Bertelsmann Stiftung

Hamm - Bürgeramt für Migration und Integration

Demographie-Profil:

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Bevölkerung (31.12.2009)

181.741

Entwicklung 2002-2009 (in %)

-1,5

Entwicklung 2009-2030 (in %)

-6,7

Ausländeranteil (in %)

13,7

Räumliche Einordnung

Verstädterte Räume - Kernstädte

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Rund 27 Prozent der Bevölkerung der Stadt Hamm verfügen über einen Migrationshintergrund, mehr als 120 verschiedene Nationen hier. In einem Stadtteil liegt bei den 0-35jährigen Einwohnern der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung bei 50 Prozent.
  • Im Stadtteil Uentrop steht der größte Hindu-Tempel Europas, der an Festtagen bis zu 20.000 Gläubige aus Deutschland und den Nachbarländern anlockt. Anfang 2006 wurde der erste repräsentative Moscheeneubau mit Platz für 1200 Personen feierlich eröffnet.
  • Vor diesem Hintergrund verstärkte die Stadt ihre Integrationsanstrengungen seit dem Jahr 2000 erheblich und machte das Thema zu einem Leitprojekt der Stadtentwicklung. Kern der Bemühungen ist ein stadtweites Netzwerk, an dem neben Politik und Verwaltung auch alle relevanten Vereine und Gruppen beteiligt sind.

Ziel:

  • Weitere Optimierung der Migrations- und Integrationsarbeit der Stadt als auch der kommunalen Service-Leistungen für Bürger mit Migrationshintergrund.
  • Ausbau der Steuerungsmöglichkeiten der Kommune angesichts der demographischen Entwicklung (weniger, bunter, älter).

Strategie:

  • Durch die Schaffung des Bürgeramtes für Migration und Integration als zentraler Servicestelle werden alle Dienstleistungen im Zusammenhang mit Migration und Integration gebündelt, die getrennten Bereiche der Ordnungsbehörde und der Sozialverwaltung zusammengeführt und somit den Kunden eine Bedienung aus einer Hand (one-stop-government) geboten.
  • Gleichzeitig soll das Bürgeramt für Migration und Integration der gesamten Bevölkerung die gewachsene und zunehmende Bedeutung des Themas signalisieren.

Meilensteine:

  • 1996: Bildung des Amtes für Soziale Integration mit der Aufgabe der Beratung und Betreuung von Behinderten und älteren Menschen sowie Menschen mit Migrationshintergrund.
  • 2003: Beschluss des Leitprojekts „Sprach- und Integrationsförderung für Migrantinnen und Migranten“. Dieses setzt eine priorisierte Liste realistischer Ziele und von Handlungsfeldern der Integrationsförderung fest.
  • 2004: Zusammenlegung zweier Netzwerke zu einem „Netzwerk Integration“
  • 2006: Eröffnung des Bürgeramtes für Migration und Integration“
  • 2008: Fortschreibung des Grundsatzbeschlusses (vgl. 2003)durch den Rat der Stadt Hamm mit weiteren Aufgaben- und Handlungsfeldern
  • 2009: Projekt zur Erhebung der Lebens- und Interessenlagen von Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund in Hamm
  • 2010: Projekt zur interkulturellen Öffnung der Verwaltung mit 2 Nachbarstädten
  • 2010: Beteiligung am KGST-Vergleichsring „Ausländerwesen“ mit 8 weiteren
    Städten

Akteure:

  • Amt für Soziale Integration
  • Ausländerbehörde
  • Arbeiterwohlfahrt und Deutsches Rotes Kreuz
  • Beauftragter für Migration und Integration
  • Integrationsrat

Umsetzung:

  • In einem ersten Schritt wurde 2005 die bis dahin beim Amt für „Personalstands- und Ausländerwesen“ angesiedelte Ausländerbehörde organisatorisch und räumlich dem Amt für Soziale Integration zugeordnet.
  • Ebenso zogen die örtliche Migrationserstberatung und der Jugendmigrationsdienst, durchgeführt von Arbeiterwohlfahrt und Deutschem Roten Kreuz, in die Räumlichkeiten des Amtes für Soziale Integration und wurden Teil des Bürgeramtes für Migration und Integration.
  • Alle beteiligten Institutionen wahren dabei jedoch ihre eigenständige Aufgabenwahrnehmung und die sich aus dem Zuwanderungsgesetz ergebende Unabhängigkeit. Dies wird auch den Kunden klar kommuniziert.
  • Durch die Zusammenführung wurde nicht nur der Service für die Kunden optimiert. Durch die unmittelbare räumliche Zusammenarbeit kann mit jedem Neuzuwanderer unmittelbar nach der Einreise und individuelles Integrationsprogramm entwickelt werden. In Zukunft soll dabei auch eine gegenseitige Integrationsvereinbarung getroffen werden.
  • Durch diese neue Form der Integrationsarbeit werden Zeitverluste vermieden, die sich bis jetzt z. B. im Bereich des Familiennachzugs negativ auf den Integrationsprozess ausgewirkt haben.
  • Auch durch die räumliche Gestaltung (Front-Office, Spielecke etc.) soll den Migranten ihre Wertschätzung durch die Stadt Hamm vermittelt werden.
  • Aufbau von stadtweiten Netzwerken für Frauen sowie Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund
  • Standort des MIMI-Projektes (Gesundheitsförderung für Migranten) sowie Gewinnung, Ausbildung und Einsatz von freiwilligen Migrantinnen und Migranten als Multiplikatoren zur Unterstützung der Erziehungs- und Bildungsarbeit in Familien mit Migrationshintergrund
  • Einrichtung von Stadtteilbüros bzw. offenen Bewohnertreffs in Quartieren mit hohem Migrantenanteil

Bürgerbeteiligung:

  • Die Stadt verfügt über ein flächendeckendes Netz von „Integrationsbegleitern und Mediatoren“ und durch direkte Ansprache werden Bürger ermuntert, als Integrationslotsen tätig zu werden.
  • Die Stadt versucht, so weit möglich, Migranten und ihre Vereine und Organisationen in Entscheidungsprozesse einzubinden. Sie erhalten auch finanzielle Unterstützung zur Selbstorganisation.
  • Regelmäßige Treffen von Vertretern der Verwaltung und dem Oberbürgermeister mit den Vorständen der Migrantenorganisationen zur Abstimmung der Integrationsarbeit.

Finanzierung:

  • In Folge des Grundsatzbeschlusses des Rates zur „Sprach- und Integrationsförderung für Migrantinnen und Migranten“ im Jahre 2003 werden jährlich 50.000 € seit 2008 jährlich 110.000 € für die Umsetzung eines Konzepts der modularen Sprachförderung für den Elementarbereich und erwachsene Migranten sowie weitere Projekte und Maßnahmen zur Integrationsförderung bereitgestellt.

Erfolge:

  • Die neuen Projekte und Konzepte der Stadt haben in der Bevölkerung zu einer zu einer Aufbruchstimmung und vielfach neuen Aktivitäten und Kontakten geführt.

Kontakt:

Günter Schwibbe

Telefon: 02381 - 17 60 04

› Mail

 

 

Weitere Informationen:

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

Stand: November 2010

SUCHE

KONTAKT

Günter Schwibbe
Beauftragter für Migration und Integration

Geschäftsstelle Integrationsrat

Stadt Hamm

Sachsenweg 6

59073 Hamm

Telefon: 02381 - 76 004

› Mail

 

© 2011 Bertelsmann Stiftung