Bertelsmann Stiftung

Landkreis Hersfeld-Rotenburg - Fördern und Fordern

Demographie-Profil:

Bundesland

Hessen

Bevölkerung (31.12.2009)

122.812

Entwicklung 2002-2009 (in %)

-4,9

Entwicklung 2009-2030 (in %)

-12,7

Ausländeranteil (in %)

5,0

Räumliche Einordnung

Ländliche Räume – Ländliche Räume größerer Dichte

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist ein ländlich strukturierter Kreis im Nordosten von Hessen. Insgesamt leben dort etwa 130.000 Einwohner verteilt auf 16 Gemeinden und vier Städte.
  • Zuwanderer bilden neun Prozent der Bevölkerung, wobei Spätaussiedler die größte Gruppe bilden. In einigen Wohnvierteln machen Spätaussiedler teilweise die Hälfte der Bewohner aus.
  • Dies führte auch dazu, dass sich die Politik vor allem auf diese Verbesserung der Integration dieser Gruppe konzentrierte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der beruflichen Eingliederung von jugendlichen Spätaussiedlern.

Ziel:

  • Durch den Aufbau einer netzwerkorientierten Integrationsarbeit sollen die vorhandenen Ressourcen gebündelt und Integrationsangebote effektiver aufeinander abgestimmt werden.

Strategie:

  • Der Landkreis hat seine Integrationsarbeit Schritt für Schritt im Rahmen zweier Modellprojekte aufgebaut. Die dadurch entstandene netzwerkorientierte Arbeit des Landkreises soll langfristig als Querschnitts- und Gesamtsteuerungsaufgabe verankert werden.
  • Die Verwaltung soll sich dabei von einer reinen Regelverwaltung hin zu einer sozialen Integrationsverwaltung entwickeln.
  • Die Schwerpunkte der Integrationsarbeit bilden dabei die Bereiche Sprache, Arbeit und soziale Integration. Der Arbeit liegt dabei das Prinzip „Fördern und Fordern“ zu Grunde.

Akteure:

Die Steuerungsgruppe des Netzwerks e. V. besteht aus:

  • Fachdienst Migration und besondere soziale Dienste
  • Jugendhilfeplaner des Jugendamts
  • Wohlfahrtsverbände
  • Freie Träger

Die Netzwerkpartner sind:

  • Andere Behörden und Einrichtungen wie z. B. Schulen
  • Migrantenorganisationen

Umsetzung:

  • Der erste Schritt hin zur heutigen Struktur der Integrationsarbeit im Landkreis Hersfeld-Rotenburg war 1998 ein Praxisforschungsprojekt in Kooperation mit dem DGB und der FH Darmstadt. Im Laufe dieses Projekts entstand die Idee für eine Ressourcenbündelung durch eine netzwerkorientierte Integrationsarbeit.
  • Basierend auf dem Praxisforschungsprojekt wurde der Landkreis 2001 von der Bundesregierung für die Teilnahme am dreijährigen Modellprojekt „Netzwerk für Integration von Spätaussiedlern“ ausgewählt. Dieses hatte zum Ziel, Potenziale effektiver zu nutzen und Betroffene intensiver in die Integrationsarbeit einzubeziehen. So wurden vom Netzwerk in Kooperation mit Migranten Sprachförderangebote entwickelt.
  • Die Steuerungsgruppe des Netzwerks, bestehend aus Vertretern des Fachdiensts Migration, des Jugendamts, Wohlfahrtsverbänden und Vereinen agiert inzwischen als eingetragener, sich selbst tragender gemeinnütziger Verein.
  • Innerhalb der Steuerungsgruppe werden Projekte und Maßnahmen aufeinander abgestimmt, deren Bedarf ermittelt und durch den Landkreis umgesetzt wird. Dazu zählen z. B. die Sprach– und Integrationsangebote des Landkreises (Gründung einer AG zur besseren Koordinierung der Kurse, ein Netzwerk für Ausbildung und Qualifikation von Migranten), die Gründung des Interkulturellen Zentrums e. V. sowie Informations- und Beratungsangebote.
  • Durch die intensive Arbeit mit Zuwanderern innerhalb des Netzwerks hat der Fachdienst Migration einen positiven Perspektivwechsel vollzogen: Man hat einen Weg von der reinen Leistungsgewährung zu einer Integrationsarbeit gefunden, die auf einem Dialog auf gleicher Augenhöhe und einem würdevollen Miteinander beruht.

Bürgerbeteiligung:

  • Bürgerbeteiligung und ehrenamtliches Engagement sind eine wichtige Basis der Integrationsarbeit des Landkreises.
  • Die Betreuer des Fachdiensts Migration verstehen sich als Lotsen in diesem Prozess; innerhalb der diversen Projekte des Netzwerks findet eine gezielte Ansprache für ein ehrenamtliches Engagement statt.

Erfolge:

  • Durch die Vernetzung der verschiedenen Akteure wurden Ressourcen freigesetzt, die Beteiligten gestärkt und dadurch Erfolgerlebnisse geschaffen.
  • Zunehmend beteiligen sich auch Zuwanderer an den Aktivitäten des Netzwerks.
  • Die Integration in den Arbeitsmarkt sowie die gegenseitige Akzeptanz haben sich merkbar erhöht.

Kontakt:

Frank Hildebrand

Telefon: 06621 - 87 293

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Weitere Informationen:

  • » Landkreis Hersfeld-Rotenburg
  • Bertelsmann Stiftung, Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik. Gütersloh 2005. S. 42 und 94

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden, bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

Stand: September 2006

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KONTAKT

Frank Hildebrand
Fachdienstleiter Migration und besondere soziale Dienste

Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Hubertusweg 19

36251 Bad Hersfeld

Tel: 06621 - 87 61 88

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