Bertelsmann Stiftung

Landkreis Dithmarschen - Projekt "Kreis Dithmarschen im Demographischen Wandel"

Fakt ist, dass der demographische Wandel das künftige Leben im Kreis Dithmarschen verändern wird. Doch anders als vielerorts sehen die Verantwortlichen im Kreis Dithmarschen in den Herausforderungen, die das weniger und älter werden mit sich bringen, auch eine Chance für eine zukunftsfähige Modernisierung und Qualifizierung.

Gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung als starken, kompetenten und innovativen Partner an seiner Seite und zahlreichen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und sozialen Einrichtungen, hat der Kreis Dithmarschen eine Präventionsstrategie mit klar gesetzten Prioritäten erarbeitet, die das Ziel verfolgt, die Auswirkungen des weniger und älter Werdens abzudämpfen und eine langfristige Trendumkehr anzustreben.

Demographie-Profil:

Bundesland

Schleswig-Holstein

Bevölkerung (31.12.2010)

134.798

Entwicklung 2004-2010 (in %)

-1,9

Entwicklung 2009-2030 (in %)

-4,9

Räumliche Einordnung

Ländliche Räume - Ländliche Kreise geringerer Dichte

Demographietyp

Demographietypen und darauf aufbauende Handlungskonzepte werden nur für Gemeinden bzw. Städte gebildet.

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Die Schere zwischen dem Anteil an Jugendlichen und dem an Senioren klafft immer weiter auseinander. Bereits seit dem Jahr 2008 leben im Kreis Dithmarschen mehr über 65-Jährige als unter 20 Jahre alte Menschen. Bis zum Jahr 2020 werden entsprechend der neuesten Bevölkerungsvorausberechnung auf 100 Jugendliche 180 Senioren kommen. Und kamen im Jahr 2006 noch 39 Senioren auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter, so werden es im Jahr 2025 schon 55 Senioren sein. Insbesondere der Anteil an Hochbetagten, also die Gruppe der über 80 Jahre alten Menschen, wird im Kreis Dithmarschen bis zum Jahr 2025 um gut 68 % ansteigen.
  • Der Kreis Dithmarschen wird mit einem Rückgang der Bevölkerung von fast einem Drittel in der bildungsrelevanten Altersgruppe der 3- bis 20-Jährigen die Spitze der Tabelle im landesweiten Vergleich anführen. Diese Entwicklung hat entsprechende Konsequenzen für die öffentliche Infrastruktur.
  • Gleichzeitig führt der Anstieg der Anzahl an Hochbetagten um fast 70% zu einer verstärkten Nachfrage nach seniorenbezogenen Infrastruktureinrichtungen (u. a. des Gesundheitswesens etc.).

Ziel:

  • Sensibilisierung der Akteure durch Herstellung von Transparenz über die kommenden Herausforderungen des demographischen Wandels in Dithmarschen und Aufzeigen der Möglichkeiten und Chancen für eine aktive Gestaltung.
  • Aktive Gestaltung des demographischen Wandels in enger Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Partnern (Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Unternehmen, Schulen, Seniorenbeiräte etc.) in der Region.
  • Milderung der Bevölkerungsschrumpfung und langfristige Trendumkehr.
  • Anpassung der Infrastruktur an die negativen Folgen der sich verändernden Altersstruktur.
  • Initiierung von Modellprojekten zur Gestaltung des Demographischen Wandels. Unterstützung und Förderung von Eigeninitiativen.
  • Festlegung der strategischen Ausrichtung für langfristiges Handeln des Kreises auch mit Blick auf die Finanzen.

Strategie:

  • Auf der Basis des von der Bertelsmann Stiftung konzipierten Strategiezyklus, entstanden verschiedene Phasen des Prozesses, in dessen Rahmen die Strategie erarbeitet wird.
    • Phase 1: Transparenz schaffen über Ausgangslage und voraussehbare Entwicklung
    • Phase 2: Strategische Zielsetzungen mit Akteuren vereinbaren und Prioritäten setzen
    • Phase 3: Entwicklung und Umsetzung von Handlungskonzepten mit konkreten Projekten
    • Phase 4: Analyse und Bewertung der Wirkungen

Meilensteine:

  • Januar 2005: Projektstart
  • März 2005: Kreistag beauftragt die Verwaltung mit Durchführung des Projektes „Kreis Dithmarschen im Demographischen Wandel“
  • ab August 2005: Zahlen - Daten - Fakten zur demographischen Lage in Dithmarschen (Ausbau einer Internetdatenbank)
  • 20. August 2005: Workshop „Zukunft gestalten“
  • September 2005: Projektwerkstätten zur Vertiefung der identifizierten Handlungsfelder mit folgenden Themen:
    • Bildungsstandort Dithmarschen
    • Seniorenfreundliches Dithmarschen
    • Kinder- und Familienfreundliches Dithmarschen
  • Frühjahr 2006: Kreistag beschließt strategisches Gesamtkonzept
  • Frühjahr 2006: „Zukunftskonferenz“ (Projektpräsentation und Auftakt zur langfristigen Fortführung des Prozesses „Gestaltung des demographischen Wandels“)
  • Sommer 2006: Durchführung einer bundesweit einzigartigen Befragung aller Familien mit Kindern unter 18 Jahren nach der gefühlten Familienfreundlichkeit in ihrer Gemeinde
  • Herbst 2006: Fachtagung Familienfreundlichkeit – Vorstellung der Ergebnisse der Befragung
  • 1. Halbjahr 2007: Regionalkonferenzen im Sinne einer Sensibilisierungsoffensive in den Kommunen
  • Sommer 2007: Zukunftskonferenz Pflege
  • 1. Halbjahr 2008: Aktualisierung der Daten auf der Grundlage der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung
  • 2. Halbjahr 2008: Bewertung der Handlungsziele und Projekte – Nach der Aktualisierung der Daten im 1. Halbjahr 2008 erfolgte die Überprüfung der Zielsetzungen. Ergebnis: Das strategische Oberziel wie auch die strategischen Leitziele haben weiterhin Bestand. Die Handlungsziele sind in fast allen Bereichen an laufende Prozesse gekoppelt und werden ständig dem Handlungsbedarf entsprechend angepasst. Nahezu alle Projekte und Projektideen wurden umgesetzt. Einige Projekte sind bereits abgeschlossen, andere sind an laufende Prozesse gekoppelt und ständig kommen neue hinzu.
  • Seit 2009 wird der Prozess zur aktiven Gestaltung des demographischen Wandels auf allen Ebenen fortgesetzt und weiter ausgebaut.

Akteure:

  • interne Projektsteuerungsgruppe
  • Verwaltung
  • Politik
  • Wirtschafts- und Sozialpartner

Bürgerbeteiligung:

  • Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in Workshops, Zukunftsforen und Projektwerkstätten, Auftakt der Bürgerbeteiligung war die Veranstaltung am 20.08.2005 (Workshop „Zukunft gestalten“)
  • Gemeinden beteiligen ihre Bürgerinnen und Bürgen in Einwohnerversammlungen und Zukunftswerkstätten.

Finanzierung:

  • Bereitstellung einer halben Personalstelle für die Projektkoordinierung.

Erfolge:

  • 20. August: Workshop mit über 50 Teilnehmern, erste Festlegung von Prioritäten und Sammlung konkreter Projektideen.
  • Aufnahme des Landkreises Dithmarschen als Modellkommune zur aktiven Gestaltung des demographischen Wandels durch die Bertelsmann Stiftung
  • Umsetzung zahlreicher und vielfältiger Projekte und Initiativen in den Handlungsschwerpunkten.
  • Durchführung der Bürgerbefragung zur gefühlten Familienfreundlichkeit (Rücklaufquote fast 20%).
  • Aufnahme des Kreises Dithmarschen als Modellregion gemeinsam mit dem benachbarten Kreis Steinburg in das Modellvorhaben der Raumordnung „Regionalplanerische Handlungsansätze zur Gewährleistung der öffentlichen Daseinsvorsorge“.
  • Das Modellvorhaben der Raumordnung endete im Februar 2008 mit der Unterzeichnung regionaler Zielvereinbarungen zu den Handlungsfeldern Bildung, ÖPNV, Kindertagesbetreuung und Pflege.
  • Zahlreiche Projekte wie das Familienportal oder der Sozialatlas des Kreises sind abgeschlossen.
  • Die aus einer Projektidee entstandene Seniorenakademie befindet sich mit ca. 100 Teilnehmern bereits im 5. Semester.

Kontakt:

Astrid Geruhn

Telefon: 0481 - 97 14 28

Mail

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

 

Stand: September 2010

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Astrid Geruhn
Fachdienst Regionalentwicklung

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Stettinger Straße 30

25746 Heide

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