Bertelsmann Stiftung

Eching – Alten Service Zentrum/Mehrgenerationenhaus

Demographie-Profil:

Bundesland, Landkreis

Bayern, Freising

Bevölkerung (31.12.2009)

12.929

Entwicklung 2002-2009 (in %)

0,1

Entwicklung 2009-2030 (in %)

5,1

Räumliche Einordnung

Agglomerationsraum - Gemeinde in verdichtetem Kreis

Demographietyp

Wirtschaftlich starke Städte und Gemeinden mit hoher Arbeitsplatzkapazität

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Während das schnelle Bevölkerungswachstum zwischen 1960 und 1970 vorübergehend eine relativ junge Bevölkerungsstruktur zur Folge hatte, bewirken das abgemilderte gleichmäßige Wachstum und die sich heute abzeichnende geringe Bevölkerungsfluktuation die „Normalisierung“ des Altersaufbaus im Übergang zu einer beginnenden Alterung der Bevölkerung.

Ziel:

  • Ermöglichung des Altwerdens in der Mitte der Stadtgesellschaft.

Strategie:

  • Der Verein „Älter werden in Eching e. V.“ koordiniert über ein Alten Service Zentrum/Mehrgenerationenhaus die kommunale Altenarbeit.

Meilensteine:

  • 1986: Die Prognose in der ersten Fortschreibung des Gemeindeentwicklungsprogramms lässt einen Anstieg der älteren Bevölkerungsgruppen erkennen.
  • Die Gemeinde gibt eine Befragung in Auftrag, um herauszufinden, wie die Bürger im Alter leben wollen. Das Ergebnis: Die Mehrheit möchte im Alter in der eigenen Wohnung und möglichst lange selbstbestimmt leben.
  • Mai 1986: Gemeinderat beschließt die Errichtung eines Alten Service Zentrums (ASZ) in zentraler Lage. In Kooperation mit den in Eching tätigen Einrichtungen der Altenarbeit wird eine Konzeption ausgearbeitet. Parallel wird ein Betreiber gesucht – allerdings können die Verbände den Ansprüchen der Gemeinde nicht gerecht werden.
  • April 1988: Gemeindebeschluss sieht die Errichtung eines Alten Service Zentrums in Trägerschaft eines neu zu gründenden Vereins vor, in dem ältere Echinger Bürger Mitglied werden können.
  • Mai 1989: Gründung des Vereins „Älter werden in Eching e. V.“ von 92 Bürgern.
  • 1995: Inbetriebnahme des Alten Service Zentrums
  • 2002: zweite Fortschreibung des Gemeindeentwicklungsprogramms: Die Gemeinde setzt sich das Ziel, „kontrolliert“ zu wachsen, d. h. ein durchschnittliches Bevölkerungswachstum von zwei Prozent jährlich soll nicht überschritten werden.
  • Januar 2007: Aufnahme in das Aktionsprogramm „Mehrgenerationenhäuser“ des Bundesfamilienministeriums; Integration von generationenübergreifenden Familienangeboten der verschiedenen Träger in das AltenServiceZentrum/ Mehrgenerationenhaus
  • 1.1.2008: Eröffnung der Wohngemeinschaft demenziell Erkrankter

Akteure:

  • Verein „Älter werden in Eching e. V.“ mit 500 Mitgliedern
  • Gemeinde Eching

Umsetzung:

  • Durch die Gründung des Vereins ist es möglich geworden, eine Einrichtung zu schaffen, die nicht an eine Konfession oder eine bestimmte Weltanschauung gebunden ist.
  • Das Alten Service Zentrum/Mehrgenerationenhaus befindet sich im Zentrum von Eching, sodass alle Geschäfte des täglichen Bedarfs sowie Ärzte und Ämter leicht zu erreichen sind.
  • Zu den Angeboten zählen:
  • Leitstelle zur Koordinierung und Beratung
  • Betreutes Wohnen (34 Wohnungen) mit 24-Stunden-Betreuung bei Bedarf
  • Sozialstation  für ambulante Hauskrankenpflege.
  • Mobile Soziale Dienste (Einkaufs, Reinigungs- und Fahrdienste)
  • Begegnungsstätte mit breit gefächertem Veranstaltungsprogramm
  • Die Trägerschaft des Bürgervereins hat immense Vorteile. Sie ermöglicht flexible Strukturen und Organisationsformen, sodass das Angebot des ASZ/MGH dem sich verändernden Betreuungsbedarf angepasst werden kann. Außerdem können alle am Ort bereits tätigen Einrichtungen auch organisatorisch eingebunden und eine konkurrenzfreie Situation verwirklicht werden.
  • Die beteiligten Organisationen und vor allem die (älteren) Echinger Bürger können auf die Arbeit der Einrichtung im Rahmen des Vereins demokratisch Einfluss nehmen.
  • Eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für demenziell erkrankte Ältere hat am 01.01.2008 den Betrieb aufgenommen.

Bürgerbeteiligung:

  • Mit der Gründung ihres Bürgervereins übernehmen die Bürger selbst Verantwortung für ihre Gemeinde und ihr eigenes Älterwerden.

Finanzierung:

  • Finanzierung des Vereins: Für die von dem Verein erbrachten Leistungen der kommunalen Altenhilfe erhält der Verein von der Gemeinde Entgelte, daneben aber keinerlei kommunale Zuschüsse. Der Verein trägt sich darüber hinaus über die Erlöse aus Dienstleistungen (z. B. Pflegeentgelte, Gebühren für Veranstaltungen und Vermietungen), die jährlichen Mitgliedsbeiträge sowie Spenden.

Erfolge:

  • Das Echinger Konzept beweist, dass kommunale Altenarbeit auch unabhängig von den eingefahrenen Konzeptionen der großen Verbände der freien Wohlfahrtspflege möglich ist.
  • In den 15 Jahren seines Bestehens hat sich das Konzept als gute Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit verschiedener Konfessionen und Interessengruppen erwiesen.
  • Das Alten Service Zentrum/Mehrgenerationenhaus vereint ein Netz an Vielfalt unter einem Dach, kann deshalb besonders flexibel auf die jeweils individuellen Bedürfnisse der älteren Menschen reagieren und maßgeschneiderte Hilfen für jeden anbieten.
  • Das Alten Service Zentrum/Mehrgenerationenhaus ist baulich und in seinen Angeboten stetig gewachsen und zählte in 2009 13.000 Besucher im Veranstaltungsprogramm.

Kontakt:

Siglinde Lebich
Alten Service Zentrum Eching
Telefon: 089/3271420
› E-Mail
Internet: » www.asz-eching.de

Weitere Informationen:

Stand: September 2010

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Siglinde Lebich

Alten Service Zentrum Eching

Bahnhofstraße 4

85386 Eching

Telefon: 089 - 32 71 420

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