Bertelsmann Stiftung

Hamburg – Bärenhof - Servicewohnen für Alt und Jung

Demographie-Profil:

Bundesland

Hamburg

Bevölkerung (31.12.2009)

1.774.244

Entwicklung 2002-2009 (in %)

2,6

Entwicklung 2009-2030 (in %)

7,2

Räumliche Einordnung

Agglomerationsräume - Kernstädte

Demographieprofil

Prosperierende Wirtschaftszentren

Ausgangslage:

  • Ansatzpunkt der Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK eG für die Entwicklung dieses Bauvorhabens in Hamburg-Langenhorn war einerseits eine Verbindung zwischen dem traditionellen genossenschaftlichen Wohnen und zusätzlichen Serviceangeboten für die Mitglieder und andererseits ein Wohnprojekt für Alt und Jung in Verbindung mit der Einrichtung einer Wohngemeinschaft für demenziell Erkrankte.
  • Mit dem Neubauprojekt „Bärenhof“ will die Genossenschaft ihre Aufgabe für gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung erfüllen. Ausschlaggebend für dieses Projekt waren:
    • Ein Liegenschaftsgrundstück reserviert für Baugemeinschaften
    • Zusätzliche Fördermittel von Bund und Land speziell für dieses Projekt
    • Die Umsetzung und Verbindung von alten- und familiengerechte Wohnungen
    • Die Bildung von Baugemeinschaften
    • Zahlreiche vorhandene Gemeinschaftsflächen
    • Die Bildung einer Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankten Menschen
    • Ein Service-Angebote für alle Bewohner durch Kooperation mit Projektpartnern (hier mit der Martha Stiftung)

Ziele:

  • Folgende Ziele hat die Genossenschaft verfolgt:
    • Planungsbeteiligung der zukünftigen Bewohner (z. B. Wohnungsgrundrisse, Wohnungsausstattung, Außenanlagen usw.)
    • Selbstverwaltung durch die Bewohner im Rahmen eines Kooperationsvertrages:
      • In den 3 Phasen: Bauvorbereitung, Durchführung und Nutzung
      • In Zusammenarbeit mit einem Vermittlungsgremium
      • In der Bewirtschaftungsphase (Nutzungsphase) Selbstverwaltung von z. B. Gemeinschaftsräumen und Wohnungsvergabe

Umsetzung:

  • Bildung von zwei Baugemeinschaften:
    • „de olen Smugglers GbR“ und
    • „die Tarpens GbR“
      • eine altershomogene und eine altersgemischte Gruppe.
  • Abschluss von Kooperationsvereinbarungen
  • Einflussnahme durch die Genossenschaft (Kooperationsvertrag) ist vertraglich gesichert.
  • Im November 2006 wurde das Richtfest in Hamburg-Langenhorn, Bärenhof, mit 47 Wohnungen gefeiert.
  • Im April 2007 wurden die Wohnungen planmäßig an die Mitglieder übergeben.
  • Das Bauvorhaben Bärenhof bietet in verschiedenen Häusern einer Wohnanlage Wohnraum sowohl für Senioren als auch für Familien und umfasst:
    • 13 familien- und 34 altengerechte Wohnungen
    • eine Wohngemeinschaft mit 8 Appartements für Menschen, die an Demenz erkrankt
    • eine Service-Station (Service-Stützpunkt)
    • Gemeinschaftsflächen für Kommunikation und Hobby
    • eine Tiefgarage mit 33 Plätzen
  • Beteiligt am Bauprojekt waren:
    • Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt für das Liegenschaftsgrundstück.
    • Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) für die Finanzierung.
    • Auf Grund des Modellcharakters wurde das Bauvorhaben im Forschungsfeld "Modelle genossenschaftlichen Wohnens – Erschließen von Genossenschaftspotenzialen" des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt) gefördert. ExWoSt ist ein Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) und des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR).
    • STAATBAU Hamburg für die Begleitung während der Planungs- und Bauphase.
    • Dipl.-Ing. Beata Huke-Schubert Architekturbüro GbR im Planungs- und Bauleitungsbüro.
    • Martha Stiftung als Kooperationspartner für Dementenwohngemeinschaft und Service-Station.

 

Fazit: Die positiven Erfahrungen aus diesem Projekt lassen sich auf andere Bauvorhaben übertragen. So ist besonders wichtig:

  • Planungsbeteiligung der zukünftigen Bewohner im Neubau und bei der Modernisierung.

  • Bildung von Bewohnergruppen mit einheitlicher Interessenlage

    .
  • Grundrissvarianten zulassen und damit den Bedürfnissen der Bewohner gerecht werden.

Bei der Bildung von Wohngemeinschaften für Personen, die an Demenz erkrankt sind und bei der Einrichtung eines Service-Stützpunktes ist besonders wichtig die:

  • Konzeptentwicklung bei Altersdemenz
  • Ausrichtung des Service-Stützpunkts mit Dienstleistungen nach Bewohnerbedarf
  • Nachrüstung im Zuge der Modernisierung

Erfolge:

  • Trotz erhöhter Herstell- und Bewirtschaftungsaufwendungen, enormen Abstimmungsbedarf mit Behörden, einem erhöhten Investitionsrisiko und einem für Bewohner, Träger und Angehörigen deutlich zu langen Planungszeitraum sind positive Erfolge zu verzeichnen:
    • erhöhte Bewohneridentifikation
    • frühe Vermietung
    • längere Wohndauer
    • Kommunikation zwischen den Generationen
    • Ausrichtung am Kundenwunsch durch Nachfrageanalyse
    • Entwicklung des erforderlichen Know-how (bei Demenzerkrankungen)
    • Öffentlichkeitsarbeit und Werbung

Kontakt:

Jörg-M. Meß
Wiesendamm 9

22305 Hamburg
Telefon: 040 531091-0
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Weitere Informationen:

 

 Stand: September 2010

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