Bertelsmann Stiftung

Erlangen - Leitbild für Integration

Demographie-Profil:

Bundesland

Bayern

Bevölkerung (31.12.2009)

105.554

Entwicklung 2002-2009 (in %)

3,3

Entwicklung 2009-2030 (in %)

2,7

Ausländeranteil (in %)

14,7

Räumliche Einordnung

Agglomerationsräume - Kernstädte

Demographietyp

Prosperierende Wirtschaftszentren

Ausgangslage:

  • Von rund 103.000 Einwohnern haben rund 25.600 Personen einen Migrationshintergrund, d.h. sie sind entweder ausländische Staatsbürger, Aussiedler, Eingebürgerte oder Kinder von ausländischen Eltern, die bis zum 18. Lebensjahr die deutsche und die Staatsangehörigkeit ihrer Eltern besitzen.
  • Bis zum Jahr 2006 wurden bereits » viele Einzelmaßnahmen initiiert und umgesetzt um Migranten zu unterstützen und zu fördern. Aber es fehlte eine Gesamtstrategie sowie eine zentrale Koordinierung der Integrationsprojekte.
  • Die Erlanger Stadtgeschichte beweist, dass Integration gelingen kann. Die Stadt hat als eine von 10 deutschen Hugenottenstädten eine lange Zuwanderungsgeschichte, die einen wesentlichen Teil ihrer Entwicklung und ihres Selbstverständnisses („Offen aus Tradition“) geprägt hat.

Ziel:

  • Entwicklung eines gesamtstädtischen Leitbildes für die Integrationspolitik
  • Neukonzipierung der kommunalen Migrations- und Integrationspolitik
  • Verbesserung der Angebote zur Eingliederung der Migranten in die Gesellschaft

Umsetzung:

Erarbeitung des Leitbildes und eines Maßnahmekataloges

  • Durchführung eines breit angelegten Workshops zum „Integrationsleitbild“ für Erlangen.
  • Der Auftaktworkshop fand im Januar 2006 mit Akteuren der Stadtverwaltung, Institutionen und Bürgern statt. Die Stadt hat dazu sämtliche ihnen bekannten Migrantenorganisationen eingeladen. Es waren 70 Personen anwesend, davon ca. 1/3 interessierte Bürger. Im gesamten Prozess waren ca. 25 % der Beteiligten Migranten.
  • Es wurden 6 Arbeitsgruppen  gebildet, die ein Jahr lang zu folgenden Themen gearbeitet haben:
    • Leitbild- Konzeption
    • Sprachliche Integration und Bildung
    • Berufliche Integration - Wirtschaft und Arbeit
    • Soziale und kulturelle Integration
    • Politisch-partizipatorische Integration
    • Stadtplanung, Wohnumfeld, Sozialraum
  • Das Beteiligungsverfahren wurde intern organisiert sowie intern und extern moderiert.
  • Durch die Arbeitsgruppen wurde ein umfangreicher Maßnahmenkatalog erstellt, sowie ein Leitbild erarbeitet, das die Integration in Erlangen als Querschnittsaufgabe darstellt.
  • Der Maßnahmenkatalog wurde analysiert, beurteilt und überprüft. Der Lenkungskreis hat in Abstimmung mit dem Bürgermeister festgelegt ausgewählte Projekte vorzuschlagen, die ab 2008 umgesetzt werden sollen.
  • Alle weiteren Vorschläge und Maßnahmen dienen dem Lenkungskreis als Grundlage und Ideenpool für die Fortschreibung und Umsetzung in den nächsten 6 bis 10 Jahren.

Umsetzung des Leitbildes und der Maßnahmen

  • Einstimmige Verabschiedung des Leitbildes im Erlanger Stadtrat im Juli 2007 sowie der Umsetzung des Leitbildes ab 2008.
  • Im Jahr 2008 beschloss der Stadtrat eine neue Organisationsstruktur, die bereits installiert wurde. Damit soll die Umsetzung des Leitbildes Integration gewährleistet und die Kommunikation zwischen Stadtrat, Verwaltung und Bürgerschaft sicher stellt werden.
  • Die Struktur und die Aufgaben der neuen Organisationen:
    • Die Koordinationsstelle für Integration, die als referatsübergreifende Stelle die Integrationsarbeit leitet und die Umsetzung begleitet. Die Koordinationsstelle wird von der Stadt finanziert (Personal- und Sachkosten).
    • Der Lenkungskreis Integration (aus Mitgliedern des Stadtrates, der Verwaltung und des Ausländer- und Integrationsbeirats), der die Aufgabe hat, die grundsätzliche Ausrichtung der Integrationspolitik zu steuern.
    • Die Aufgabe der Integrationsverantwortlichen in den Referaten, Ämtern und Tochtergesellschaften der Stadt ist es, das Thema Integration im jeweiligen Bereich einzubringen sowie als Ansprechpartner für die Koordinationsstelle fungieren.
    • Mit der Integrationskonferenz, die jährlich stattfindet, wird die regelmäßige Einbindung der externen Akteure sichergestellt.
    • Das Integrationsmonitoring ist im Aufbau und wird es ermöglichen den Stand und die Entwicklung der Integration in Erlangen zu beobachten.
  • In den einzelnen Referaten und Ämtern finden Umsetzungsgespräche statt und werden Maßnahmen weiterentwickelt.

Erfolge:

  • Das neue Leitbild macht die Bedeutung der Integration in der Stadtpolitik deutlich.
  • Mit der neuen Organisationsstruktur wird das Themenfeld Integration als Querschnittsaufgabe fest in der Stadtverwaltung verankert und externe Akteure regelmäßig eingebunden.
  • Es gab eine breite Bürgerbeteiligung im Rahmen von Netzwerktreffen und der Integrationskonferenz.

Kontakt:

Silvia Klein

Telefon: 09131 - 86 23 75

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Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

Stand: Januar 2009

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Silvia Klein
Koordinationsstelle Integration, Bürgermeister- und Presseamt

Stadt Erlangen

Rathausplatz 1

91054 Erlangen

Telefon: 09131 - 86 23 75

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