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Bundesland, Landkreis |
Nordrhein-Westfalen, Gütersloh |
Bevölkerung (31.12.2009) |
353.514 |
Entwicklung 2002-2009 (in %) |
1,1 |
Entwicklung 2009-2030 (in %) |
-0,9 |
Räumliche Einordnung |
Agglomerationsräume - Hochverdichtete Kreise |
Demographietyp |
Stabile Mittelstädte und regionale Zentren mit geringem Familienanteil |
Die Ausbildungssituation für Hauptschüler im Kreis Gütersloh stellte sich 2005 als zunehmend problematisch heraus. Die Ausbildungsplatzlücke entsteht insbesondere durch hohe Schulabgängerzahlen und ein nicht ausreichendes Angebot an Ausbildungsplätzen und wird noch bis mindestens 2013 fortbestehen. Die Lücke wird zudem durch die jährlich hohe Anzahl an Altbewerbern aufrechterhalten. Nicht einmal mehr ein Viertel der Betriebe bildet noch aus, Gründe dafür sind u. a. die mangelnde Ausbildungsreife von Schulabgängern sowie ein Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. Das rechnerische Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei den gemeldeten Ausbildungsstellen lag noch im April 2008 im Kreis Gütersloh nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit bei etwa 1:2. Das Handwerk ist Hauptarbeitgeber für Hauptschüler, die technischen und kognitiven Anforderungen steigen aber auch im Handwerk. Hauptschüler werden zunehmend von Absolventen anderer Schulformen verdrängt.
Passgenaue Vermittlung von Schüler/innen mit Hauptschulabschluss in berufliche Ausbildung. Verringerung der Abbrecherquote, insbesondere im ersten Ausbildungshalbjahr Akquise von Partnerunternehmen Verbesserung der schulischen Berufsorientierung mit weiteren Akteuren
„Erfolgreich in Ausbildung“ wurde im Kreis Gütersloh im September 2005 initiiert. Die 1. Projektphase lief bis Dezember 2007. Entstanden ist es aus einem Modellprojekt in ganz Ostwestfalen Mitte und wird in den Kreisen Gütersloh, » » Lippe und in der Stadt » » Bielefeld weitergeführt. Seit Januar 2008 arbeitet das Projekt mit 21 Übergangscoaches sowie mit einer Projektleitung, einer Projektkoordination und weiteren Mitarbeitern. Arbeitgeber der Coaches sind freie Träger (AWO, Kolping, Caritas), Städte und Gemeinden oder der Kreis Gütersloh. Teilnehmende Schulen sind alle Haupt- und Gesamtschulen im Kreis. Erste Zielgruppe sind Schüler der 9. und 10. Klassen (Abgangsschüler).
Übergangscoaches:
Folgende Kernaufgaben werden Jugendlichen durch den Übergangscoach bereit gestellt: Erstgespräch: Es erfolgt eine Bestandsaufnahme der Ist-Situation des Schülers. Der Rahmen für das ggfs. folgende Coaching wird festgelegt. Berufsinteressentest: Der Berufsinteressentest liefert dem noch orientierungslosen Schüler eine erste Information über die mögliche berufliche Ausrichtung und dem Übergangscoach Aufschluss über den Unterstützungsbedarf. Einzelcoaching: Ein kontinuierlicher Prozess der beruflichen Wegeplanung des Schülers mit Unterstützung des Übergangscoaches. Entsprechend der Fähigkeiten, Stärken und Interessen des Schülers werden passende berufliche Perspektiven eröffnet, Umsetzungsschritte vereinbart und umgesetzt. Akquise und Vermittlung: Der Schüler erhält eine individuelle Unterstützung bei der Suche und der geeigneten Auswahl von Praktikums- und Ausbildungsplätzen. Simuliertes Vorstellungsgespräch: Das simulierte Vorstellungsgespräch dient der Erprobung eines Vorstellungsgespräches unter nahezu realen Bedingungen. Nachbetreuung: Der Übergangscoach ist auch noch im ersten Ausbildungshalbjahr Ansprechpartner für Auszubildende und Ausbildungsbetriebe.
Dabei kooperieren die Übergangscoaches mit zahlreichen weiteren schulischen und außerschulischen Akteuren der Berufsorientierung, wie den Berufswahlkoordinatoren, Schulsozialarbeitern, Kompetenzagenturen, Berufsberatern, Fallmanagern, Kammern und Unternehmerverbände, freien Trägern, Unternehmen etc.
Die Projektkoordination:
Die Projektkoordination übernimmt im Projekt „Erfolgreich in Ausbildung“ im Wesentlichen eine Mittlerfunktion, die sich in unterschiedlichen Aufgabenbereichen widerspiegelt.
Die vier wesentlichen Funktionen der Projektkoordination werden in der folgenden Graphik (mittlerer Kasten) veranschaulicht.

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Qualitätsentwicklung und –sicherung Konzeption, Organisation und Moderation monatlicher Qualitätszirkel mit 21 Übergangscoaches Angebot bedarfsgerechter Fortbildungen für die Übergangscoaches (z.B. Coaching-Methoden, Akquise, Projektmanagement etc.) Beschreibung und Fortschreibung von Qualitätsstandards und Sicherung im Qualitätshandbuch Prozessbegleitende Evaluation, Dokumentation Entwicklung eines Methoden- und Praxishandbuches zur Umsetzung in und mit Schule Lokale Unterstützung zum Aufbau von Berufsorientierungsteams an Schulen
Fördermittelakquise und Projektabrechnung Jährliche Antragstellung und Berichtswesen gegenüber der Agentur für Arbeit als Ko-Finanzierer Quartalsweise Abrechnung (Beleg- und Teilnehmerlisten) gegenüber der Agentur für Arbeit Recherche und Ansprache weiterer möglicher Förderer auf Landes- und Bundesebene Personalmittelabrechnung mit freien Anstellungsträgern der Übergangscoaches Kreisweit abgestimmtes Berichtswesen
Informationsbündelung und –transfer Beständiger Ansprechpartner und Vermittler in fachlichen Fragen für die Übergangscoaches (Vorteilhaft: durch Anbindung an Bildungsbüro enger Kontakt zu Schulverwaltung und Schulaufsicht) Repräsentation von Erfolgreich in Ausbildung auf Kreis-, Bezirks-, Landes- und Bundesebene mit den Zielen: der Akquise neuer Finanzmittel, der Abstimmung von Schnittstellen und Anknüpfungsmöglichkeiten an andere Projekte und Verhinderung von Doppelstrukturen, des Transfers innovativer Ansätze anderer Regionen in den Kreis Gütersloh
Rückkoppelung der Informationen an die Anstellungsträger und Übergangscoaches
Bereitstellung und Koordination bedarfsorientierter Angebote Inhaltliche und fachliche Begleitung des Elternarbeitskreises Schule/Beruf/Studium und Entwicklung der Elternbroschüre „Mein Kind auf dem Weg in den Beruf“. Moderation des Arbeitskreises „Praxisnahes Rechnen“ mit dem Ergebnis der Entwicklung und Bereitstellung eines Trainingsmoduls zur Steigerung der Ausbildungsreife. Angebote zur Steigerung der Vermittlungserfolge der Coaches durch z.B. Koordinierung Aktionswoche „pro Ausbildung“, Azubi-Speed-Dating, Vernetzung mit Akquiseprojekt Ausbildung 2006 oder Verbundausbildung. Das Schüler-Online Anmeldesystem wurde in Federführung der Projektkoordination im Kreis Gütersloh eingeführt. Den Schulen und Übergangscoaches werden jährliche Schulungen und Informationsmaterialien bereit gestellt. Durch das Zusammenspiel von Schüler-Online und „Erfolgreich in Ausbildung“ kann der Anteil der zum Schuljahresende noch unversorgten Jugendlichen stark reduziert werden. Passende Bildungsangebote können dieser Zielgruppe frühzeitig bereit gestellt werden.
Finanzierung: In der 1. Projektphase (2005 bis 2007) wurde „Erfolgreich in Ausbildung“ durch Landesmittel des Europäischen Sozialfonds gefördert. Von Januar 2008 bis Ende 2010 wird das Projekt durch Kreisumlage sowie Gelder der Bundesagentur für Arbeit finanziert. Im Juni 2010 hat der Kreistag beschlossen, das Angebot „Erfolgreich in Ausbildung“ ohne zeitliche Begrenzung fortzuführen.
Mittelfristiges Ziel ist ein frühzeitiges systematisches Übergangsmanagement Schule-Beruf für alle Schulformen in der Region Ostwestfalen-Lippe. Bestehende und neue Aktivitäten am Übergang von der Schule in den Beruf werden gebündelt, ergänzt und optimiert. Nicht nur die regelmäßig erhobenen Vermittlungszahlen in betriebliche und schulische Berufsausbildung, die kontinuierlich gestiegen sind, belegen den Nutzen von „Erfolgreich in Ausbildung“. Durch das Projekt wurde auch erreicht, dass in Zeiten der Wirtschaftskrise mit einem Rückgang von Ausbildungsstellen um 9,9% (Angabe der Arbeitsagentur Kreis Gütersloh) die Vermittlungsquote von Abgangsschüler/innen der 15 Hauptschulen in duale Ausbildung im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,3%-Punkte gesunken ist, die Vermittlungsquote in eine vollqualifizierende schulische Berufsausbildung gesteigert wurde, insgesamt knapp 45% aller Schulabgänger/innen der 15 Hauptschulen in eine Berufsausbildung einmünden konnten (bundesweit ca. 20 %), durch das Angebot der Nachbetreuung im ersten Ausbildungshalbjahr der vermittelten Jugendlichen die Abbrecherquote auf ein Minimum gesenkt werden konnte, alle Projektschüler/innen die Schule mit einem beruflichen Ziel vor Augen verlassen und einer persönlichen Planung, wie sie dieses Ziel erreichen können.
Melanie Genrich
Telefon: 05241 - 85 15 17
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Dörte Sonnabend
Telefon: 05241 - 85 17 56
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Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune
Stand: Oktober 2010 |
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Melanie Genrich Projektkoordinatorin
Kreis Gütersloh
Herzebrocker Str. 140
33324 Gütersloh
Telefon: 05241 - 85 15 17
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