Bertelsmann Stiftung

Amtzell - Intergenerationelles Netzwerk

Demographie-Profil:

Bundesland, Landkreis

Baden-Württemberg, Ravensburg

Bevölkerung (31.12.2009)

3793

Entwicklung 2002-2009 (in %)

k. A. *

Entwicklung 2009-2030 (in %)

k. A. *

Räumliche Einordnung

Verstädterte Räume - Verdichtete Kreise

Ausgangslage/Problemstellung:

  • Die Bevölkerung hat seit 1993 um 12 Prozent zugenommen.
  • Der Anteil der älteren Bevölkerung liegt mit 14 Prozent vergleichsweise niedrig, aber in Zukunft erwartet die Gemeinde einen deutlichen Zuwachs an älteren Menschen.
  • Angesichts der Umbrüche in der Gesellschaft wird der generationenübergreifende Gedanke immer wichtiger. Die Gemeinde Amtzell stellt sich dieser Aufgabe.

Ziel:

  • Die Gemeinde als Lebensraum und Gemeinschaft erlebbar machen.

  • Die Lebenssituation und das Lebensumfeld von Kindern, Jugendlichen, Familien, Senioren sowie von Benachteiligten in der Gemeinde verbessern.

  • Bürgerschaftliches Engagement in der Gemeinde ermöglichen und unterstützen.

  • Das Miteinander von Jung und Alt in der Gemeinde fördern.

Strategie:

  • Mit einem Gesamtkonzept werden alle Altersgruppen der Gemeinde eingebunden.

Meilensteine:

    • 1999 ergreift der Bürgermeister die Initiative und aktiviert durch die direkte Ansprache der lokalen Akteure die Einwohner. Es folgt die Gründung des Arbeitskreises „Dorfgemeinschaft“.
    • Der Arbeitskreis legt die Zielsetzungen fest und steuert das „Netzwerk der Generationen“.
    •  Schaffung von generationenübergreifenden Einrichtungen, wie Kindergarten im Altenheim, Wohnanlage „Jung und Alt“ und Sportanlage „Jung und Alt"
    • Gründung des Fördervereins „Füreinander-Miteinander“, eines Besuchsdienstes, einer Hospizgruppe und Durchführung des Projektes “Wir helfen“ (Jugendliche engagieren sich ehrenamtlich für Ältere)
    • 2006: Einrichtung eines Gemeindecafes im Altenheim. Dieses Angebot der Landfrauen trägt zur Generationenzusammenführung bei.
    •  2007: Start eines Arbeitsintegrationsprojektes zwischen einem Industrieunternehmen und einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung im interkommunalen Gewerbegebiet Amtzell-Wangen im Allgäu. Hier finden 100 Menschen mit Behinderung einen dauerhaften Arbeitsplatz. Daneben wurden integrative Wohngruppen, so zum Beispiel in der Wohnanlage „Jung und Alt“ eingerichtet.

Akteure:

  • Gemeinde
  • alle Einrichtungen in der Gemeinde, wie Kindergärten, Ländliches Schulzentrum Amtzell (Ganztagesschule), Altenheim, Wohnanlage „Jung und Alt“ sowie die Kirchengemeinden, Seniorengruppen und die Vereine  

Umsetzung:

  • Mit der Gründung des Arbeitskreises „Dorfgemeinschaft“ ist eine generationenübergreifende Plattform geschaffen worden. Der Arbeitskreis trifft sich in regelmäßigen Abständen zum Austausch von bisherigen Ergebnissen, Erfahrungen und neuen Projektideen. Der Tagungsort wechselt bei jeder Sitzung, dabei werden auch die verschiedenen Einrichtungen vorgestellt. Die Ergebnisse des Treffens werden im Gemeindeblatt veröffentlicht.
  • Der Arbeitskreis fungiert dabei als Koordinations- und Vermittlungsstelle für alle Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Besonders wichtig ist, dass die Bürger im Arbeitskreis einen festen Ansprechpartner haben, der auch die Rahmenbedingungen und Formalitäten erledigt.
  • Der Arbeitskreis „Dorfgemeinschaft“ steht im Zentrum des „Netzwerkes der Generationen“. Mit diesem Netzwerk ist es gelungen, über themenbezogene Treffen in Form von runden Tischen die örtlichen Vereine, Organisationen, Einrichtungen und Initiativen zusammenzubringen. Neben dem Arbeitskreis „Dorfgemeinschaft“ gehören diesem Netzwerk u. a. der Arbeitskreis „Prävention an der Schule“, der Arbeitskreis „Heimatpflege“ und der Arbeitskreis „Dorfkultur“ an.
  • Daraus ist zugleich eine enge Kooperation der verschiedenen Einrichtungen in der Gemeinde entstanden. Beispielsweise ist ein Kindergarten in einem Altenheim untergebracht worden, um so einerseits den Kindern ein natürliches Verhältnis im Umgang mit Senioren zu ermöglichen und andererseits der Vereinsamung der Senioren entgegenzuwirken.
  • Ein weiteres Beispiel ist die Wohnanlage „Jung und Alt“. Hier wohnen Senioren und junge Familien sowie allein erziehende Mütter nebeneinander und unterstützen sich gegenseitig beim Babysitting oder Einkaufen. Nur durch die Initiierung von solchen Projekten ist das Ziel der lebendigen Gemeinschaft zwischen den Generationen erreichbar.
  • Um die Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement zu fördern, gehört die Vermittlung von sozialen Kompetenzen zum festen Bestandteil an der Ganztagsschule in Amtzell. Im Schulzentrum konnte Schulsozialarbeit etabliert werden, die durch enge Kooperation mit den örtlichen Akteuren vielfältiges bürgerschaftliches Engagement einbezieht und ihrerseits wiederum ehrenamtliches Engagement von Jugendlichen fördert. Die Projekte „Wir helfen“, gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg, Computerkurse von Jugendlichen für Senioren und für behinderte Menschen, die Gesprächkreise "Jung und Alt" und die Babysitterausbildung mit den entsprechenden Angeboten an junge Familien sind Beispiele dafür.
  • Neben der Verwaltung, die bürgerschaftliches Engagement bewusst in allen Bereichen und auf allen Ebenen integriert und zu ihrem Arbeitsschwerpunkt macht, ist auch der Gemeinderat aktiv in die Arbeit der Arbeitskreise eingebunden: Gemeinderatsmitglieder arbeiten in den Arbeitskreisen mit – die Arbeitskreise berichten regelmäßig im Rat über ihre Arbeit und stimmen ihre Aktivitäten intensiv mit ihm ab.

Bürgerbeteiligung:

  • Inzwischen ist eine Vielzahl an Projekten im kulturellen, künstlerischen, handwerklichen und sportlichen Bereich entstanden.
  • Erfreulich ist, dass sich eine große Anzahl von Bürgern ehrenamtlich engagiert und die vielfältige Wertschöpfung genauso als wichtig begreift, wie die Entstehung und Pflege einer lebendigen Gemeinschaft.
  • Das Engagement verteilt sich unterschiedlich auf langfristige und kurzfristige Projekte, wobei junge Menschen sich eher für kürzere ehrenamtliche Einsätze interessieren.

Finanzierung:

  • Im Haushalt der Gemeinde stehen sowohl für einzelne Projekte als auch für Daueraufgaben Mittel zur Verfügung. Um den Haushalt zu entlasten, wurde der Förderverein „Füreinander-Miteinander“ für die Ausbildung der ehrenamtlich Engagierten und in der Wohnanlage “Jung und Alt“ ein Sozialfond für die Gemeinwesenarbeit eingerichtet. Fördervereine in den Kindergärten und in der Schule unterstützen dort die vielseitigen Aktivitäten.

Erfolge:

  • Trotz der geringen Einwohnerzahl hat sich ein vielfältiges Miteinander von engagierten Bürgern ergeben. Das „Wir-Gefühl“ vermittelt Nestwärme und einen Heimatbezug.
  • Amtzell profitiert von dieser Form des Zusammenwirkens. Nicht zuletzt konnten auf diese Weise trotz enger öffentlicher Budgets manche neue Vorhaben realisiert werden.
  • Das „Netzwerk der Generationen“ soll daher auch in Zukunft weiter entwickelt und gestärkt werden.

Kontakt:

Clemens Moll

Telefon: 07520 - 95 00

› Mail

 

Weitere Informationen:

» Gemeinde Amtzell

 

 

Um den Herausforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden bietet die Bertelsmann Stiftung » Workshops für Kommunen zu den Themen Demographie, Seniorenpolitik und Integration an.

 

Demographische Daten für Kommunen über 5.000 Einwohner finden Sie im » Wegweiser Kommune

 

 

 

Stand: Dezember 2007

* Für Kommunen mit weniger als 5.000 Einwohnern stehen keine Prognosedaten zur Verfügung.

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KONTAKT

Clemens Moll
Bürgermeister

Gemeinde Amtzell

Waldburger Str. 4

88279 Amtzell

Telefon: 07520 - 95 00

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