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Bundesland |
Thüringen |
Bevölkerung (31.12.2009) |
203.830 |
Entwicklung 2002-2009 (in %) |
1,9 |
Entwicklung 2009-2030 (in %) |
-3,4 |
Ausländeranteil (in %) |
3,3 |
Räumliche Einordnung |
Verstädterte Räume - Kernstädte |
- Mit dem Begriff „Zuwanderer“ sind viele Assoziationen und auch Vorurteile verbunden. Aus der Soziologie weiß man, dass Einzelne oder Personengruppen sich häufig mit der ihnen zugeschriebenen Rolle identifizieren und es dann erst recht schwer haben, sich daraus zu befreien. „Benachteiligt“ und „Empfänger von Hilfeleistungen“ zu sein, gehört zu diesen Etikettierungen.
Wie es anders gehen kann, hat die Stadt Erfurt erfolgreich erprobt. Das Konzept besteht darin, dass die Stadt die Bürgerbeteiligung von Zuwanderern unterstützt. Das Ziel des Zentrum für Integration und Migration der Stadt Erfurt (ZIM) ist, dass Zuwanderer nicht ausschließlich Adressaten bürgerschaftlichen Engagements sein sollen, sondern sich selbst aktiv für ein gesellschaftliches Anliegen einsetzen, dass über die reine Selbsthilfe hinausgeht. Auch sollen Migranten unterschiedlicher Herkunft gemeinsam und gleichberechtigt mit Einheimischen zusammenarbeiten. Wer sich engagiert und Verantwortung für sich und andere übernimmt, erfährt Wertschätzung und macht die gute Erfahrung etwas bewirken zu können. Grundidee ist ein Konzept des „Förderns und Forderns“. So mussten sich die sechs dort ansässigen Vereine – vier davon sind Migrantenvereine - per Unterschrift dazu verpflichten, sich über ihre eigenen Anliegen hinaus einzubringen und mit den anderen Vereinen zusammen zu arbeiten.
Für die Finanzierung des ZIM fand die Stadt einen ungewöhnlichen Weg: Die Kommune finanziert großzügig das 1000 Quadratmeter große Gebäude. Gewissermaßen als Gegenleistung müssen die dort tätigen Vereine ihre Arbeit selbst finanzieren. Damit das auch klappt, werden sie bei der Einwerbung von Mitteln vom Bund, dem Land, der Kommune oder Stiftungen von zwei Mitarbeitern fachkundig beraten und unterstützt. Das Ergebnis ist ein gemeinsames Programm quer durch die Kulturen. Rund 400 Menschen in der Woche nutzen die lebendige Angebotslandschaft. Sie reicht von der gesamten denkbaren Beratungspalette über Sprach- und Integrationskurse und ein vielfältiges Kulturprogramm bis hin zur Hausaufgabenhilfe und Kinderbetreuung. Auch eine Theatergruppe, Aerobic, Musikunterricht und ein Frauenclub gibt es im ZIM. Das ZIM versteht sich als Kompetenzzentrum für Vernetzung, Verzahnung und Transparenz der verschiedenen Angebote. Hier befinden sich die Geschäftsstelle des Netzwerkes für Integration für Spätaussiedler und Migranten, ebenso Sprechzeiten der Migrationserstberatungsstelle und der Fachdienst für Flüchtlingsarbeit Thüringen. Die zwei hauptamtlichen Mitarbeiter besitzen soziale, interkulturelle und sprachliche Kompetenzen und bilden sich regelmäßig weiter. Die ca. 40 ehrenamtlichen Mitarbeiter erhalten Fortbildungsangebote in Form von Schulungen, Seminaren und Tagungen.
Beate Tröster
Telefon: 0361 – 64 31 535
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Infos zum » Zentrum für Integration und Migration der Stadt Erfurt
Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden, bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune
Stand: Dezember 2008 |
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Beate Tröster Zentrum für Integration und Migration
Stadt Erfurt
Rosa-Luxemburg-Straße 50
99086 Erfurt
Telefon: 0361 – 64 31 535
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