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Bundesland |
Niedersachsen |
Bevölkerung (31.12.2009) |
213.634 |
Entwicklung 2002-2009 (in %) |
-0,2 |
Entwicklung 2009-2030 (in %) |
-3,3 |
Räumliche Einordnung |
Agglomerationsräume - Ländliche Kreise |
Die Bevölkerungsstruktur verändert sich auch im Landkreis Diepholz. Der Anteil der über 65-jährigen wird von 2001 bis 2015 um 30,6 % steigen. Damit wächst auch die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2015 um 45 %, wobei eine überproportionale Steigerung bei den 74- bis 84-jährigen (58 %) und den über 90-jährigen (63 %) zu erwarten ist. Der überwiegende Teil dieser Pflegebedürftigen wird ambulant versorgt, was in einer zunehmenden Zahl immer weniger von Angehörigen übernommen wird. Diese Entwicklung wird im Landkreis Diepholz im Bereich „Hilfe zur Pflege“ zu deutlichen Mehrkosten führen, sofern keine Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
Mit einer wirkungsorientierten Steuerung hat der Landkreis Diepholz mit allen im Bereich Altenhilfe bzw. Altenarbeit tätigen Akteuren einen umfassenden Reformprozess zur Weiterentwicklung der Altenhilfestrukturen erreicht, um den Herausforderungen durch den demographischen Wandel zielgerichtet zu begegnen.
- Mit der Bildung einer Pflegekonferenz im Jahr 2005 ging das Projekt an den Start. In dieser Konferenz sind alle wichtigen Akteure der Altenarbeit aus Verwaltung, Politik und dem Pflege- und Gesundheitsbereich vertreten.
- Die Pflegekonferenz entwickelte vier Zielgruppen älterer Menschen:
- Ältere Alleinstehende
- Zu Hause lebende Ältere mit Hilfebedarf
- Zu Hause lebende ältere Pflegebedürftige
- Gerontopsychiatrisch Erkrankte und deren Angehörige
- Den vier Zielgruppen wurden Wirkungsziele zugeordnet die das alltägliche Leben und alle damit verbundenen Hürden für die Betroffenen und deren Angehörigen im Landkreis Diepholz erleichtern sollen.
- Zu diesen Wirkungszielen zählen beispielsweise, dass alleinstehende Ältere Kontakt zu anderen Menschen haben, Angebote nutzen und eigene Fähigkeiten einbringen können; Pflegebedürftige sollen in ein umfassendes Netz von Hilfe- und Dienstleistungsangeboten eingebunden sein und so lange wie möglich selbständig leben und wohnen.
- Für jede Zielgruppe wurde ein Ideenwettbewerb durchgeführt, für den sich alle Interessierten wie einzelne Bürger, Vereine, Verbände, Pflegestationen oder –heime usw. bewerben konnten. Für die Umsetzung aller Projekte und der Erprobung dieser Ideen zu jedem Ideenwettbewerb hatte der Kreistag für die Jahre 2006 bis 2009 240.000 € zur Verfügung gestellt. Weitere 240.000 € stehen zur Verfügung, um gut funktionierende Projekte in weitere Regionen des Landkreises zu übertragen. Mit der Übertragung wird 2008 begonnen.
- Im Jahr 2007 starteten die ausgewählten vier Projekte aus dem dritten Ideenwettbewerb für „Zu Hause lebende ältere Pflegebedürftige“:
- „Lebenszeit – Sicherheit und PflegeService, damit Pflege zu Hause gelingt“: Pflegebedürftigen und deren Angehörigen werden Beratungen und Schulungen, ehrenamtliche Hilfen, stundenweise Betreuung und Dienstleistungen angeboten.
- „Qualifizierung und Vermittlung“: In Kursen zur häuslichen Pflege werden pflegenden Angehörigen die wichtigsten Fertigkeiten vermittelt. Eine Vermittlungsstelle für Seniorenbegleiterinnen ermöglicht den Austausch und die Vermittlung von Einsatzorten und bietet so Pflegebedürftigen und deren Angehörigen Entlastung.
- „WoZu? – Wohnen mit Zukunft“: Ein alternatives Wohnprojekt welches die zukünftigen Bewohner von Anfang an in die Planung einbezieht ermöglicht so lange wie möglich ein selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Leben.
- „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“: Eine Praxis für Ergotherapie bietet eine Analyse des häuslichen und sozialen Umfelds an, um den Pflege- und Hilfebedürftigen die Möglichkeit zu geben so lange wie möglich die Anforderungen des Alltags selbständig zu bewältigen.
- Anfang 2008 fand der vierte und letzte Ideenwettbewerb zum Thema „Gerontopsychiatrisch Erkrankte und deren Angehörige“ statt.´
- „Tüdelcafé“: Regelmäßig stattfindender Treff in einem Café mit den Zielen, dass ältere demenzerkrankte Menschen soziale Kontakte haben und diese pflegen und Angehörige auf Menschen in gleicher Situation treffen und sich austauschen und gegenseitig beraten können.
- „Tischlein deckt sich“: Mittagstisch für allein lebende Demenzkranke sowie deren Angehörige.
Die Projekte dienen den Zielen des Landkreises, den Menschen im Alter ein selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Leben und Wohnen zu ermöglichen, den prognostizierten Anstieg der Heimkosten zu dämpfen, ambulante Versorgungsangebote zu stärken und ehrenamtliche Tätigkeit, Vernetzung und Kooperation zu fördern.
Bei bisher 11 Projekten wurde bei 10 Projekten nach Abschluss der zweijährigen Laufzeit von der Pflegekonferenz die Übertragbarkeit festgestellt, was bedeutet, dass das Projekt sinnvoll ist, sie zu den o.g. Zielen beitragen und von anderen Trägern in andere Gemeinden des Landkreises übernommen werden können. Bei zwei weiteren Projekten steht die Entscheidung noch aus.
Eine solche Übernahme eines Projektes wird wiederum vom Landkreis Diepholz für zwei Jahre gefördert.
Auch stellt der Landkreis Diepholz weiterhin Mittel zur Verfügung um neue innovative Ideen zu fördern. Rainer Norzel Landkreis Diepholz Fachdienst Soziales Niedersachsenstr. 2 49356 Diepholz Telefon: 05441 976-1019
E-Mail » www.diepholz.de
Stand: Oktober 2010 |
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Rainer Norzel
Landkreis Diepholz
Niedersachsenstr. 2
49356 Diepholz
Telefon: 05441 - 97 61 019
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