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Bundesland |
Rheinland-Pfalz |
Bevölkerung (31.12.2009) |
42.994 |
Entwicklung 2002-2009 (in %) |
3,9 |
Entwicklung 2009-2030 (in %) |
6,6 |
Räumliche Einordnung |
Agglomerationsräume - Verdichtete Kreise |
Demographietyp |
Stabile Mittelstädte und regionale Zentren mit geringem Familienanteil |
- Die Grundschule Süd liegt am Stadtrand von Landau in der Pfalz. Das Einzugsgebiet wurde nach dem Abzug der französischen Streitkräfte zum Koversionsgebiet. Der neu entstandene Wohnraum zog viele Familien mit Kindern an, wodurch 2001 die Gründung einer neuen Grundschule notwendig wurde. Als Gebäude wurden die Räumlichkeiten des ehemaligen französischen Gymnasiums zur Verfügung gestellt. Die finanzielle Situation der Stadt erlaubte lediglich die notwendigsten Investitionen, sowohl hinsichtlich der baulichen Umgestaltung als auch der materiellen Ausstattung.
- Es fehlen Räume für Differenzierungsangebote, so dass Fördermaßnahmen auf den Fluren angeboten werden müssen. Es fehlen Räume für Fachunterricht, wie Werken und Musik. Aufgrund der hohen Schülerzahlen muss das Mittagessen der Ganztagsschüler in der Mehrzweckhalle, die vormittags als Turnhalle dient, eingenommen werden (Stühle und Tische müssen z.Zt. täglich hin und her transportiert werden).
- Zur Zeit werden in der Schule ca. 200 Schüler in 9 Klassen unterrichtet. Die Schülerschaft zeichnet sich durch große Heterogenität aus: Kinder aus bildungsnahen und bildungsfernen Familien, Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen und aus der gehobenen Mittelschicht, Kinder mit deutscher Muttersprache und mit Migrationshintergrund besuchen die GS Süd.
- Seit der Einrichtung der Schwerpunktschule im Jahre 2002 werden Kinder mit Beeinträchtigungen integrativ mit nicht beeinträchtigten Kinder unterrichtet.
- Das Kollegium der GS Süd umfasst momentan 17 Personen. Es setzt sich aus Grundschullehrerinnen, Förderlehrerinnen, pädagogischen Fachkräften und Integrationshelferinnen zusammen.Der Aufbau einer neuen Schule bot die Chance, das Motto „Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.“ (André Gide) in die Tat umzusetzen, die Vorstellungen von einer „guten“ Schule zu verwirklichen und ein eigenes Schulprofil zu entwickeln.
- Wichtiger Impulsgeber und Wegbereiter in diesem Prozess war Siglinde Burg, die von 2001 bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 2010 die Schule leitete. Die Entwicklung des Schulprofils erfolgte durch intensive Zusammenarbeit des gesamten Kollegiums in pädagogischen Konferenzen (wöchentliche Jour fixe).
- Dabei ist es wichtig, dass Schulentwicklung als Prozess verstanden wird, der ständig evaluiert und optimiert werden muss.
- Zu den wichtigsten Zielen gehörten und gehören:
Beteiligung der Kinder am Unterricht und am Schulleben (Partizipation) eigenverantwortliches Lernen individuelle Förderung/Forderung und Integration beeinträchtigter Kinder
- Aus diesen 3 Zielen wurden die 3 Säulen des Schulkonzeptes entwickelt:
Demokratische Schulkultur EVAZ (eigenverantwortliche Arbeitszeit) Schwerpunktschule (gemeinsames Lernen beeinträchtigter und nichtbeeinträchtigter Kinder
- Im Schulalltag stehen mittlerweile diese 3 Säulen nicht isoliert nebeneinander, sondern gehen ineinander über und bedingen sich gegenseitig.
Demokratische Schulkultur - - „Mitbestimmen und mitverantworten“ war vom ersten Tag an der pädagogische Grundgedanke der GS Süd. Inzwischen ist die Demokratieerziehung Bestandteil der Grundschulordnung in Rheinland-Pfalz.
- Lesen Sie hier einen » Artikel zu mitbestimmen und mitverantworten von Anfang an.
- Um zukünftig als mündige Bürger aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, sollen die Kinder Grundgedanken der Demokratie und Grundlagen demokratischen Handelns erfahren und ausüben. Konkret bedeutet das: Die Kinder sollen Verantwortung für das Zusammenleben und Zusammenarbeiten in der Schule (Lernklima, Schulgebäude, Gelände) übernehmen, sich partizipativ an der Unterrichtsgestaltung beteiligen, gleichzeitig können sie ihre Interessen außerhalb der Schule (Gemeinde, Stadt, Stadtteil) wahrnehmen.
- Als Foren demokratischen Handelns und Partizipation wurden folgende Gremien eingerichtet: wöchentlicher Klassenrat in allen Klassen, zweimal monatlich Abgeordnetenversammlung und eine monatliche Schulversammlung, an der alle Lehrkräfte und alle Schüler teilnehmen.
- An 4 Demokratietagen im Jahr werden Kompetenzen trainiert, die für die aktive Mitarbeit in den oben genannten Gremien und für die Partizipation am Unterricht erforderlich sind.
- Für die erfolgreiche Umsetzung ist es wichtig, dass Eltern und Lehrer das Konzept mittragen und im Umgang miteinander den Schülern vorleben.
- Demokratische Schulkultur wird in der GS Süd als dynamischer Prozess verstanden, der ständig gemeinsam reflektiert und evaluiert wird.
- Seit 2007, zum 18. Geburtstag der UNO Kinderrechtskonvention, ist die Beschäftigung mit den Kinderrechten ein fester Bestandteil der Demokratieerziehung in der Schule.
EVAZ (eigenverantwortliche Arbeitszeit) - Da es keine „gleichen“ Schüler gibt, ist es Ziel der pädagogischen Arbeit, das selbst gesteuerte eigenverantwortliche Lernen mit der Vielfältigkeit individuellen Lernens als organisches Ganzes zu verbinden. Ein hoher Anspruch an Lehrkräfte und Schüler. Doch damit die Kinder den vielfältigen Anforderungen der Gesellschaft gewachsen sind, müssen die Kompetenzen und notwendigen Schlüsselqualifikationen dafür gelegt und gepflegt werden.
Schwerpunktschule - Nicht aussortieren, sondern integrieren! Das gehört zum demokratischen Selbstverständnis der GS Süd.
- „Alle Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, im eigenen Lerntempo Lerninhalte zu bewältigen und individuelle Lernziele anzustreben. Sie leben und lernen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, die sonderpädagogischen Förderbedarf haben.“ (Bildungsserver RLP)
- Die pädagogische Arbeit der GS Süd entsprach von Anfang an den Grundsätzen des „individuellen Lernens“, der Akzeptanz der Vielfalt und Andersartigkeit und damit den Leitlinien der Schwerpunktschulen in Rheinland-Pfalz.
- Deshalb lag es nahe, den Antrag auf den Status einer Schwerpunktschule zu stellen, dem 2002 statt gegeben wurde.
- Seit 2002 werden an der GS Süd beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Kinder gemeinsam unterrichtet.
Mit Aktionen in einer Themenwoche zu den Kinderrechten wurde die Schule 2007 als » Sonderbotschafter von Unicef ausgezeichnet.
Folgende Auszeichnungen/Preise wurden der GS Süd verliehen: - Theodor-Heuss-Stiftung + Akademie für Bildungsreform: besondere Anerkennung für demokratisches Handeln, Kinder haben Rechte, Klassenrat
- Hans-Götzelmann-Preis von der Berghofstiftung für „Konfliktforschung“
- Robert-Bosch-Stiftung: Deutscher Schulpreis 2010
- Seit 2008 ist die GS Süd Modellschule für Demokratie und Partizipation in Rheinland-Pfalz
- Viele Hospitationsanfragen
Eva Seiter
Zsuzsanna Kern
Tel. 06341 - 34 77 63
Mail
» Grundschule Süd
» Schwerpunktschule
» "Demokratische Schulkultur"
» Bewerbungsablauf
Literatur: S. Burg: Demokratie übt sich früh in Pädagogische Führung 5/2010, Carl-Link-Verlag
Broschüre der „Serviceagentur Ganztägig lernen“ Rheinland Pfalz
Zeitschrift „Lernende Schulen“, Heft 42, 2008
» Kinderrechte machen Schule - Materialien zur Durchführung eines Projekttages
» Mitentscheiden und Mitverantworten von Anfang an Klassenrat in der Grundschule
Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden, bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune
Stand: Dezember 2010 |
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Eva Seiter
Zsuzsanna Kern
Grundschule Süd
Raimund-Huber-Str. 14
76829 Landau/Pfalz
Tel. 06341 - 34 77 63
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