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Bundesland, Landkreis |
Sachsen-Anhalt, Salzlandkreis |
Bevölkerung (31.12.2009) |
29.357 |
Entwicklung 2002-2009 (in %) |
0,0 |
Entwicklung 2009-2030 (in %) |
-22,5 |
Räumliche Einordnung |
k.A.* |
Demographietyp |
k.A.* |
- In Aschersleben treffen drei Bundesstraßen aufeinander. Die Folgen sind ein enormes Verkehrsaufkommen auf der Durchfahrtsstraße (17.000 Autos am Tag im Jahr 2002) und damit verbunden eine große Beeinträchtigung der Wohnsituation durch Lärm und Abgase. Im Jahr 2002 war die Leerstandsquote entlang dieser Straße auf ca. 40 Prozent angewachsen.
- Aschersleben verfügt über eine gut erhaltene Bausubstanz in der historischen Altstadt. Die Stadtsanierung ist seit 1990 gut vorangeschritten.
- In den zu DDR-Zeiten erbauten Neubaugebieten (Plattenbauweise) wuchsen die Leerstandsquoten in den verschiedenen Quartieren nach der Wende sukzessive an. Ein Beispiel ist das Wohngebiet Helmut-Welz-Straße am nordöstlichen Stadtrand. Dieses Gebiet war Ende der 80er Jahre als letztes entstanden. Es gab eine Schule und eine Kindertagesstätte, jedoch keinen Supermarkt oder Discounter.
- Die Situation an der Ortsdurchfahrt wurde für die Stadt immer weniger hinnehmbar, zumal sie das Image der Stadt als graue Durchfahrtsstadt extrem belastete. Gleichzeitig schlugen das städtische Wohnungsunternehmen, die „Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft“ und die Wohnungsgenossenschaft wegen der hohen Leerstandsquoten in ihren Wohnblöcken Alarm. Überlegungen des Landes Sachsen-Anhalt, eine Internationale Bauausstellung ins Leben zu rufen, gaben dann den Anstoß für eine gezielte Stadtumbaustrategie.
- Umgestaltung der Ortsdurchfahrt von einem Verkehrsslum zu einer attraktiven Ortsdurchfahrt. In diesem Zusammenhang war es das Ziel der Stadt, einen Funktionswechsel in diesem Bereich zu vollziehen: weg von der Wohnfunktion hin zu einer gewerblichen Nutzung der Flächen links und rechts der Ortsdurchfahrt. Im Rahmen der IBA entstand außerdem die Idee, temporäre Abrisslücken mit Kunst zu bespielen: die erste Durchfahrtsgalerie Deutschlands ins Leben zu rufen.
- Stärkung der Innenstadt durch die Schaffung qualitativen Wohnraums und durch die Verlagerung von öffentlichen Einrichtungen (Schulen, Behörden) von den Stadträndern in das Zentrum, um eine Belebung herbeizuführen.
- Die Erhöhung der Lebensqualität der Bürger – insbesondere im Stadtzentrum. Damit ist auch das Ziel verbunden, neue Einwohner, besonders Familien anzuziehen, indem die Stadt an Attraktivität gewinnt.
- Viele einzelne Schritte waren nötig:
- Berufung einer Lenkungsgruppe „Stadtumbau“, in der auch die organisierte Wohnungswirtschaft vertreten war -> Vereinbarung konkreter Ziele.
- Erarbeitung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes in Zusammenarbeit mit Bürgern, Versorgungsunternehmen (Z.B. Stadtwerke) und organisierter Wohnungswirtschaft.
- Workshops zur Ideenfindung für die Ortsdurchfahrt und das Stadtzentrum im Rahmen der IBA – Zusammenarbeit mit dem Aschersleber Kunst- und Kulturverein (AKKU).
- Gründung einer Projektgruppe „Bestehornpark“ unter Leitung des Oberbürgermeisters mit dem Ziel, die drei Hektar große innerstädtische Industriebrache OPTIMA, ehemals Bestehornsche Papierdruckfabrik, als Bildungscampus zu revitalisieren. Das verfallene Hauptgebäude stellte den größten städtebaulichen Missstand an der Ortsdurchfahrt dar.
- Information der Bevölkerung durch Bürgerversammlungen, Presseinformationen, Stadtumbau-Infopunkt in der Innenstadt und öffentliche Aktionen (z.B. zum Stadtfest, Baustarts, etc.).
- Gezielte Gespräche mit Privateigentümern, um Sanierungen anzuregen.
- Gezielte Gespräche mit übergeordneten Behörden, um Verlagerung der Standorte zu forcieren (z.B. Bundesagentur für Arbeit, Fachhochschule Polizei, Amtsgericht, Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises, Schulen).
- Erarbeitung eines Konzeptes für die Durchführung einer Landesgartenschau in der Innenstadt im Jahr 2010 -> Bewerbung im Jahr 2005.
- Dadurch konnten folgende Maßnahmen umgesetzt werden:
- Rückbau im Wohngebiet Helmut-Welz-Straß.
- Flächenmanagement an der Ortsdurchfahrt – gezielter Ankauf von Grundstücken, um Rückbau einleiten zu können.
- Sukzessiver Aufbau der DRIVE THRU Gallery (Ankauf von Grundstücken, Abriss, Installation der Kunst.
- Revitalisierung des Flüsschens Eine im innerstädtischen Bereich, Schaffung eines neuen Landschaftsraumes und damit Schaffung einer neuen fußläufigen Verbindung zwischen der Altstadt und dem Neubaugebiet „Pfeilergraben“, Stadt kaufte auch dafür gezielt Brachflächen an, um die Pläne umsetzen zu können.
- Revitalisierung der Industriebrache „Bestehornsche Papierdruckfabrik/VEB Optima: Ankauf der Grundstücke durch die Stadt, Abriss der Fabrikhallen bis auf das Hauptgebäude (Architekturdenkmal, Hans Heckner, 1911), Auslobung eines europaweiten städtebaulichen Realisierungswettbewerbes für das Bildungszentrum Bestehornpark -> Umbau des Industrieareals .
- Durchführung der Landesgartenschau 2010 in der Innenstadt – Kopplung mit der IBA Stadtumbau.
- Die wichtigsten Erfolge dieser Maßnahmen:
- 2003 – gemeinsam mit Dessau Aufnahme als erste Referenzstandorte der Internationalen Bauausstellung IBA Stadtumbau 2010 in Sachsen-Anhalt.
- 5.11.2004 Beschluss des Stadtrates, die Industriebrache OPTIMA zu einem Bildungszentrum zu entwickeln.
- 7.4.2006 – Preisverleihung zum städtebaulichen Realisierungswettbewerb „Bildungszentrum Bestehornpark“, 1.Preis: Architekten Lederer + Ragnarsdóttir + Oei, Stuttgart.
- Eröffnung der ersten größeren Ausstellung in der DRIVE THRU Gallery: Christopher Winter: Hitzefrei im Juni 2007.
- Baustart Eine-Lauf am 11. März 2008.
- Baustart für den Umbau der OPTIMA zum Bildungszentrum am 28.8.2008 .
- Eröffnung des Bildungszentrums Bestehornpark und der IBA in Aschersleben am 16. April 2010 .
- Eröffnung der Landesgartenschau am 24. April 2010
- Viele Kooperationspartner haben die Umsetzung ermöglicht:
- Stadt Aschersleben, insbesondere das Baudezernat
- IBA-Büro Dessau, insbesondere Dr. Sonja Beeck und Ursula Achternkamp als Kuratorin der DRIVE THRU Gallery
- Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr (IBA-Förderung)
- Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt (Landesgartenschau-Förderung)
- Landesverwaltungsamt
- Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH
- Wohnungsgenossenschaft „Einigkeit“ eG
- Ascherslebener Kunst- und Kulturverein (AKKU)
- Künstler, Architekten, Szenografen
- Bürgerradio Harz-Börde-Welle
- Anwohner, Bürger
- Fördermittel:
- Das Land stellte großzügige Fördermittel im Rahmen der IBA Städtebauföderung und der Landesgartenschau zur Verfügung. An der DRIVE THRU Gallery beteiligte sich auch die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt. Außerdem wurden das Projekt vom EFRE der Europäischen Union unterstützt.
- Verbindung von Internationaler Bauausstellung und Landesgartenschau, Nutzung von einzigartigen Synergieeffekten für die Innenstadt
- 557.000 Besucher zur Landesgartenschau 2010, die damit auch die Stadtumbauerfolge der Stadt sehen konnten.
- Zehn verschiedene Installationen an der DRIVE THRU Gallery, Galerie hat Aschersleben bundesweit ins Gespräch gebracht.
- Viel beachteter Entwurf von Prof. Arno Lederer für das Bildungszentrum Bestehornpark, Fertigstellung des Bildungszentrums pünktlich zur Eröffnung der IBA, Blumenhalle und Ausstellung der Meisterschüler Neo Rauch konnten von April bis Oktober 2010 im modernen Riegelbau präsentiert werden.
- Neue Parks und Gärten sind durch IBA und Laga in der Innenstadt entstanden.
- DRIVE THRU Gallery für jeden sichtbar.
- Hauptgebäude der Bestehornschen Papierdruckfabrik/VEB OPTIMA saniert und durch modernen Anbau erweitert.
- Neue fußläufige Verbindung vom Wohngebiet Pfeilergraben zur Altstadt bzw. auch von der Altstadt zu den nahe gelegenen Versorgungsmärkten.
- Neuer P+R-Platz am Bahnhof mit Fußgängertunnel zur Innenstadt -> bessere Anbindung der Wohngebiete oberhalb der Bahnlinie an die Innenstadt.
- Attraktiveres Stadtbild durch hohen Sanierungsgrad.
- Kurze Wege zu Schulen und Behörden, da sich das öffentliche Leben überwiegend in der Innenstadt abspielt.
Anke Lehmann Pressesprecherin
Tel. 03473 - 95 89 54
Mail
Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.
Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune
Stand: November 2010
* Aufgrund von Gebietsstandsänderungen keine Angaben möglich. |
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Anke Lehmann Pressesprecherin
Stadt Aschersleben
Markt 1
06449 Aschersleben
Telefon: 03473 - 95 89 54
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