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Bundesland |
Niedersachsen |
Bevölkerung (31.12.2009) |
520.966 |
Entwicklung 2002-2009 (in %) |
0,7 |
Entwicklung 2009-2030 (in %) |
1,5 |
Räumliche Einordnung |
Agglomerationsräume - Hochverdichteter Kreis |
Demographietyp |
Stabile Großstädte mit geringem Familienanteil |
Seit den 70er Jahren wanderten jährlich bis zu 3.500 Einwohner aus Hannover in das Umland ab. Vor allem junge, gut situierte Personen kehren als Familien mit Kindern oder als junge Paare (noch) ohne Kinder der Stadt den Rücken. Dadurch geht Hannover ein wichtiges Zukunftspotenzial für die Stadtgesellschaft, für bürgerschaftliches und für politisches Engagement verloren. Außerdem hat diese Abwanderung auch finanzielle Folgen, denn jeder Einwohner, der abwandert, verringert die Einnahmen im Finanzausgleich und aus dem Einkommenssteueranteil um ca. 550 Euro. Dieser Abwärtstrend konnte insbesondere seit 2003 deutlich abgeschwächt werden. Die Wanderungsverluste gegenüber dem Umland sanken zwischenzeitlich auf knapp 2.000 , inzwischen liegen sie bei nur noch 1.000 Personen pro Jahr. Dennoch sind weiterhin Anstrengungen notwendig, die die Schaffung von qualitativen und nachfrageorientierten Angeboten für diese Zielgruppe erfordern.
- Stärkung der Identifikation der Menschen mit ihrem Stadtteil, um so ihre Bindung an den Wohnstandort Hannover zu festigen.
- Mit der Marketing- und Kommunikationskampagne „Hannover heißt Zuhause“ soll auf die Wohn- und Lebensqualität in den Stadtteilen Hannovers aufmerksam gemacht werden. Die Menschen sollen darin bestärkt werden, sich hier wohlzufühlen und gerne hier zu wohnen.
- Im Rahmen der Stadtstrategie „Hannover plus Zehn“ ergänzt und unterstützt diese Kampagne die anderen Maßnahmen gegen Abwanderung wie etwa das Einfamilienhausprogramm, den Hannover-Kinder-Bauland-Bonus, die Entwicklung von attraktiven Wohngebieten, die Verbesserung des Wohnumfelds und die Stadtteilentwicklung (z. B. „Hannover schafft Platz“ und das Programm „Soziale Stadt“, Entwicklung von Stadtteilleitbildern).
- Landeshauptstadt Hannover (Fachbereich Planen und Stadtentwicklung)
- Stadtteilkoordinatoren, Stadtbezirksmanager
- Bewohner der jeweiligen Stadtteile, Multiplikatoren vor Ort
2003 wurden alle Einwohner Hannovers dazu aufgerufen ihre Lieblingsecken in Hannover zu fotografieren und einzusenden. Über 500 Fotos wurden in den Fotowettbewerb eingereicht. Aus allen Einsendungen ist eine Ausstellung entstanden, die zunächst am Tag der Offenen Tür im Rathaus präsentiert worden ist und nun in den örtlichen Kulturtreffs der Stadtteile, die neu im Programm sind, gezeigt wird. Die eigentliche Kampagne findet auf Stadtteilebene statt – da, wo die Menschen wohnen. Für alle Stadtteile, die in das Programm genommen werden, gibt es einige verbindliche Rahmensetzungen, durch die der Wiedererkennungswert der Kampagne sichergestellt wird (z. B. einheitliches Layout, Logo). Zum Kampagnenstart werden Plakate in unterschiedlichen Formaten, u. a. in Litfaßsäulengröße im Stadtteil gezeigt, daneben gibt es kleinformatige Geschäftsaushänge und Postkarten. Plakatinhalt ist jeweils ein stadtteiltypisches Motiv vor dem Bewohner des Stadtteils in einer Wohnsituation zu sehen sind. Die Gestaltung der Plakate übernimmt eine von der Stadtverwaltung beauftragte Agentur. (Plakate sind im Internet auf der Seite » » www.hannover-heisst-zuhause.de zu sehen.) „Hannover heißt Zuhause“ ist aber nicht nur eine Marketingkampagne, sondern lebt ganz wesentlich davon, dass das Motto im Rahmen von Veranstaltungen vor Ort kommuniziert wird und im Bewusstsein der Stadtteilbewohner präsent bleibt. „Hannover heißt Zuhause“ begleitet die Organisation eines Straßen- oder Nachbarschaftsfestes genauso wie die Initiierung von historischen Stadtteilspaziergängen oder ähnliches. Er ist somit als roter Faden in den Veranstaltungen vor Ort verankert. Mit den Aktivitäten und Aktionen sollen Menschen in den Stadtteilen dazu motiviert werden, sich zu ihrem Stadtteil und seinen spezifischen Vorzügen zu bekennen. Diese Menschen sind die besten Botschafter für den Wohnstandort Stadt Hannover. Die Stadt hat für die jeweils in der Kampagne stehenden Stadtteile Stadtteilkoordinatoren ernannt, die die Aktivitäten vor Ort initiieren und koordinieren und die Ansprechpartner für die Menschen aus dem Stadtteil sind. Dies geschieht jeweils in Zusammenarbeit mit dem im Sommer 2008 neu eingerichteten Stadtbezirksmanagent.
Insbesondere die Menschen, die sich bereits für ihren Stadtteil engagieren, empfinden es als wichtig, dass die Stadt ihre Arbeit schätzt und durch die Kampagne unterstützt und selbst einen Beitrag zum Erfolg dieser Arbeit leistet.
- Der Aufwand pro Stadtteil beträgt ca. 21.000 Euro, davon ca. 18.000 Euro für Marketingmaßnahmen und 3.000 Euro zur Unterstützung der Stadtteilaktivitäten.
- Besonders in der Startphase und in bescheidenerem Umfang auch noch jetzt konnten Sponsoren gefunden werden, die die Kampagne unterstützen. Angesichts der andauernden konjunkturellen Schwäche gelingt es jedoch nicht, Mittel im erhofften Umfang zu akquirieren bzw. einen annähernden Kostendeckungsgrad zu erreichen.
Hannover hat erkannt, dass eine Strategie zur Stärkung des Wohnstandortes notwendig ist. Auch in Zeiten finanzieller Not war der Mitteleinsatz gerechtfertigt, da durch Nichtstun die inzwischen positive Entwicklung der Wanderungsbilanz mit dem Umland so sicher nicht eingetreten wäre. Wie groß der Einfluss der Kampagne auf das Wanderungsverhalten ist, kann zahlenmäßig natürlich nicht nachgewiesen werden, denn die Entscheidung für oder gegen ein Verbleiben am Wohnort ist von vielen Faktoren abhängig. Aus diesem Grunde wurde die Kampagne auf einen mehrjährigen Zeitraum angelegt. Sie soll die vorhandenen positive Ansätze stärken und dazu verführen, sich wieder mehr auf die Vorzüge des Lebens im Stadtteil, in gewachsenen Strukturen zu besinnen und eine Stadtteilidentität und ein Wir-Gefühl zu entwickeln.
Ursula Thiel
Telefon: 0511 - 16 84 62 33
Mail
Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune
Stand: Oktober 2010 |
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Ursula Thiel
Landeshauptstadt Hannover
Fachbereich Planen und Stadtentwicklung
Rudolf-Hillebrecht-Platz 1
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 16 84 62 33
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