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Bundesland |
Mecklenburg-Vorpommern |
Bevölkerung (31.12.2009) |
123.528 |
Entwicklung 2002-2009 (in %) |
k.A. |
Entwicklung 2009-2030 |
-11,4 |
Räumliche Einordnung |
Ländliche Kreise geringerer Dichte_Ländliche Räume |
- Der Landkreis Ludwigslust ist der größte Landkreis in Mecklenburg-Vorpommern und liegt südlich der Landeshauptstadt Schwerin. Wirtschaftlich orientieren sich viele der 120.000 Einwohner zum ca. 60 km entfernten Hamburg. Als Sitz der Kreisverwaltung ist Ludwigslust die größte Stadt des Landkreises, die übrigen 85 Gemeinden werden wiederum in 9 Ämtern zusammengefasst.
- In MV verfügt Ludwigslust über die höchste Industriedichte und ist die wirtschaftlich stärkste Region im verarbeitenden Gewerbe. Mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 9,8% verfügt Ludwigslust über die niedrigste Zahl an Arbeitslosen im gesamten Bundesland.
- Die Kreisverwaltung gilt als besonders reformfreudig und kooperiert bereits über mehrere Ämter mit der Landeshauptstadt Schwerin. In den 1990ern wurde im Zuge des Projekts „Landratsamt 2000“ das NSM mit allen Komponenten eingeführt und dementsprechend Verwaltungsaufbau und –abläufe angepasst. Seit dem Jahr 2001 strebt die Kreisverwaltung durch das Projekt „Verwaltung 21 online“ den Ausbau der eGovernment-Aktivitäten an.
- Aus den beiden Programmen „Landrat 2000“ und „Verwaltung 21 online" entwickelten sich drei Leitzeile:
- Flächendeckende Erweiterung der kommunalen Dienstleistungen
- Reduzierung der Verwaltungsgänge für den Bürger
- Ausbau der politischen Partizipation durch eGovernment
- Als strategische Maßnahme wurde eine umfassende Kooperation des Landkreises mit den kreisangehörigen Gemeinden/ Ämtern vereinbart. Diese Kooperation umfasst sowohl den Front-Office als auch den Back Office Bereich
- Das Grundgerüst der Kooperation zwischen Landkreis und kreisangehörigen Gemeinden basiert auf drei Säulen; Kreisnetz, Kommunalportal und kooperative Bürgerbüros. Durch das Kreisnetz fungiert die Kreisverwaltung als Brückenkopf zu den Landesnetzen und –diensten und dient damit als Kompetenzcenter und Anlaufstelle der kleineren Gemeinden.
- Zentraler Bestandteil der eGovernment-Lösung ist das Kommunalportal, unter dessen Dach alle Gemeinden des Landkreises vertreten sind. Während alle gemeinsamen Dienst- und Verwaltungsleistungen durch die gleiche Administration bereit gestellt werden, können die Gemeinden die eigene Webseite gestalten und sich so individuell präsentieren. Gleichzeitig sind alle Mitarbeiter an ein gemeinsames Intranet z.B. für zentrale Buchungen etc. angeschlossen.
- Kernprojekt der Zusammenarbeit im Frontoffice Bereich bilden die kooperativen Bürgerbüros. In den derzeit 5 Außenstellen werden die Aufgaben und Dienstleistungen von Landkreis und Gemeinden gemeinsam wahrgenommen. Dabei existieren zwei Arten von kooperativen Bürgerbüros, die sich hinsichtlich Personalzugehörigkeit und Leistungsangebot unterscheiden:
- Typ A: Im Bürgerbüro Boizenburg arbeiten die Mitarbeiter der Gemeinde gemeinsam mit Landkreismitarbeitern zusammen.
- Typ B: In den Bürgerbüros Stralendorf, Zarrentin und Wittenburg, Dömitz arbeiten die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung unter Begleitung des Landkreises.
- In allen Bürgerbüros werden die typischen Leistungen angeboten, die von dem Großteil der Bürger in den meisten Lebenslagen benötigt werden. In Boizenburg können die Bürger auch KFZ-Zulassungen beantragen. Zusätzlich erfüllen die Angestellten auch verschiedene Funktionen als Verwaltungslotsen, in dem sie Bürger und Unternehmen über verschiedene weiterführende Leistungen informieren, beraten und Vorprüfungen durchführen.
- In Boizenburg erfolgt die Finanzierung der Personalkosten für die jeweils eigenen Mitarbeiter. Die Sachkosten werden geteilt. Die übrigen Bürgerbüros werden über Kostenpauschalen finanziert. Einnahmen fließen in allen Fällen dem Aufgabenträger zu.
- Wichtig ist vor allem die Auswahl und Ausbildung der Mitarbeiter. Dem Selbstverständnis nach, handelt es sich um Bürgerberater, die aufgrund des breiten Spektrums an Beratungsleistungen, neben der fachlichen Qualifikation auch emotional geschult werden. Zentrales Auswahlkriterium sind vor allem fundierte Kenntnisse über Verwaltungsabläufe, um so optimale Beratungsleistungen gewähren zu können. Die Schulungen erfolgen durch Training on the Job in bereits bestehenden Einrichtungen und werden ständig optimiert.
- Derzeit noch in der Aufbauphase stehen mobile Terminals, die den Bürgern ohne eigenen Internetanschluss Zugang zu den onlinebasierten Serviceleistungen bieten. Dieses Angebot soll sukzessiv ausgebaut werden, um so Wartezeiten zu verringern und das Personal zu entlasten.
- Durch die kooperativen Bürgerbüros konnte das Ziel der Kundenorientierung erfolgreich umgesetzt werden. Das kommunale Dienstleistungsangebot wurde an die Fläche des Landkreises angepasst, so dass sich vor allem die Anreisezeit für den einzelnen Bürger merklich verkürzt hat. Darüber hinaus profitiert der einzelne Bürger von der zentralen Beratungsleistung durch einen „persönlichen“ Bürgerberater.
- Der Ausbau des Kreisnetzes und des Kommunalportals ermöglicht den Bürgern eine Vielzahl von Verwaltungsleistungen per Internet abwickeln zu können. Dadurch können Zeit und Ressourcen eingespart werden.
- Die Verlagerung gewisser Leistungen in den Front Office Bereich hat, aufgrund der Entlastung der Mitarbeiter, im Back Office Bereich zu Performanceverbesserungen geführt. Vor allem die Vorprüfung von Anträgen wirkt sich dabei positiv auf Qualität und Bearbeitungszeiten aus, was wiederum die Kundenzufriedenheit erhöht.
- Aufgrund der Standortvielfalt und dem dadurch bedingten höherem Personalbestand entstanden Mehrkosten für alle beteiligten Kommunen. Diese Kosten werden aber durch die beteiligten Kommunen akzeptiert, da die Bürger entlastet und die kommunalen Dienstleistungen verbessert werden konnten.
- Das Kooperationsmodell der Kreisverwaltung fand bundesweit Beachtung, unter anderem durch einen Best Practice Award des Projekts „Media@Komm-Transfer“ der Bunderegierung.
Günter Kremer
Telefon: 0385 - 64 03 101
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Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden, bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune
Stand: April 2011 |
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Günter Kremer Fachdienstleiter
Landkreis Ludwigslust
Otto-Hahn-Str. 3
19061 Ludwigslust
Telefon: 0385 - 64 03 101
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