

Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück

Am Schölerberg 1

49082 Osnabrück

Telefon: 0541 - 50 13 129

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