Bertelsmann Stiftung

Hoyerswerda - Stadtumbau von außen nach innen

Demographie-Profil:

Bundesland

Sachsen

Bevölkerung (31.12.2009)

38.218

Entwicklung 2002-2009 (in %)

-17,6

Entwicklung 2009-2030 (in %)

-38,7

Räumliche Einordnung

Verstädterte Räume - Verdichteter Kreis

Demographietyp

Schrumpfende und alternde Städte und Gemeinden mit hoher Abwanderung

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Hoyerswerda war zu DDR-Zeiten Wohnstadt für den benachbarten Industriestandort Schwarze Pumpe und zählte zur Hochzeit fast 71.000 Einwohner.
  • Seit der Wende hat die Stadt aufgrund einer verstärkten Abwanderung 22 Prozent seiner Bevölkerung verloren. Bis 2020 rechnet man mit einem Rückgang bis auf 29.000 Einwohner.
  • Der aktuelle Leerstand und die Bevölkerungsprognosen erfordern einen alle Strukturen umfassenden Stadtumbau, der auch den Rückbau von Wohneinheiten beinhaltet.

Ziel:

  • Hoyerswerda soll zu einer attraktiven Stadt umgebaut werden.

Strategie:

  • In einer ganzheitlichen Strategie werden die Maßnahmen des klassischen Stadtumbaus (Rückbau, Aufwertung) in den Zusammenhang mit den wirtschaftlichen und infrastrukturellen Entwicklungskonzepten gestellt.

Meilensteine:

  • 1999: Verabschiedung des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes 2030 durch den Stadtrat
  • 2003: Beschluss zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) – Teilbereich Wohnen: beinhaltet sowohl städtebauliche als auch wohnungswirtschaftliche Aspekte
  • 2004: Beschluss zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) – Teilbereich Wirtschaft
  • 2005: Beschluss zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) – Teilbereich Infrastruktur

Akteure:

  • Verwaltung
  • Politik
  • Wohnungsgenossenschaften
  • Bürger (betroffene Mieter, Bürger insgesamt)

Umsetzung:

  • Die bisherige Entwicklung und die Einwohnerprognose ergeben einen Rückbauumfang von 10.000 Wohnungen (= 35,2 Prozent des 1999 am Wohnungsmarkt Hoyerswerda vorhandenen Angebotes).
  • Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungen in den Stadtteilen wurde für jedes Stadtquartier ein eigenes Leitbild aufgestellt. Damit ist eine stadtteilkonkretere Planung der Stadtentwicklung ermöglicht worden. Grob lassen sich drei Gebiete unterscheiden:
    • Die hauptsächlich von Plattenbauten geprägte Neustadt: Die am Stadtrand liegenden Wohnkomplexe werden großflächig rückgebaut, die Wohnkomplexe im inneren Kern der Neustadt werden modernisiert bzw. punktuell abgebaut. Für den Rückbau von Wohnungen haben sich die Akteure auf folgende Kriterien geeinigt:
      • Rückbau vom Stadtrand aus
      • Rückbau von unbeliebten Wohnungstypen
      • Rückbau von 5- bis 11-geschossigen Gebäuden
      • Rückbau von Gebäuden ohne Komplexmodernisierung
      • Entdichtung in den Wohngebieten durch punktuellen Rückbau
      Ziel ist es, die Neustadt als eine intensiv durchgrünte, moderne Stadtform im inneren Kern zu erhalten aber auch zu größerer Urbanität weiterzuentwickeln und in teilweise neu strukturierten Gebieten die ortsnahe Verknüpfung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit zu ermöglichen.
    • Die bis 1990 von zunehmendem Verfall der Bausubstanz gezeichnete Altstadt:
      Mittels Neubau und Aufwertungsmaßnahmen wurde der Altstadt das Gesicht einer historisch gewachsenen Stadt wiedergeben. Mit Neuordnungskonzeptionen und der Förderung des individuellen Wohnens in der Altstadt sollen weitere Zuwächse für die Urbanität verwirklicht werden.
    • Ortsteile mit Dorfcharakter, die stark mit der sorbischen Tradition verbunden sind: Die Erhaltung der Ortskerne und das harmonische Nebeneinander von alter und ergänzender Neubebauung hat hier Priorität.
  • Die Abwanderung kann nur aufgehalten werden, wenn es gelingt, dem Arbeitsplatzrückgang in der Region erfolgreich entgegenzuwirken und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dazu wurde als erstes Ergebnis der regionalen Zusammenarbeit die Entwicklungsgesellschaft Scheibe mbH gegründet.

Bürgerbeteiligung:

  • Für den Erfolg des Stadtumbaus ist es wichtig alle betroffenen Akteure einzubinden. Dabei zeigte sich, dass Bürger den Bevölkerungsrückgang und den Stadtumbauprozess nur in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld wahrnehmen. Eine Sensibilisierung für den Gesamtprozess ist schwierig. Es wird daher ein „Bürgerzentrum zum Stadtumbau“ eingerichtet.

Finanzierung:

  • Städtische Haushaltsmittel
  • Städtebauförderung

Erfolge:

  • Weite Teile der Neustadt und der Altstadt sind bereits modernisiert worden. Bis heute umfasst der Rückbau bereits 4.988 Wohnungen.

Kontakt:

Stefan Skora

Telefon: 03571 - 45 65 00

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Michael Köllner

Telefon: 03571 - 45 65 10

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Weitere Informationen:

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

 

Stand: Juli 2006

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Oberbürgermeister

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